Irchenriether Jagdgenossen wollen keine Verantwortung übernehmen

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Irchenrieth
19.03.2016
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Obwohl sie vorgeschlagen wurden, weigern sich einige Jagdgenossen, das Amt des Jagdvorstehers zu übernehmen. In nicht mehr ganz zwei Wochen muss dann Bürgermeister Josef Hammer automatisch daran glauben. "Ein Armutszeugnis", meinte Friedrich Kick.

In der Jagdversammlung standen Neuwahlen auf der Tagesordnung. Nachdem die bisherigen Vorstandsmitglieder bereits im Vorjahr erklärt hatten, nicht mehr zu kandidieren und die Aufgabe in jüngere Hände legen wollten, sollten die Jagdgenossen unter Leitung von Hubert Pausch ihre Spitze neu wählen. Doch dazu kam es nicht. Die Mitglieder brachten sich mit vielen Vorschlägen ein. Aber alle Kandidaten lehnten trotz guten Zuredens und der Zusage der bisherigen Vorstandsmitglieder auf Unterstützung entschieden ab. Jagdpächter Dr. Markus Hummel appellierte an die Kameraden eindringlich, es möge sich jemand zur Verfügung stellen, um die Zukunft zu sichern. Auch das führte zu keinem Erfolg. Jagdvorsteher Friedrich Kick sprach von einem Armutszeugnis. Die Wahl musste abgebrochen werden.

Bis 1. April noch Zeit


Der bisherige Vorstand ist laut Satzung noch bis Ende des Monats im Amt. Ab 1. April geht die Aufgabe an die Gemeinde über und der Bürgermeister übernimmt die Funktion des Jagdvorstands. Auch könne die Jagdpacht nicht wie gewohnt ausbezahlt werden, bevor nicht ein neuer Kassier gewählt ist. Kick war auch verwundert darüber, dass weder der Bürgermeister noch ein anderer Vertreter der Kommune zur Versammlung erschienen war. Kick, der seit 29 Jahren Jagdvorsteher ist, lobte aber das gute Verhältnis zu den Jagdpächtern und stellte fest, dass Wildschäden immer einvernehmlich gelöst worden seien. Dies sollte man auch in Zukunft so handhaben, wünschte er sich.

Schriftführer Josef Schwägerl, seit 22 Jahren im Amt, erhielt Lob für seinen Bericht. Josef Ram, der seit 32 Jahren die Finanzen verwaltet und den Jagdkataster führt, erhielt auf Antrag der Kassenprüfer Willibald Schwab und Josef Koller einstimmige Entlastung, ebenso der gesamte Vorstand.

Jagdpächter Albert Urban blickte auf ein normales Jagdjahr zurück. Der Abschussplan für Rehwild wurde erfüllt, zudem neun Wildschweine, vier Füchse und sechs Krähen geschossen. Unverhältnismäßig hoch sei die Zahl des Fallwildes. Auch die Polizei habe keine plausible Erklärung dafür, dass die Zahl der Tiere, die auf der Straße sterben, im Vergleich zu den Vorjahren so stark angestiegen ist.

Dramatische Verhältnisse


Urban verwies auf das 2015 erstellte Vegetationsgutachten und bot an, auf Wunsch einen Jagdrevierbegang zu machen. Die Jagdverhältnisse im südlichen Teil des Reviers seien laut Hummel dramatisch, auch würde die Bejagung durch die Neubebauung immer schwieriger und durch Hundebesitzer und Spaziergänger beeinträchtigt. Erfreulicherweise seien in diesem Bereich noch Rebhühner zu sehen.
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