HPZ-Frühförderung stellt die Stärken der Kinder in den Mittelpunkt, nicht deren Schwächen
Alltagstaugliche Therapien

Spielsachen, wie sie die Kinder teilweise auch zu Hause haben, werden auch in der HPZ-Frühförderstelle verwendet, erklärt Sabine Schön, Leiterin der Einrichtung. (Foto: fz)
Vermischtes
Irchenrieth
09.11.2016
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(Ernst Frischholz)

Im Vordergrund der Frühförderung stehen in der Regel pädagogische – meist heilpädagogische – Hilfen wie etwa die Entwicklungsförderung, die durch in der Regel spielerische Methoden Anreize schaffen. Eine der Therapien, die das Team in Weiden anbietet, ist das „Bobath-Konzept“.

Die Therapien finden im häuslichen Umfeld statt und orientieren sich damit in hohem Maß am Alltag. In spielerischer Atmosphäre beobachten die Experten die Eigenaktivität des Kindes und legen die Zielsetzung der Behandlung dann aus Schnittpunkten zwischen Fähigkeiten und Schwierigkeiten des Kindes zusammen mit den Eltern fest.

Im Vordergrund steht die Eigeninitiative des Mädchens oder Jungen, die durch gezielte Spielangebote und Umfeldgestaltung individuell in die Behandlung integriert wird. Hinzu kommen in vielen Fällen medizinisch-therapeutische Maßnahmen wie etwa Krankengymnastik, Ergotherapie oder Logopädie. In der Logopädie arbeiten Logopädinnen der Frühförderstelle mit Kindern vom Säuglings- bis zum Vorschulalter.

Zur Behandlung von Sprechapraxien (Störung der Planung von Sprechbewegungen, die sich im Bereich von Artikulation, Sprechmelodie und -rhythmus zeigt) und Aussprachestörungen werden wissenschaftlich fundierte Therapien wie TAKTKIN® und VEDiT angewandt. In der Frühförderung gibt es außerdem vier Psychomotorikgruppen sowie die Gruppen „Effekt IKPL – Ich kann Probleme lösen“ und „Sozial stark durch Sprache und Bewegung“. Den Kleingruppen gehören maximal sechs Kinder von drei bis sechs Jahren an. Eine heilpädagogische und eine medizinische Kraft leiten diese im wöchentlichen oder zweiwöchigen Turnus.

Der Begriff Psychomotorik bezeichnet die funktionelle Einheit von seelischer und körperlicher Entwicklung. Zielgruppen sind Kinder mit Entwicklungsverzögerung im motorischen Bereich, Mädchen und Buben mit Wahrnehmungsstörungen, unruhige und hyperaktive Kinder, ängstliche und gehemmte Kinder, Kinder mit gestörtem Sozialverhalten oder Problemen beim Umgang mit Konflikten, Kinder mit Beeinträchtigungen durch Krankheit sowie Kinder mit Sprach- und Kommunikationsschwierigkeiten.

Für jedes Kind erstellen die Experten eine individuelle Zielplanung. Die Kleinen sollen in Motorik und Körperwahrnehmung sowie in ihrer Persönlichkeit derart gestärkt werden, dass sie eigenverantwortlich und selbstbewusst mit anderen Heranwachsenden in Kontakt treten können. Feste Regeln und Strukturen fördern dabei das Sozialverhalten. Im Mittelpunkt stehen die Stärken, nicht die Schwächen der Heranwachsenden.

Egal ob bei der mobilen oder ambulanten Behandlung, ob einzeln oder in der Gruppe – bei allen Maßnahmen werden stets die Eltern mit einbezogen. Zudem haben die Kinder eine feste Bezugsperson im Frühförderteam.
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