Gemeinderat segnet Bebauungsplan für Erweiterung des Baugebiets ab
20 Parzellen für „Lettenwiese“

Wer im Baugebiet "Lettenwiese" ein Wohnhaus errichten möchte, muss sich sputen. Der Gemeinderat hat jetzt dem Bebauungsplan für 20 weitere Parzellen zwar zugestimmt, doch einige davon sind bereits reserviert. Bild: jsa
Politik
Kastl bei Kemnath
17.06.2016
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Architekt Wolfgang Schultes denkt groß. Sein Entwurf für den Bebauungsplan zur Erweiterung des Baugebiets "Lettenwiese" sieht 20 Parzellen mit 800 bis 1000 Quadratmetern vor. Damit kommt er offenbar den Wünschen potenzieller Bauherren entgegen.

Denn Bürgermeister Josef Etterer kann bereits jetzt von einem "guten Interesse an den Bauparzellen" berichten. Bürger aus der Gemeinde hätten sich bereits einige Flächen reservieren lassen. Angesichts drei weiterer, schon gut gefüllter Baugebiete, sei "Bauen in Kastl ,in'", was die "beste Sicherung der Schule und des Kindergartens" sei, erklärte er auf Nachfrage.

Schultes erläuterte dem Gremium und zahlreichen Zuhörern den Bebauungsplanentwurf ausführlich. Erfahrungsgemäß seien kleinere Baugrundstücke bis 800 Quadratmeter weniger gefragt. Daher favorisierte er Größen zwischen 800 bis 1000 Quadratmetern. Auch in Fragen der Straßenbreite, Anpflanzung, Lärmschutz und Kanal schlossen sich die Räte seinen Vorschlägen an.

Das Vorhaben sei bereits mit den Fachstellen vom Landratsamt Tirschenreuth besprochen worden, merkte Bürgermeister Etterer an. Der endgültige Plan dürfte zur nächsten Sitzung fertig sein. Dem Beschlussvorschlag sowie der Änderung des Flächennutzungsplans "Lettenwiese - Erweiterung" stimmten die Fraktionen geschlossen zu.

Für die Bündelausschreibungen für die kommunale Erdgasbeschaffung in Bayern (1. Oktober 2017 bis 1. Januar 2021) erhielt Etterer den Auftrag, mit der Kubus Kommunalberatung und Service GmbH einen Dienstleistungsvertrag abzuschließen. Ferner überträgt die Kommune die Aufgabe der Ausschreibung von Lieferleistungen für Erdgas auf den Bayerischen Gemeindetag.

Mit 12:1 Stimmen lehnten die Räte eine Beschilderung von Engstellen in Kastl ab. Zusätzliche Tafeln würden unvernünftige Fahrer wohl auch nicht bekehren, zumal es nicht bei einem Schild bleiben würde, sondern gleich deren drei nötig wären. Hier müsse an die Autofahrer appelliert werden, mehr Rücksicht zu nehmen.

Die Bundesanstalt für Strahlenschutz möchte eine Anlage zum Frühwarnsystem für Strahlung in Kastl betreiben. Das Wasserhaus würde sich hierfür hervorragend eignen. Der Gemeinde sollen keinerlei Kosten oder Nachteile entstehen. Nach kurzer Diskussion gab es für das Vorhaben grünes Licht.

Positives berichtete der Rathauschef über das Kernwegenetz . Darin sei die Strecke Neuenreuth-Reuth zusätzlich mit aufgenommen worden. Das angeschaffte Geschwindigkeitsmessgerät werde mit 500 Euro bezuschusst.

Dem Bauantrag von Elke und Karl Scheidler über An- und Umbau des bestehenden Wohnhauses stimmten die Gemeinderäte einstimmig zu.

Nur Vernunft der Hundehalter hilftBei der Behandlung von Anfragen aus der Bürgerversammlung, sprach Bürgermeister Josef Etterer die Beschwerden über eine zunehmende Belästigung durch Hundekot an. Auch der Freilauf von Hunden stieß vielen sauer auf. Der Rathauschef könnte die Beschwerden zwar gut verstehen, er sieht aber für die Gemeinde keine weitere Handhabung. Die Satzung vom 23. März 2011 regle die Vermeidung von Verunreinigung sowie die Anleinpflicht von Vierbeinern mit einer Schulterhöhe ab 50 Zentimetern. Die Kommune könne nicht lückenlose kontrollieren, ob diese Vorschriften eingehalten werden.

In der anschließenden lebhaften Diskussion zeigte sich auch, dass eine Anleinpflicht alleine die Problematik nicht löst, da auch angeleinte Hunde Verunreinigungen verursachen. Man könne die Halter nur sensibilisieren und Übeltäter ansprechen sowie immer wieder an deren Vernunft und Einsicht appellieren.

Die zweite Anfrage in der Bürgerversammlung betraf die Änderung des Kommunalabgabengesetzes und wann über diese Thematik in der Gemeinde beraten wird. Bürgermeister Etterer legte hier dar, dass sich die Kommune erst nach Vorliegen aller Informationen mit der neuen Gesetzeslage auseinandersetzen werde. Dem stimmte das Gremium zu. (jsa)
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