Klassik in der Kulturscheune
Slowenische Klänge und die „Nachtmusik“

In der Kulturscheune von Schloss Wolframshof überzeugten die vier Musiker des Orchesters der Slowenischen Philharmonie Ljubljana. Bild: stg
Kultur
Kastl bei Kemnath
30.07.2016
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Von Holger Stiegler

Wolframshof. Für das Ohr klingt es wenig vertraut. Alles andere wäre aber auch eine Überraschung. Den zeitgenössischen slowenischen Komponisten Aldo Kumar dürften hier wohl nur Experten für slowenische Musik kennen. Und doch lohnt sich das genau Hinhören und Kennenlernen - deshalb ist es am Donnerstagabend auch eine exzellente Gelegenheit dies zu tun: In der Kulturscheune von Schloss Wolframshof bei Kastl (Kreis Tirschenreuth) gastieren vier Musiker des Orchesters der Slowenischen Philharmonie Ljubljana.

Auch eine Premiere


Violinist Matjaž Porovne, Violinistin Mojca Fortin, Violist Nejc Mikolic und Cellist Klemen Hvala geben dabei nicht nur einen Einblick in die slowenische Klassik, sondern warten auch mit einer außerordentlich gelungenen Interpretation von Wolfgang Amadeus Mozarts "Eine kleine Nachtmusik" auf. Das Konzert ist gewissermaßen auch eine Premiere: Es ist die erste Veranstaltung, mit der das an der Botschaft der Republik Slowenien in Berlin angesiedelte und neugegründete Slowenische Kulturzentrum an die Öffentlichkeit tritt.

Gut 120 Zuhörer - recht viel mehr passen an diesem Abend auch gar nicht hinein - haben den Weg in die Kulturscheune gefunden, die ein hervorragendes Ambiente für diesen Konzertabend bietet. Und auch die Akustik in dem Gebäude tut das Ihrige, um den Abend zu einem klassischen Fest werden zu lassen. In Kumars Werk "Istrska suita" finden sich alle Elemente, die man gemeinhin klassischer Musik vom Balkan zuschreibt. Also trotzdem irgendwie bekannt - und eben doch fremd für die Ohren. Den vier Instrumentalisten gelingt es mit viel Leidenschaft und Temperament, dieses "Fremde" in Klangteppiche zu verwandeln, die ins Ohr gehen und faszinieren. Ebenfalls slowenischer Provenienz ist der zweite Komponist des Abends: Benjamin Ipavec, einer der bedeutenden nationalen Komponisten im 19. Jahrhundert, mit seiner "Serenada". Auch diese gefühlvolle Komposition findet an diesem Abend viele neue Freunde in Wolframshof.

In die Herzen gespielt


Nach der Pause gehört die Bühne einem regelrechten "Klassiker" - nämlich Wolfgang Amadeus Mozarts "Eine kleine Nachtmusik": Auch nach gefühltem tausendfachen Hören findet das Werk den direkten Weg in die Herzen der Zuhörer. Dem slowenischen Quartett gelingt es, dem Geschriebenen auf den Notenblättern eine Seele einzuhauchen, die die Zuhörer gefangen nimmt. Mit viel Applaus belohnt das Publikum die Leistungen der Musiker. Erst nach einer Zugabe dürfen die vier Streicher die Bühne verlassen.
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