Verzögerung durch Einwände
Wettlauf gegen Tennet

Stünde links hinter dem Baum zum Wald hin schon der Rohbau des Feuerwehrhauses, wäre die Stromtrasse von Tennet kein Thema. Ansonsten kann sie eines werden. Bild: fz
Vermischtes
Irchenrieth
31.10.2016
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Der"Süd-Ost-Link" ist eine der geplanten Stromtrassen, die in den nächsten Jahren in Bayern gebaut werden sollen. Eine möglicher Verlauf überlagert sich mit dem geplanten Bau des Feuerwehrhauses. Die Gemeinde will jetzt schnell Fakten schaffen.

(fz) Für den Neubau des Feuerwehrhauses stellen die Gemeinderäte einen eigenen Bebauungsplan auf. Das ist nicht üblich. "Der Bauantrag liegt seit Längerem beim Landratsamt", erläuterte Bürgermeister Josef Hammer in der Gemeinderatssitzung. Anwohner hätten Bedenken wegen des Hochwasserschutzes. Ein Gutachten fiel zugunsten des Neubaus aus (wir berichteten). "Wir werden aber trotzdem reagieren und die Bachbreite auf zehn Meter ausweiten", sagte der Bürgermeister. "Dazu braucht man ein Wasserrechtsverfahren, in dem wir dann im Bereich Gleitsbach einen Wassererlebnispark anlegen." Der verbreiterte Bachlauf sei dann zugleich die Ausgleichsfläche für den Bau des Feuerwehrhauses.

Lob vom Innenminister


Allerdings besteht derzeit noch eine Petition gegen den Bau, die vieles verzögert. Markus Hummel hatte sie im Sommer beim Bayerischen Landtag eingereicht. Hammer zitiert als Antwort ein Schreiben des Bayerischen Innenministeriums. Die Erschließung sei gesichert, die Belange des Hochwasserschutzes nicht beeinträchtigt. Trotzdem liegt der Bauantrag laut Innenministerium aber im Widerspruch zum Flächennutzungsplan. Man müsste also diesen ändern und einen Bebauungsplan aufstellen. "Das ist nicht überall üblich, aber wir werden das tun", sagte Hammer. Weiter verlas er ein persönliches Schreiben von Innenminister Joachim Hermann. Dieser lobte das Engagement der Gemeinde für die Feuerwehr. Die Planung sei nachvollziehbar.

Konflikt mit Tennet


Grünes Licht für das neue Heim der Feuerwehr kann der Bürgermeister aber trotzdem noch nicht geben: Es sei eine Planung aufgetaucht, die "unsere überlagert". Der Ostkorridor der Stromtrasse "Süd-Ost-Link" führt von Bechtsrieth kommend westlich an Irchenrieth vorbei. Der hierfür mögliche Korridor beginnt an der Bebauung ab dem Gleitsbach und erstreckt sich einen Kilometer Richtung Enzenrieth.

"Sollte diese Trasse kommen, werden wir natürlich alles für eine Verschiebung nach Westen tun", gab sich Hammer kämpferisch. Nun müsse man erst einmal den Flächennutzungsplan und alle Bebauungspläne liefern. Wenn der Rohbau für das Feuerwehrhaus stehen würde, dann wäre das Thema gegessen, hob Hammer hervor. Aber der Baubeginn heuer im Sommer war aufgrund der Eingaben nicht möglich. In der Diskussion meinte Stefan Ram, dass man doch den Petitionsbeschluss vor der Verabschiedung eines Bebauungsplanes abwarten soll. Davor warnte der Bürgermeister. "Wir haben die Zusage aus München. Wir beschließen die Flächennutzungsplanänderung und Aufstellung eines Bebauungsplanes. Dann muss der Netzbetreiber Tennet darauf reagieren. Wenn wir aber warten, dann können die früher mit ihrer Planung dran sein", sagte Hammer. Denn bis zum 4. November vorgebrachte Einwendungen fließen in die Planung ein. "Wenn wir das verschlafen und nicht die Schnelleren sind, dann sind wir selbst schuld", ergänzt Werner Härtl.
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