Pfarrreien Kastl und Waldeck schließen sich zusammen
Gemeinsam glauben

Auf dem Priestergrab im neuen Friedhof sind die verstorbenen Priester der Pfarreien vermerkt. Bilder: hl
Kultur
Kastl bei Kemnath
01.09.2016
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Viele wissen es nicht, doch die Pfarreien Waldeck und Kastl waren früher schon einmal vereint. Nachdem sie vor mehreren Jahrhunderten getrennt wurden, finden sie jetzt wieder zusammen.

Waldeck. Auf Beschluss des Bischöflichen Ordinariats schließen sich die Pfarreien am heutigen Donnerstag, 1. September, zusammen. Vor 342 Jahren wurde Waldeck als eigene Pfarrei gegründet und damals aus der Pfarrei Kastl herausgelöst. Diesem Schritt gingen viele Verhandlungen voraus und manche Schwierigkeiten mussten beseitigt werden.

Vor dem Jahr 1674, als Waldeck zur Kuratei erhoben wurde, gehörte es zu den Pfarreien Oberndorf und Kastl. Unter den Markgrafen von Leuchtenberg wurde im Jahr 1200 das Gebiet um Kastl und um den Schlossberg aus der seit dem 11. Jahrhundert bestehenden Pfarrei Oberndorf losgelöst und eine eigene Pfarrei Kastl gegründet. In dieser Zeit wurde auch die dem heiligen Ägidius geweihte Burgkapelle erbaut.

Neue Kapelle


Die Leuchtenberger verkauften 1283 die Herrschaft Waldeck, gezwungen durch finanzielle Notlage, an den Wittelsbacher Ludwig den Strengen. Die Wittelsbacher verliehen dem Ort 1525 die Marktrechte mit einigen Privilegien, die 1541 erneuert wurden. In dieser Zeit erbauten die Bürger auch im Markt die der heiligen Mutter Anna geweihten Marktkapelle.

Seit 1626 betreuten die Kastler Pfarrer die Waldecker religiös. Unter dem fünften Pfarrer, Michael Frieser, erhielt das Waldecker Gebiet 1674 den Seelsorger Wolfgang Valentin Burger. Ihm folgte ein weiterer Kurat, ehe 1690 Waldeck durch Kurfürst Maximilian Emanuel zur Pfarrei erhoben und Wolfgang Adam Wolfring (Kemnather) der erste Pfarrer wurde.

Neuzugänge


Es ist zu erwähnen, dass sowohl das Kloster Speinshart als auch die Pfarrei Kastl nur Waldeck als selbstständige Pfarrei mit dem Gebiet unmittelbar anerkannten, nicht aber die Ortschaften Köglitz, Atzmannsberg, Albenreuth, Schweißenreuth, Guttenberg, Zwergau, Beringersreuth, Bingarten, Rosenbühl, Zislar und Kronau. Die Bürger von dort mussten zwar in der Ägidius-Kirche heiraten oder den Sonntagsgottesdienst besuchen, ihre Toten aber in Kastl beerdigen. Von 1690 bis zur Auflösung des Klosters Speinshart gab es deshalb immer wieder Differenzen, vor allem wegen der Beerdigungen. Der Zustand änderte sich erst mit der Installation von Pfarrer Josef Adam Murr aus Beringersreuth, der März 1803 seine Heimatpfarrei übernahm. Seitdem wurde kein Waldecker mehr in Kastl beigesetzt. Der alte Friedhof wurde zu klein, so dass auf dem jetzigen Friedhof am 13. Juni 1913 die erste Beerdigung stattfand.

Seit 1674 waren in Waldeck 37 Pfarrer und Kuraten tätig. Pfarrer Heribert Stretz ist der 38. Pfarrer in Waldeck. Pfarrer Josef Adam Murr berichtete in einem Schreiben vom 10. November 1809, dass unter den 18 Pfarrern, die Waldeck seit 1674 hatte, 13 die Pfarrei wieder verließen. Seit Pfarrer Murr wirkten hier 19 Geistliche, 11 sind verstorben.
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