Neuer Plan rettet Feuerwehrhaus
Gemeinderat Irchenrieth löst Hausaufgaben

Beim neuen Bauantrag wurden die Gebäude im Vergleich zum früheren Bauplan "gespiegelt". Die fünf Hallen (drei für die Feuerwehr und zwei für den Bauhof) wurden nach unten gesetzt und das Feuerwehrgebäude Richtung Bauhof umgetauscht. So passt der Abstand zur Hochspannungsleitung. Die Pläne gehen nun zur Genehmigung an das Landratsamt. Skizze: Gemeinde Irchenrieth
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Irchenrieth
04.02.2016
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Die Entscheidung pro Feuerwehrhaus fällt wieder einstimmig: Ein Gutachten zerstreut die Bedenken, dass dem Bauplatz Gefahr vom Hochwasser drohe. Zudem gab es Planänderungen, die das Projekt genehmigungsfähig machen.

Bürgermeister Josef Hammer ging in der Gemeinderatssitzung bei der erneuten Vorlage des Bauplanes auf die Bedenken einiger Anwohner (wir berichteten) ein, die bereits seit Herbst in die Planung eingebunden sind. Der Bauantrag sei genehmigt. Auch die Interessengruppe konnte ihn einsehen. Hammer betonte, dass er alle seine Zusagen eingehalten habe. Die Bedenken von Wasserwirtschaftsamt und Bayernwerk (Nähe zur Hochspannungsleitung) seien nach entsprechenden Umplanungen ausgeräumt, so dass er den Antrag dem Landratsamt vorlegen könne. Um Abstand zur Hochspannungsleitung zu gewinnen, seien die Pläne "gespiegelt" worden.

Leistungsstark


Das Wasserwirtschaftsamt forderte ein Gutachten bezüglich Gleitsbach und Hochwasser. Dies habe die Gemeinde an das Büro Münchmeier & Eigner in Erbendorf vergeben, das die Hochwassergutachten für Bechtsrieth erstellt und damit Daten daraus vorliegen hat. Hammer erläuterte, dass der Durchlass unter der Straße nach Enzenrieth mit über 11 Kubikmetern in der Sekunde "leistungsstark" ist. "Wir bauen in ein stehendes Gewässer und verdrängen damit bei Hochwasser auch Wasser", so Hammer. Durch den Bau erhöhe sich der Wasserspiegel bei Hochwasser um nur ein bis drei Zentimeter. "Das ist annehmbar." Zudem entstehe ein Rückstauausgleich von 730 Kubikmetern an anderer Stelle.

Hammer versicherte, dass die Wohnbaugrundstücke der Interessengruppe nicht betroffen seien. Die am Gleitsbach liegenden Flächen seien nicht für Wohnbauten vorgesehen. "Am Gleitsbach selbst und auch am Abfluss wird nichts geändert." Er wäre bereit, eine Renaturierung des Gleitsbaches durchzuführen, wenn dafür kein Wasserrechtsverfahren nötig sei. Hammer resümierte, dass die Feuerwehr so weit wie möglich von der Hochspannungsleitung und vom Bach abrücke. Die Parkplätze zwischen Gebäude und Bach würden "niedrig gehalten", um weniger Wasser zu verdrängen. "Wir bauen keine Blockade", versicherte er.

Unerfüllt bleibt der Wunsch der Anwohner, an den Stefan Ram erinnerte. Es gibt keine Chance, den Neubau von ihren Grundstücken abzurücken, da er zum Großteil auf Gemeindegrund entstehen soll. In der sachlichen Diskussion stand für die Gemeinderäte das Gutachten im Vordergrund, das eine Verschlechterung für die Anwohner ausschließt.

Dienstaufsichtsbeschwerde erledigtBürgermeister Josef Hammer informierte im Zusammenhang mit dem Feuerwehrhausbau über eine Dienstaufsichtsbeschwerde. Am 26. Oktober sei die Rechtsaufsicht am Landratsamt eingeschaltet worden. Diese Beschwerde sei seines Wissens jedoch "erledigt". Weiter kommentierte Hammer den Vorgang in der Gemeinderatssitzung nicht. Auf Nachfrage am Mittwoch erläuterte Hammer gegenüber unserer Zeitung, dass diese Beschwerde durch einen Anwalt eingereicht wurde. Sie habe zum Inhalt, dass seine Mandanten der Ansicht seien, "dass die Meinungsbildung der Gemeinderäte in der Gemeinderatssitzung am 6. Oktober 2015 durch einen unzureichenden und unvollständigen Sachvortrag zustandegekommen ist". (fz)
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