Neu eröffnete Galerie Wigg in Kallmünz ist eine Schöpfung des Namensgebers
Von einem der auszieht und ein Haus renoviert

Wigg Bäuml kann zufrieden sein: Mit seiner neu eröffneten "Galerie Wigg" hat der Künstler nicht nur sein eigenes Werk vollendet. Auch die Kallmünzer Kulturlandschaft ist um eine attraktive Kunststätte reicher. Weitere Arbeiten von Ludwig Bäuml sind ab Donnerstag, 12. Mai (Vernissage 19.30 Uhr) in der Ausstellung "Bierig" in der Stadtgalerie alte Feuerwache im Stadtmuseum Amberg zu sehen. Bild: wsu
Kultur
Kallmünz
12.05.2016
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Von Susanne Wolke

Kallmünz. Die "Galerie Wigg" hat etwas vom Laboratorium eines Zauberers. Aus dunklen Kammern lugen seltsame Gebilde hervor, in den Ecken stehen bauchige Flaschen, niedrige Türen führen tiefer hinein in die alten Gemäuer. Dass Wigg Bäuml mit morbiden Fundstücken arbeitet, ist bekannt. Neu hingegen ist, dass der Künstler seine Arbeiten nun in einer eigenen Galerie präsentiert. Wenn die Bezeichnung "neu" hier überhaupt angebracht ist. "Erlebnisse eines Menschen, der auszog, ein altes Haus zu renovieren."

Stempel aufgedrückt


So hat Wigg Bäuml die Geschichte über sich und das sogenannte Bertholdshofener Schlösschen in Kallmünz betitelt. "Aus einem Bauchgefühl heraus" kam der Künstler vor fast 30 Jahren von Regensburg nach Kallmünz. Nach unermüdlichem Werkeln ist das aus dem 17. Jahrhundert stammende Schlösschen nun wieder ein Schmuckstück, das seinen Namen verdient. Die eben eröffnete "Galerie Wigg" befindet sich im Erdgeschoss des Gebäudes, das Wigg Bäuml zudem als Wohnhaus dient. Was der Künstler aus dem zuletzt in keinem guten Zustand befindlichen Gebäude gemacht hat, ist durch und durch "Wigg": Installationen, Bilder und Objekte des Hausherrn fügen sich ein in die verwinkelten und schiefen Räume. Kallmünzer Felsmauern, ausrangierte Türen aus der Toskana, abstrakte Gemälde und ein Kronleuchter fügen sich zu einem originären Ganzen.

In der Galerie, die an sich schon einen Besuch wert ist, zeigt Wigg Bäuml zunächst einen Querschnitt seines eigenen Schaffens. Erdige Farbtöne, morsches Holz, welke Naturalien aber auch schillerndes Gold zeichnen seinen künstlerischen Werdegang der vergangenen 30 Jahre auf.Von Waldthurn über Virginia bis nach Kallmünz verarbeitete Bäuml stets Neues, blieb dabei aber seinem unverkennbaren Stil treu.

Vielseitig verwendbar


So auch bei der Galerie, die ihre Türen öffnet. Bäuml sieht in der neuesten Nutzung des Bertholdshofener Schlösschens nicht nur eine Plattform seines eigenen Schaffens. Im Rahmen regelmäßiger Gastausstellungen sollen zudem Kollegen aus der Region gezeigt werden. Auch an Lesungen und andere Veranstaltungen ist gedacht. Ein "Kulturraum" auf dem Kulturpflaster Kallmünz, das schwebt Wigg Bäuml vor. In erster Linie aber ist die Galerie das unverwechselbare Kind ihres Schöpfers. Meister Wigg hat den Räumen ihren Zauber verpasst.

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Weitere Informationen:

www.wiggb.de
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