Keine krumme Sache

Einlaufkinder des Bananenflanken-Teams beim DFB-Pokal in Regensburg. Auch das HPZ soll eine Bananenflanken-Liga bekommen. Bild: hfz
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Irchenrieth
09.09.2016
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Am Anfang war es ein Traum. Eine Idee. Eine Vision. Eine Profi-Fußballliga für geistig behinderte Kinder und Jugendliche: Das gibt es schon seit vier Jahren. Und kommt jetzt auch nach Irchenrieth.

Regensburg/Irchenrieth. Die Idee der Bananenflanken-Liga, Fußball für geistig behinderte Kinder, hatten die Regensburger Heilpädagogen Stefan Plötz und Ben Rückerl. "Wir haben selbst nicht damit gerechnet, dass unser Projekt so schnell so groß wird", freuen sich die beiden fußballbegeisterten Kollegen. Vor vier Jahren kam den beiden die Idee. Die Regensburger wurden vom örtlichen Round Table unterstützt und ihr Konzept dadurch bundesweit bekannt.

Übertragbares Konzept


Was als Projekt angefangen hat, ist nun ein professionelles Konzept. Die Bananenflankenliga gibt es schon in 15 Städten Deutschlands. In Köln, Lübeck oder Ulm spielen geistig behinderte Kinder schon Fußball in ihrer eigenen Liga. "Das Konzept ist total durchdacht und kann super einfach auf andere Städte übertragen werden", sagt Ben Rückerl. "Wir wollen qualitativ hochwertig arbeiten." Wie im echten Liga-Betrieb gibt es Trainer, Sponsoren, Spielplan, Trikots und ein eigenes Feld, den "Soccer Court". "Die Kinder spielen ehrlich und fair, sie wollen Action", weiß der Heilpädagoge. Deswegen machen Inklusions-Mannschaften, in der Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam spielen, seiner Meinung nach wenig Sinn.

In Zusammenarbeit mit dem Heilpädagogischen Zentrum Irchenrieth soll für den Standort Weiden eine Liga aufgebaut werden. "Es war naheliegend", begründet Rückerl. Einige Kinder seien von Weiden bis nach Regensburg zum wöchentlichen Training gefahren. Das HPZ in Irchenrieth deckt ein großes Einzugsgebiet ab, ein wichtiger Faktor im Anforderungsprofil für neue Standorte. Bisher trainieren schon rund 30 Kinder in Irchenrieth. In einem Team spielen 10 Kinder. "Das sind bereits drei Mannschaften, für den Anfang der Wahnsinn", freut sich Rückerl, "jetzt müssen wir am Ball bleiben."

Verschiedene Farben


Während der Saison (Mai bis August) spielen die einzelnen Mannschaften, die nach Farben unterteilt sind, gegeneinander. Trainiert wird immer einmal in der Woche, am Freitag. Pro Team gibt es einen Trainer, Betreuer und auch pädagogisches Fachpersonal.

In der momentanen Testphase in Irchenrieth trainiert Rückerl die besonderen Fußballer noch selbst und fährt dafür mehrmals im Monat von Regensburg nach Irchenrieth. Aktuell werden noch Trainer und Betreuungspersonal gesucht. Mitte September, mit Beginn des neuen Schuljahres, gibt es ein Probetraining. Rückerl lädt Trainer zum Fußball mit den Kickern ein.

Besondere Anforderungen an die Trainer gibt es nicht: "Entscheidend ist die soziale Kompetenz", betont der Heilpädagoge. Nicht der Trainerschein oder die Erfahrung seien wichtig, vor allem solle man sich auf das besondere Klientel mit Beeinträchtigung einlassen können.

SpVgg SV Weiden an Bord


Neben Trainern und Ansprechpartnern vor Ort achtet Rückerl bei der Standortwahl darauf, dass ein Profi-Verein die Bananenflankenliga unterstützt. Dafür hat bereits die SpVgg SV Weiden "grünes Licht gegeben". "In Weiden ist der Verein das Aushängeschild schlechthin", freut sich Rückerl über die Präsenz. "Wir wollen unsere Spieler in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit stellen", betont der Vereins-Gründer. Mit dem mobilen "Soccer Court" kein Problem.

Finanziert werden die Teams der Bananenflanke durch Sponsoren und Spenden. Bis zur nächsten Saison, im Sommer 2017, soll es das Bananenflankenteam auch fest in Weiden geben.
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