Sitzung der Steinwald-Allianz in Kastl
Kernwegen den Weg bereiten

Bauoberrätin Huberta Bock. Bild: njn
Politik
Kastl bei Kemnath
30.03.2016
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Zahlreiche Projekte hat der Zweckverband Steinwald-Allianz auf der Agenda stehen. Inwieweit die wichtigsten mittlerweile gediehen sind, erfuhren die Gemeinde-, Markt- und Stadträte der 16 Mitgliedskommunen bei einer öffentlichen Sitzung im Schützenhaus Kastl.

Der stellvertretende Vorsitzende, Bürgermeister Werner Nickl aus Kemnath, sprach dabei das Interkommunale Kernwegenetz an. Hierfür sei die Steinwald-Allianz als Modellregion ausgewählt worden. Seit zwei Jahren beschäftige sich der Zweckverband damit. "Wir haben bereits entscheidende Schritte gemacht." Ziel sei, die Feld- und Waldflur mit einer möglichst gleichmäßigen Netz an Kernwegen weitmaschig zu erschließen. Diese werden für ein zulässiges Gesamtgewicht von 40 Tonnen und mit einer Fahrbahnbreite von mindestens 3,50 Meter mit beidseitig befestigten Seitenstreifen ausgebaut.

Über Grund verhandeln


Für das von der Landsiedlung des Bayerischen Bauernverbandes begleitete Projekt "werden aber Flächen für die Wege notwendig sein", meinte Nickl. Dies bezeichnete er als eine Herausforderung für die Kommunen, denn diese müssten die Grundstücksverhandlungen selbst übernehmen. Der nächste Schritt sei die Meldung der Wege, für die in den nächsten fünf Jahren 2,5 Millionen Euro zur Verfügung stehen. "Die 16 Kommunen müssen sich jetzt einig werden, welche Maßnahmen als erste beginnen." Dabei macht sich Nickl keine Sorgen, dass die eine oder andere Kommune nicht gleich zum Zug kommt. "Man muss dabei die Region sehen."

Viel erreicht habe die Steinwald-Allianz im Integrierten Entwicklungskonzept, meinte Bauoberrätin Huberta Bock vom Amt für Ländliche Entwicklung. "Zahlreiche Konzepte sind fast abgeschlossen und neue gute Konzepte für die weitere Entwicklung der Steinwald-Allianz liegen bereits vor." Die Maßnahmen umzusetzen, sei Aufgabe der Steinwald-Allianz. "Das geht nicht in einem Jahr, sondern nur Schritt für Schritt." Die interregionale Vernetzung mit zahlreichen Partnern mache es leichter, die Projekte anzugehen.

Stellvertretender Vorsitzender Gottfried Härtl nahm sich mit Steinwald-Allianz-Manager Martin Schmid die touristische Vermarktung vor. "Eine sinnvolle Aufgabe bei rund 170 000 Übernachtungen im Steinwald-Allianz-Gebiet", erklärte der Friedenfelser Bürgermeister.

Bei der Entwicklung des Tourismus' seien die politischen Gremien in Lenkungsgruppen mit einbezogen. "Wir müssen aber die Vermieter und die Gaststätten mit ins Boot holen." 64 Gastgeber hätten diesen Schritt bereits gewagt. Martin Schmid wies auf die Tourismustage der Steinwald-Allianz hin, bei denen aktuelle Themen besprochen werden. Auf gleicher habe es bereits ein Arbeitstreffen aller Gästeführer gegeben. "Wir haben auf diesem Gebiet noch viele Ideen."

Projektmanager Günther Erhardt informierte über das Knollengewächs Topinambur. "Schmeckt wie eine Kartoffel und ist überaus gesund und auch für Diabetiker geeignet." Doch Erhardt wies auf einen großen Nachteil hin. "Die Knolle erzeugt Blähungen." Derzeit werde mit Topinambur-Saft experimentiert, auch ein Topinambur-Schnaps sei geplant.

5000 Bio-Burger


Positiv äußerte sich Erhardt über den Bio-Burger. Als Rind- oder Wildburger hat er sich bereits rund 5000 Mal verkauft. Trotzdem: "Eine harte Nuss haben wir zu knacken, um die Gastronomie und Hotellerie für diese Produkte zu gewinnen."

Für Bio-Fleisch mehr zahlenDie Projektmanagerin der "Ökomodellregion Steinwald", Elisabeth Waldeck, stellte die Prinzipien Bio und Öko vor. "Mit dem Ökolandbau und Bio liegen wir sehr im Trend." "Zudem kann Bio eine Chance für die Landwirtschaft in unserem Raum sein." Auf die landwirtschaftliche Erzeugung von Bioprodukten ging Ökolandwirt Josef Schmidt ein. Als Beispiel nannte er die Rückführung des Mohns als Kulturpflanze. "Eine Riesenchance für uns", stellte er fest. "Gras gehört nicht in die Biogasanlage, sondern in die Kuh", forderte er. Damit sollte die regionale Bio-Rindfleisch-Vermarktung gesteigert werden.

Doch seien die Preise ein Problem. Schmidt berichtete von einer neuen Preismaske, die mit der Bio-Metzgerei Ackermann in Trabitz ausgearbeitet werde. "Der Kunde muss bereit sein, mehr zu zahlen." Dazu müsse die "regionale Identität" in den Köpfen der Menschen sein. "Erst wenn wir ein erträgliches Einkommen bei allen Beteiligten erreicht haben, dann haben wir unsere Aufgabe erfüllt." (njn)
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