Einwendungen zum geplanten Solarpark in Unterbruck
Bahn hat viele Wünsche

Westlich der Bahnstrecke von Kirchenlaibach nach Weiden und südlich der Brücke der Gemeindeverbindungsstraße von Unterbruck nach Filchendorf soll der Solarpark entstehen. Bild: bkr
Politik
Kastl bei Kemnath
12.08.2016
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Umfangreich sind die Einwände der Deutschen Bahn AG zum geplanten, 4,31 Hektar großen "SO Solarpark Unterbruck". Zudem melden sieben Behörden Forderungen an oder geben Hinweise.

23 Fachstellen hatte die Gemeinde im Juni bei der frühzeitigen Behördenbeteiligung zur Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans angeschrieben. Die Rückmeldungen behandelte am Dienstag der Gemeinderat.

Im Juli legte die Deutsche Bahn AG, DB Immobilien Region Süd, München, eine lange Liste an Forderungen vor. Sie beginnen mit dem Hinweis, dass nichts in das Bahnbetriebsgelände hineinragen und es nicht widerrechtlich betreten und befahren werden dürfe. Die Photovoltaikanlage sei blendfrei zum Bahnbetriebsgelände hin zu gestalten. Auch dürften durch die Anlage keinerlei negativen Auswirkungen auf die Sicherheit des Eisenbahnbetriebs entstehen und Lärmemissionen des Schienenverkehrs nicht durch Reflektionseffekte erhöht werden. Von allen Forderungen, die sich aus Staubeinwirkungen ergeben könnten, seien die Deutsche Bahn AG und die auf der Strecke verkehrenden Eisenbahnverkehrsunternehmen freizustellen. Gleiches gelte für Schäden und Beeinträchtigungen an der Leistungsfähigkeit durch den Bahnbetrieb.

Oberflächen- und sonstige Wässer dürften nicht auf oder über Bahngrund abgeleitet werden. Mit betriebsnotwendigen Kabel, Leitungen oder Verrohrungen müsse jederzeit gerechnet werden. Sicherzustellen sei außerdem, dass der Entwässerungsgraben entlang der Strecke nicht in seiner Funktion beeinträchtigt wird und ausreichende Zuwegungsmöglichkeiten verbleiben. Die geplante Bepflanzung und die Solarmodule dürften die Sichtweite nicht einschränken, was besonders für das Vorsignal in Kilometer 28,780 gelte.

Hubert Mühlhofer sah im Forderungskatalog der Bahn das Gegenteil von der Abholzaktion entlang der Bahnstrecke, als Wege ruiniert wurden.

Das Wasserwirtschaftsamt Weiden empfahl einen Abgleich mit den Altlastenkataster des Landkreises. Es forderte, bei oberflächennahem Grundwasser auf verzinkte Stahlprofile zu verzichten. Das Auswaschen von Schwermetallen in das Grundwasser sei zu vermeiden. Auch wurde auf die bestehende Anzeige beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen verwiesen.

Im Umweltbericht zur Änderung des Bebauungsplans seien die Geräusch- und Lichtimmissionen sowie elektrische und magnetische Felder noch zu behandeln, fordert die untere Immissionsschutzbehörde des Landratsamts. Vom Bergamt Nordbayern ging der Hinweis ein, dass die Flurbezeichnung "Unterer Schacht" auf einen möglichen Altbergbau verweist. Eine "nichtrisskundige Grubenbaue" könne deshalb nicht ausgeschlossen werden. Werden bei den Bauarbeiten Anzeichen alten Bergbaus gefunden, seien diese anzuzeigen.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten macht geltend, dass die angrenzende Landwirtschaft nicht durch die Solaranlage beeinträchtigt werden dürfe. Niederschlagender Staub auf den Kollektoren sei zu dulden.

Der Gemeinderat beantragte das Ingenieurbüro Schultes aus Grafenwöhr, die beschlossenen Änderungen einzuarbeiten und die achte Änderung des Flächennutzungsplans in die Wege zu leiten. Der überarbeitete Entwurf des Bebauungsplans wird erneut öffentlich ausgelegt.
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