Erster Kastler Ehrenbürger
Gemeinde ernennt Bruno Haberkorn zudem zum Altbürgermeister

Bruno Haberkorn (Fünfter von rechts) ist nun erster Ehrenbürger der Gemeinde und Altbürgermeister. Die Ernennungsurkunden überreichte Bürgermeister Josef Etterer (Vierter von links) im Beisein von (von links) CSU-Fraktionssprecher Hans Walter, Kemnaths Rathauschef Werner Nickl, Tochter Kathrin Haberkorn, Ehefrau Anita, Sohn Christoph, Pfarrer Armin Maierhofer, Landtagsabgeordnetem Tobias Reiß und FW-Fraktionssprecherin Elisabeth Streng. Bild: sib
Politik
Kastl bei Kemnath
18.01.2016
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Die Operation des Gemeinderats unterlag strengster Geheimhaltung. Vor allem Bruno Haberkorn sollte nichts von dem bislang einmaligen Vorhaben erfahren. Dadurch war die Überraschung für den ehemaligen Bürgermeister auch perfekt.

"Vo alle Leit und alle Geister, trägt das schwerste Paket der Bürgermeister, denn wos ma sich nur denken kaa, des geiht alles an Bürgermeister aa." Der Volksmund schätzt das Amt des Bürgermeisters. Der Gemeinderat auch: Fast 20 Jahre lang war Bruno Haberkorn Oberhaupt der Kommune. Am Freitag ernannte ihn das Gremium zum Altbürgermeister. Und damit nicht genug. Er erhielt zudem als erster in der Geschichte Kastls die Ehrenbürgerwürde verliehen. Neben den Räten waren zur Feierstunde Vertreter aller Vereine und Ehrengäste ins Pfarrheim gekommen.

Bürgermeister Josef Etterer blickte auf Haberkorns Dienstzeit zurück, die 1994 nach dem Rücktritt seines Vorgängers Albert Braun begann. 1996, 2002 und 2008 wählten die Bürger Haberkorn mit jeweils über 90 Prozent der Stimmen wieder. 2014 trat er auf eigenen Wunsch nicht mehr an. "Bruno Haberkorn war als Bürgermeister ein Idealfall für die Gemeinde." Aus der Verwaltung kommend, habe er "die Gemeinde mit dem richtigen Blick für das Notwendige und Machbare" geführt. Er habe die Einwohnerzahl durch seine Baulandpolitik im Gegensatz zur demografischen Entwicklung nicht nur konstant gehalten, sondern teilweise sogar gesteigert. Dank seiner Führung sei die Gemeinde schuldenfrei, trotz wichtiger Baumaßnahmen wie die Sanierung der Grundschule, die Verbesserung der Wasserversorgung und die Dorferneuerung.

Etterer beschrieb seinen Vorgänger als "stets umgänglich, fleißig und auch hartnäckig. Keiner konnte ihm Schmarrn erzählen. Die viele Arbeit hinterließ auch bei ihm Spuren, aber gesundheitlich geht es ja wieder sichtlich aufwärts." Mit einem Blumenstrauß dankte er auch Anita Haberkorn für die Unterstützung ihres Mannes, der bereits 2014 die Medaille in Bronze für besondere Verdienste um die kommunale Verwaltung erhalten hat.

Vergeblicher Appell


CSU-Fraktionssprecher Hans Walter trug seine Glückwünsche in Gedichtform vor. Er lobte Haberkorn für sein stets offenes Ohr. Haberkorn habe "an Junggesellen endlos appelliert, lockt doch Frauen von auswärts her, dann hat Kastl 100 Leute mehr. Bisher hat's noch nicht geklappt, sonst wär Kastl längst 'ne Stadt." Auch die Fraktionssprecherin der Freien Wähler, Elisabeth Streng, würdigte den neuen Altbürgermeister für viele Zeit, die er in seinem Amt und als VG-Kämmerer aufgebracht hat. "Dass die Freien Wähler in seiner Amtszeit nie einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellten, spricht wohl für sich."

Für Kemnath nicht gereicht


Neben Landtagsabgeordneten Tobias Reiß gratulierten auch Pfarrer Armin Maierhofer und der Kemnather Rathauschef Werner Nickl. Der scherzte: "Was er leider nicht geschafft hat, war, Kemnath ebenfalls schuldenfrei zu machen." Musikalisch gestalteten Christiane Böhm, ihre Tochter Anna-Maria Beck und deren Ehemann Christian die Feier. Vom so passenden eingangs gespielten "Strandliad" von Claudia Korec, stimmte das Trio am Ende auf Wunsch sogar eine Zugabe an.
Stets umgänglich, fleißig und auch hartnäckig. Keiner konnte ihm Schmarrn erzählen.Bürgermeister Josef Etterer über seinen Vorgänger Bruno Haberkorn


Umsonst in die Kirche?"So viel Lob ist mir peinlich", bekannte Bruno Haberkorn. "Auf die Ehrenbürgerschaft war ich absolut nicht vorbereitet." Sein Amt sei ihm keine Bürde oder Last gewesen, sondern immer eine Freude. Ein Bürgermeister allein reiche nicht aus, wichtig sei auch die Mannschaft, die hinter ihm stehe. "Ehrungen sind eine Alterserscheinung. Jetzt ist schriftlich dokumentiert, dass ich zu den Alten gehöre. Ich weiß gar nicht, was man jetzt als Ehrenbürger darf, vielleicht bekommt man freien Eintritt in die Kirche?", schmunzelte er. (sib)
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