Special Olympics
Irchenriether erobern Hannover

Alfons Thoma, Fußballer.
Vermischtes
Irchenrieth
04.06.2016
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Stefan Bayer, Schwimmer.
 
Sabrina Goßmann, Fußballerin.

Die größte Sportveranstaltung Deutschlands in diesem Jahr beginnt am Montag in Hannover. Eine ganz besondere Sportlergruppe aus Irchenrieth stellt eine riesige Delegation.

4500 Athleten mit Behinderung, 300 Unified Partner (Partner ohne Behinderung), 1700 Trainer und Betreuer, 500 Kampf- und Schiedsrichter sowie 4000 Teilnehmer am wettbewerbsfreien Angebot: Insgesamt erwarten die Veranstalter bei den Special Olympics in Hannover 14 000 Teilnehmer. Von Montag, 6. Juni, bis Freitag, 10. Juni, finden die nationalen Sommerspiele statt. Sportpate ist Fußball-Weltmeister Per Mertesacker.

Seit 1998 nimmt der HPZ-Reha-Sport aus Irchenrieth an den Nationalen Special Olympics teil. Dreimal starteten die Irchenriether bereits bei Weltspielen. 70 Athleten und Trainer reisen am Sonntag nach Hannover und beziehen am Arnumer See auf einem Campingplatz Quartier. Die Irchenriether sind in Zelten untergebracht. Im Vorfeld haben Firmen die Sportler unterstützt. Die Kosten von zirka 10 000 Euro werden zu einem Teil durch Spenden aufgebracht. Zurzeit fehlen noch 50 Betten, um komfortabel in den Großraumzelten übernachten zu können.

Der HPZ-Reha-Sport stellt drei Fußballmannschaften: eine Damen- und zwei Herrenteams. Die Traditional-Mannschaft besteht aus Spielern mit Behinderung, die Unified-Mannschaft ist ein Mix-Team. Es sind auch Leichtathleten am Start. Die Schwimmer qualifizierten sich über Vorwettkämpfe. Für Sportler ohne Wettkampf-Ambitionen sind die wettbewerbsfreien Angebote interessant. Neben Athleten und Trainern, die schon öfter bei nationalen Spielen waren, sind auch einige Neue dabei. Ein Teil des Teams stellt sich vor:

Alfons Thoma (21), Mitarbeiter im Museumscafé in Flossenbürg: Traditional-Fußballteam

"Ich war schon einige Male bei Special-Olympics-Veranstaltungen. Ich spiele ja auch schon ein paar Jahre Fußball. Die sportlichen Erfolge mit der Mannschaft in München, Passau oder Düsseldorf sind mir in guter Erinnerung geblieben. Ich werde in Hannover versuchen, auch als Verteidiger Tore zu schießen. Ich freue mich, dass meine Freundin auch dort ist. Sie spielt auch Fußball, und wir können uns anfeuern. Die Vorbereitung ist nicht so gut. Ich arbeite im Museumscafé und kann nicht bei jedem Training dabei sein. Ich hoffe trotzdem, dass es mit dem erhofften Sieg klappt."

Stefan Bayer (27), Mitarbeiter in der Montagegruppe: Schwimmer

"Bei Special Olympics war ich schon fünf Mal als Schwimmer dabei und habe auch schon einige Medaillen gewonnen. Neben den Wettkämpfen und den Siegerehrungen gefällt mir das Freizeitangebot. Ich bin durch mein Training gut vorbereitet und möchte wieder eine Medaille holen. Das Leben auf dem Campingplatz mit den anderen Teilnehmern wird bestimmt gut."

Sabrina Goßmann (29), Mitarbeiterin in der Garten- und Landschaftsgruppe: Fußballerin und Athletensprecherin HPZ-Reha-Sport

"In diesem Jahr bin ich bereits das fünfte Mal als Fußballerin dabei. Ich freu mich auch auf die jeweilige Stadt, aufs Bummeln oder auf ein Eis. Ich freu mich aber auch auf die Eröffnungsfeier und mit dem Team zusammen zu sein. Mein Ziel ist der erste oder zweite Platz - wenn das nicht klappt, ist es aber auch nicht so schlimm: Dabeisein ist alles."

Dominik Koslowski (28), Mitarbeiter im Wohnheim: Trainer Leichtathletik

"Ich bin das siebte Mal bei einem Special-Olympics-Wettkampf dabei. Meine schönsten Erlebnisse sind die Siegerehrungen. Da fällt die Anspannung ab, und auch meine 'härtesten' Sportler können ihre Freudentränen nicht unterdrücken. Ich versuche, dass jeder pünktlich am Start steht. Vom Wettkampf-Rand motiviere ich meine Sportler und gebe ihnen Tipps. Gespräche sind sehr wichtig. Man muss allen bewusstmachen, dass dort sehr gute Sportler an den Start gehen, die ebenfalls fleißig trainieren. Jeder gibt sein Bestes, aber die Enttäuschung sollte nicht zu groß sein, wenn es nicht klappt.

Verena Kummer (17), Schülerin am Augustinus-Gymnasium: Trainerin wettbewerbsfreies Angebot

"Ich bin das erste Mal dabei. Ich helfe den Teilnehmern beim wettbewerbsfreien Angebot. Am meisten freue ich mich darauf, viele Leute kennenzulernen. Ich möchte auch Erfahrungen im Hinblick auf eine sportliche Großveranstaltung sammeln. Im Rahmen eines Projekts des Augustinus-Gymnasiums führe ich in wöchentlichen Sportstunden verschiedene Team- und Koordinationsspiele durch. Es wäre schön, wenn den Sportlern Spaß und Freude vermittelt wird, sowie die Möglichkeit, persönliche Grenzen auszutesten."

Felix Fritsch (17), Schüler am Kepler Gymnasium: Unified-Partner Fußball

"Ich bin jetzt das siebte Mal bei Special Olympics dabei, davon das zweite Mal bei nationalen Spielen. Als besonders beeindruckend sind mir die Eröffnungs- und Schlussfeiern in Erinnerung sowie die vielen Siege, die wir schon erringen konnten. Ich freue mich auf das Fußballturnier. Das Campen wird cool, sofern keine Schnarcher im Zelt sind."

Jonas Fritsch (17), Schüler am Kepler Gymnasium - Unified-Partner Fußball

"Ich bin das siebte Mal dabei. Zuerst sind es die Erfolge, die mir in Erinnerung sind. Da waren immerhin einige Goldmedaillen dabei. Aber auch das Zusammenleben mit den anderen Sportlern war immer ein Höhepunkt. Darauf freue ich mich wieder, auch wenn das Campen mit 70 Leuten nicht leicht wird. Aber alles in allem wird es spaßig werden. Ich erhoffe mir einen Platz unter den Top drei. Und das schaffen wir auch. Ich bin topfit.

Sportarten und wettbewerbsfreies AngebotDie Sportler starten in folgenden Sportarten :

Schwimmen, Kanu, Badminton, Leichtathletik, Fußball, Tischtennis, Boccia, Judo, Kraftdreikampf, Basketball, Rollerskating, Handball, Bowling, Golf, Reiten, Tennis, Radfahren und Beachvolleyball.

Das wettbewerbsfreie Angebot fördert die motorischen Grundlagen.

Die Besucher, mit oder ohne Behinderung, können an einzelnen Stationen spielerische und sportliche Aktionen mit allen Sinnen ausprobieren.


Healthy Athletes4000 Untersuchungen werden während der Spiele durchgeführt. Die Athleten werden von Medizinern, Physiotherapeuten und weiteren Fachleuten in verschiedenen Gesundheitsbereichen untersucht und beraten.
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