CSU-Ortsverband Kastl gegen Tennet-Planungen
„Wird in der Realität nicht funktionieren“

Der CSU-Ortsverband Kastl sprach mit Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht (Sechster von links) über die Planungen des Netzbetreibers Tennet. Bei den Kommunalpolitikern um Bürgermeister Josef Etterer (Vierter von links) stößt die Variante, die einen Korridor durchs Gebiet der Gemeinde und der Stadt Kemnath vorsieht, auf Ablehnung. Bild: mde
Politik
Kastl bei Kemnath
20.10.2016
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(mde) Eine Variante für die Stromtrasse (Süd-Ost-Link) sieht den Verlauf durch Kemnather und Kastler Gemeindegebiet vor. Dagegen regt sich nicht nur in der Stadt, sondern auch in deren Nachbarkommune Widerstand. Bei einem Gespräch mit Bundestagsabgeordneten machte der Vorstand der Kastler CSU, deutlich, dass er diese Planungen des Netzbetreibers Tennet ablehnt.

Diese Leitung "wird in der Realität nicht funktionieren", erklärten Bürgermeister Josef Etterer und Ortsvorsitzender Hans Walter in einer Vorstandssitzung, an der auch Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht teilnahm. Zu viele Faktoren wie aktuelle und künftige Wohn- und Industrie-, Wasser- und Naturschutzgebiete seien nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Besonders kritisch sah die Runde die Nähe zu Wohnbebauungen in Bereich Senkendorf, Löschwitz, Reuth sowie Neuenreuth. Auch die Bauschuttdeponie zwischen Kastl und Altköslarn/Neuenreuth müsse beachtet werden. Auch bei einer möglichen Erweiterung der Baugebiete am Kastler Berg und Lettenwiese in Richtung Osten dürfe es keine Beeinträchtigungen geben. Kein Verständnis hatten die Sitzungsteilnehmer, dass an vielen Stellen von den Autobahnen abgewichen wurde. Ebenso sollte versucht werden, sich an bestehenden Leitungen zu orientieren, um den Flächenverbrauch in Grenzen zu halten.

Rupprecht erläuterte, dass es bei der beschlossenen Erdverkabelung darum gehe, einen Weg durch die Landschaft zu finden, die Bevölkerung und Natur am wenigsten belastet. Er äußerte zwar Verständnis für die ablehnende Haltung, jedoch müsse man mit den aus der gewollten Energiewende "resultierenden Herausforderungen umgehen können". Auch er forderte eine Begründung, warum an vielen Stellen nicht entlang der Autobahnen gebaut werden kann. Im Bezug auf die Landwirte betonte Rupprecht, dass auch diese einen nachhaltigen Ausgleich bekommen müssen.

Weiterhin informierte er, dass Tennet in den kommenden Wochen und Monaten die örtlichen Begebenheiten prüfen wird. Er riet, den Planern vorab alle relevanten Themen im Bezug auf Wohn- und Industriebebauung sowie Natur-, Wasser- und Landschaftsschutz mitzuteilen.

Die CSU wird daher eine Liste mit entsprechenden Punkten ausarbeiten und an die Gemeinde weiterleiten. Weiterhin appellierten Etterer und Walter an den Gast, weiterhin das Thema Stromtrassen an oberster Stelle zu behandeln und eine für alle Seiten vertretbare Lösung zu finden.
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