44 Kastl pilgern zu Fuß nach Gößweinstein
Dreifaltiger Gott das Ziel

Bereits bei Dunkelheit ging Wallfahrtsgruppe die erste Etappe nach Unterbruck an. Entlang des Weges hatten Anwohner Lichter aufgestellt. Bild: rpp
Vermischtes
Kastl bei Kemnath
04.06.2016
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Mit dem Wallfahrersegen von Pfarrer Armin Maierhofer machten sich 44 Gläubige auf den Weg nach Gößweinstein. Wie bereits seit 150 Jahren. Allerdings führte erstmals seit rund 40 Jahren Josef Weidner nicht mehr die Gläubigen an.

Immer wieder hätten sich Menschen im Vertrauen auf Gott auf den Weg gemacht, erklärte Maierhofer in der Pfarrkirche - so beim Auszug aus Ägypten oder in der Weihnachtsgeschichte die Könige, die dem Stern folgten. Der Geistliche verwies auch auf Jesus, der von Ort zu Ort zog, um die frohe Botschaft zu verkünden. Er wollte den Menschen Gottes Wort erschließen. So erschließe sich manche religiöse Erkenntnis den Wallfahrern auf ihrem Weg. Gott solle das Ziel sein.

Erstmal trug Frieda Zeitler die Verantwortung für die Wallfahrt. Sie freute sich, dass der Weg wieder mit Lichtern gesäumt war und die Anwohner die Gruppe verabschiedet haben. "Ich war schon sehr aufgeregt", gesteht sie. Auch befürchtete sie, dass sich durch ihre neue Aufgabe "die Andächtigkeit und mein Wallfahrtsgefühl" nicht so einstellen würden, wie sie es von den vergangenen Jahren gewohnt war. Doch das Gegenteil sei der Fall gewesen: "Ich durfte ein viel intensiveres Wallfahrtsgefühl erleben."

Bei sternenklarer Nacht kam die Gruppe, abgesichert durch die Feuerwehren aus Unterbruck und Löschwitz-Kaibitz und begleitet von einem Sanitätswagen des Roten Kreuzes aus Kemnath, pünktlich um 2 Uhr in Sassenreuth an. Dort kümmert sich die Feuerwehr um die Bewirtung. Am Morgen stießen zu den Wallfahrern weitere Pilgern, die mit dem Bus nach Pegnitz gekommen waren.

Bis zum Pilgergottesdienst am Abend war die Wallfahrergruppe auf weit über 100 Personen angeschwollen. Zelebrant Pfarrer Hannes Lorenz hob hervor, dass Glaube und Gottvertrauen das Wichtige im Leben eines Christen sind. "Eure Fußwallfahrt drückt genau diesen starken Glauben aus, von dem auch der Hauptmann von Kapernaum erfüllt war." Die Messe gestaltete der Chor Laudate aus Kastl musikalisch.

Auf dem Rückweg überraschte ein Regenschauer die Gläubigen in der Nähe von Pottenstein. Unter reger Anteilnahme der Bevölkerung erreichten die Pilger wieder Kastl, wo sie die bewegenden Stunden im Pfarrhof ausklingen ließen. Dort dankte Wallfahrtsleiterin Zeitler ihren Mitstreiterinnen Martina Oguntke, Silvia Schinner und Monika Stahl für die gute Zusammenarbeit bei der Organisation sowie ihrem Vorgänger Josef Weidner, der mit Rat und Tat zur Seite stand. Ebenso würdigte sie alle, die zum Gelingen der Wallfahrt beigetragen haben, sowie die Teilnehmer.
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