Junge Leute beenden Berufsschulstufe
Schüler tanzen zur Entlassfeier

Eine fröhliche Feier, bei der auch der Jugendliche im Rollstuhl mit seinen Kameraden tanzt. Bilder: fz (2)
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Irchenrieth
22.07.2016
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In ein neues Abenteuer des Lebens wechseln 14 Entlassschüler der Berufsschulstufe des HPZ. Auf sie folgen 15 neue Jugendliche, um ihren Bildungsweg weiterzugehen.

Zwölf Jahre und mehr, angefangen in der Schulvorbereitenden Einrichtung (SVE), waren die Schüler am Förderzentrum im Heilpädagogischen Zentrum (HPZ). Nun werden sie aus der Berufsschulstufe in ein anderes Leben entlassen.

Mit einer festlichen Veranstaltung für die Schüler der Berufsschulstufe, ihre Eltern und Lehrkräfte ging am Donnerstag die Entlassfeier der Berufsschulstufe mit Überreichung der Zeugnisse über die Bühne. Zugleich wurden die nächsten Schüler aufgenommen. Mit dem Einzug und dem Tanz der Entlassschüler begann das Fest in der Turnhalle. Eine Schulsprecherin freute sich, dass alle Mitschüler und Eltern da waren. Dazu passte das Eingangslied der Musik-AG "Griaß di".

Als Vertreter der Geistlichkeit gab Diakon Helmut Brandl den Jugendlichen den Spruch von Eduard Mörike "Wechselnde Pfade, Schatten und Licht, alles ist Gnade, fürchte dich nicht" mit auf den Weg. Elternbeiratsvorsitzende Silvia Ziegler griff auf die "Toten Hosen" zurück. "An einem Abend wie diesem wünscht man sich Unendlichkeit". Für die Schüler beginne eine neue Zeit, aber das HPZ stehe hinter ihnen. "Die Leinen los, die Welt ist klein und wir sind groß."

Die Rektorin des Förderzentrums, Petra Rothmund, verwendete den Anfangsbuchstaben "A" gleich zweimal. Abschied ist da und ein Abenteuer, etwas Spannendes erwartet euch danach. "Habt Mut und Selbstvertrauen, ihr macht das schon", sagte die Rektorin. "Wir haben viele schöne Momente mit euch erlebt". Dank galt auch den Eltern für teils über eineinhalb gemeinsame Jahrzehnte.

Nach der Zeugnisausgabe an die 14 Schüler durch Christian Hüttner, den Leiter der Berufsschulstufe, mit den Lehrkräften kamen die Schüler zu Wort. "Wir kommen raus aus der Schule. Die werden wir vermissen", sagten sie übereinstimmend. Dann zählten sie auf, was schlecht und was gut war. Negativ bewerteten sie, nicht immer wie Erwachsene behandelt worden zu sein. Positiv nannten sie das Tanzen mit Frau Wende. "Vergesst uns nicht", so ihr Appell an die Gäste.

Hüttner ging auf das neue Schuljahr ein und stellte die 15 künftigen Berufsschulstufe-Schüler vor. Lieder der Musik-AG und der Tanz mit den Eltern schlossen die Entlassfeier ab.

AusbildungswegeIn der Regel beginnt für einen jungen Menschen mit Behinderung das Leben am Heilpädagogischen Zentrum (HPZ) in der Schulvorbereitenden Einrichtung (SVE). Dann geht er neun Jahre in die Förderschule, der drei Jahre Berufsschulstufe folgen. "Das sind dann 15 und mehr Jahre, weil die Berufsschulstufe je nach Bedarf auch verlängert werden kann", erläutert der Leiter der Berufsschulstufe, Christian Hüttner.

In dem von ihm verantworteten Bereich liegt der Schwerpunkt auf praktischen Fächern wie Werken oder bei den Mädchen Hauswirtschaft. Praktika absolvieren die Jugendlichen in den HPZ-Werkstätten oder in externen Betrieben. Ein junger Schüler ist in einem Altenheim in Weiden und vier bei der Post in Weiden.

Von der Berufsschulstufe wechseln die jungen Leute in der Regel in den Berufsbildungsbereich der HPZ-Werkstätten oder die, die keine Arbeit über mehrere Stunden am Tag ausüben können, in die Förderstätte. Im Berufsbildungsbereich der Werkstätten qualifizieren sie sich entsprechend ihren Möglichkeiten für die verschiedenen Tätigkeiten.

Eine Lehre in der freien Wirtschaft hat Hüttner bei seinen Schützlingen noch nicht erlebt. Es gebe das Projekt "Übergang Förderschule - Beruf" mit der Möglichkeit eines Wechsel in den ersten Arbeitsmarkt. Das sei aber nicht von Erfolg gekrönt. "Entweder sie schaffen es nicht oder es kommt das Problem der Mobilität. Die jungen Leute haben keinen Führerschein", so Hüttner. (fz)
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