Werkstätten des Heilpädagogischen Zentrums in Irchenrieth beschäftigen 430 Jugendliche und ...
Trotz Behinderung glücklich sein

Vermischtes
Irchenrieth
02.12.2015
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Das Leben mit einem behinderten Menschen ist eine Herausforderung. In der Regel sind Familien nicht darauf vorbereitet. Und viele wissen nicht, an wen sie sich wenden können. Die Werkstätten des Heilpädagogischen Zentrums (HPZ) in Irchenrieth sind eine hervorragende Adresse, wenn es um die Betreuung von geistig und/oder mehrfachbehinderten erwachsenen Personen geht.

"Behinderte Menschen können uns allen trotz ihrer Einschränkung sehr viel geben", betonen HPZ-Geschäftsführer Helmut Dörfler, Werkstattleiter Josef Kastner und der Leiter des Sozialdienstes in der HPZ-Werkstatt, Karl-Heinz Wagner. Bei ihrer Arbeit in der Werkstatt stehen Menschen mit Behinderung tagtäglich im Mittelpunkt. 430 Jugendliche und Erwachsene arbeiten hier.

Sie kommen zum einen aus der Berufsschulstufe der HPZ-Förderschule, weil sie den Sprung auf den Arbeitsmarkt nicht schaffen. Zum anderen kommen sie auch von außerhalb - über die Agentur für Arbeit oder die Rentenversicherung. Wenn sie nicht im Wohnheim leben oder selbst den öffentlichen Nahverkehr nutzen, werden die Frauen und Männer morgens vom HPZ-Fahrdienst von zu Hause abgeholt und spätnachmittags zurückgebracht. Eingeordnet nach ihren Fähigkeiten, arbeiten sie unter der Anleitung von technisch und pädagogisch ausgebildeten Gruppenleitern. Die Arbeit macht die Menschen mit Handicap zufrieden und selbstbewusst, sie erledigen ihren Job mit Begeisterung und Freude. Zudem erhalten sie dafür auch eine leistungsbezogene Vergütung. Mittags können sie sich mit einer ausgewogenen Mahlzeit, die in der HPZ-Küche zubereitet wird, stärken.

Politiker und interessierte Gruppen zeigen sich nach Führungen durch die Werkstätten stets beeindruckt, weil viele nicht wussten, mit welchem Engagement hier gearbeitet wird und wie froh und zufrieden die Leute dabei sind. "Wir haben Grenzen und Regeln - und die funktionieren gut", sagen Dörfler, Kastner und Wagner unisono.

Die Menschen würden durch ihre Arbeit akzeptiert. "Sie erwarten von uns, dass wir ihnen Arbeit geben und dafür stehen wir", erklärt der HPZ-Geschäftsführer. Die Tätigkeiten sind zum einen Eigenproduktionen, zum anderen Aufträge aus der Wirtschaft. Angeboten werden etwa auch Maler-, Landschafts- und Gartenarbeiten, was unter anderem Kommunen immer öfter nutzten. Werkstattleiter Kastner: "Wir stehen da in Konkurrenz und bieten von der Qualität gleiches Leistungsniveau, denn der Kunde akzeptiert keinen Qualitätsverlust."

Auch arbeitsbegleitende Maßnahmen gehören zu der Einrichtung. So besuchen die Beschäftigten Firmen, für die sie arbeiten.

Die HPZ-Werkstätten stehen laut den Verantwortlichen dafür, den Mitarbeitern eine angemessene berufliche Bildung zu bieten, die Stärken eines jeden Einzelnen zu entwickeln sowie jedem einen geeigneten Arbeitsplatz bereitzustellen. Die Leistungen würden gebührend anerkannt. Einigen Werkstattmitarbeitern habe man auch schon Arbeitsplätze außerhalb der Werkstatt vermitteln können.

Der Sozialdienst der Werkstatt betreut die Mitarbeiter in all ihren Belangen - auch privaten. "Die Menschen haben großes Vertrauen zu uns", weiß Sozialdienstleiter Wagner. "Eine Werkstatt für behinderte Menschen ist ein Teil des Arbeitsmarktes und nicht etwas spezielles, in das ausgesondert wird", macht Geschäftsführer Dörfler klar.

Die Werkstatt biete einen zweiten, gut strukturierten Lebensraum, der den Menschen Selbstwert, Zufriedenheit und Glück gebe.
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