Keine Abbiegespur von der B22 nach Irchenrieth
Rechtsabbieger haben Pech

Eine Frau biegt mit ihrem Auto von der Bundesstraße aus Richtung Weiden nach Irchenrieth in die Leuchtenberger Straße ein. Der nachfolgende Fahrer verhält sich richtig, indem er Abstand hält. Das tun aber nicht alle. Sie drängeln und fahren bis auf wenige Meter auf. Das bestätigten Videoaufzeichnungen. Bild: fz
Vermischtes
Irchenrieth
18.02.2016
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Eine Rechtsabbiegespur von der Bundesstraße 22 nach Irchenrieth - auf Höhe des derzeit entstehenden Einkaufszentrums - war nur eine Frage der Zeit. Die Straßenbaubehörde sieht dadurch jedoch größere Sicherheitsmängel, als dies derzeit der Fall ist.

Es ist über zwei Jahre her, da war Bürgermeister Josef Hammer mit dem Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht und dem Chef des Straßenbauamtes, Henner Wasmuth, vor Ort, um sich die Verkehrssituation anzuschauen. Hammer erläuterte beiden, dass sich die Irchenriether Autofahrer, die von der Bundesstraße in die Leuchtenberger Straße einbiegen, oft genötigt und bedrängt fühlen.

Beängstigende Situation


Dadurch, dass sie ihr Auto zum Abbiegen stark abbremsen, fahren nachfolgende Autos teilweise bis auf zwei Meter auf und drängeln. Besonders beängstigend sei die Situation bei Lastzügen. Wasmuth stellte in Aussicht, dass eine Rechtsabbiegespur möglich sei. Dann tat sich erst einmal nichts mehr und nun ist entschieden: Keine Abbiegespur. Die Gründe erläutert das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach Bürgermeister Hammer. "Nach Abschluss der Untersuchungen und Einholung von Stellungnahmen der Polizei, Straßenverkehrsbehörde sowie der Zentralstelle für Verkehrssicherheit und der Straßenbauverwaltung bei der Autobahndirektion müsse man jedoch mitteilen, dass die Anlage einer Rechtsabbiegespur nicht als Verbesserung für die Verkehrssicherheit gesehen wird und aus diesem Grund die Anlage von allen Beteiligten abgelehnt wird", heißt es im Schreiben an die Gemeinde.

Es sei zudem eine Verkehrserhebung mittels Videoaufzeichnungen durchgeführt worden. Diese dokumentierten die Abbiegevorgänge. Es zeigte sich, dass nachfolgende Fahrzeuge tatsächlich sehr dicht auf das abbiegende Fahrzeug auffahren. Das Staatliche Bauamt begründet die Ablehnung dahingehend, dass die Verkehrssicherheit durch eine Rechtsausfädelungsspur nicht wirksam verbessert, sondern sogar verschlechtert werde.

Seitenaufprall als Folge


Durch das Ausscheren rechtsabbiegender Fahrzeuge in die Ausfädelungsspur würden diese eine Unterbrechung des Sichtfeldes für Verkehrsteilnehmer, die von Irchenrieth kommend in die Bundesstraße einfahren wollen, verursachen.

Dadurch würde sich die Gefahr eines Seitenaufpralls mit schwerwiegenden Folgen ergeben. Solche Situationen seien nachweislich anderorts die Ursache für schwere Unfälle und demnach seien solche Rechtsabbiegespuren wieder zurückgebaut worden.

HintergrundWas Bürgermeister Josef Hammer stutzig macht, ist die Tatsache, dass einige Kilometer weiter das Staatliche Bauamt gerade eine solche Abbiegespur fordert.

Dies sei in der Nachbargemeinde Leuchtenberg in Wieselrieth der Fall. Die Gemeinde wolle gegenüber von Wieselrieth rechts der Fahrtrichtung nach Cham ein Gewerbegebiet ausweisen. Hierfür ist die strickte Forderung des Staatlichen Bauamtes unter mehreren Straßenbaumaßnahmen eine Einfädelungsspur in das Gewerbegebiet. Das Projekt kostet der Gemeinde über 200 000 Euro. (fz)
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