Birgit Vetter züchtet in Kastl seltene Bengal-Katzen
Hunde im Katzenkörper

Birgit Vetter (links) und Isabella Panzer mit zwei ihrer Bengalkatzen. Im Hintergrund ein Teil ihrer Pokale, die sie bei Katzenausstellungen für ihre Zucht erhalten haben. Bilder: sib (2)
Vermischtes
Kastl bei Kemnath
12.12.2015
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Ein ganz besonderes Fell: Bengal-Katzen erinnern an kleine Leoparden.

Sie sehen aus wie Leoparden, ihr Name klingt nach Tiger, ihr Wesen erinnert an Hunde: Birgit Vetters Bengal-Katzen-Zucht ist etwas besonderes. Und die Ranch der Kastlerin hat noch mehr zu bieten.

Schon als Kind war sie ein Tiernarr. "Ungefähr 40 Meerschweinchen hatten wir damals. Das war aber keine Zucht, die vermehrten sich von allein wie die Karnickel", lacht Birgit Vetter. Heute besitzt die Wirtin des Gasthauses Vetter einen kleinen Privatzoo. Pferde, Ziegen, Schafe, ein Maultier sowie eine Kuh gehören zur Sternhagel-Ranch" - und eine Katzenzucht.

Neben den Pferden ist die Bengalkatzen-Zucht der Stolz der 52-Jährigen. "Ich hab die im Sommer 2008 in einer Tierserie gesehen und war von ihrem Wesen sofort begeistert. Da hab ich beschlossen: Die muss ich haben!" Sie holte Freundin Isabella Panzer ins Boot und die beiden hoben die "Stardot-Bengal"-Zucht aus der Taufe.

"Bengalkatzen sollen wie Hauskatzen im Leopardenfell aussehen. Noch spezieller ist aber ihr Charakter": Freundlich, intelligent und vor allem anhänglich sind die Tiere. "Sie apportieren sogar Gegenstände und man kann mit ihnen kommunizieren. Sie antworten mir", beschreibt Vetter ihre Lieblinge, die sie alle nach Himmelskörpern oder ähnlichem benennt: Stella Polaris, Starlight, Alya oder Galaxy. Außerirdisch sind auch die Anschaffungskosten: "Ein Zuchttier kostet um die 3000 Euro."

Die Tiere zeichnet noch eine weitere Besonderheit aus: "Bei Bengalen muss man aufpassen, wenn man ein Bad nimmt. Es kann sein, dass sie schon vor einem in der Wanne liegen", lacht Panzer. Bengalen gehen anders als normale Katzen gern ins Wasser. "Das haben sie von ihrem Stammvater, der Asian Leopard Cat. Bengalen sind auch für Allergiker geeignet, weil sie keine Unterwolle und andere Eiweißstoffe im Speichel haben als gewöhnliche Katzen."

Für ihre Lieblinge nehmen die Züchterinnen einiges auf sich. Regelmäßig besuchen sie Katzenausstellungen, um sich mit anderen Züchtern zu treffen. "Für eine Katze riskierte ich schon mein Leben", sagt Panzer. "Mitten in der Ukraine-Krise musste ich im April 2014 über den Majdan in Kiew laufen, um eine Zuchtkatze abzuholen", erzählt die 33-Jährige. Reisen in die Niederlanden oder nach Kanada für eine Zuchtkatze wirken dagegen fast schon unspektakulär. "Wir züchten und vermehren nicht", erklärt Birgit Vetter ihre Arbeit. "Die Katzen sollen besser als Leoparden aussehen."

Aber Vetters und Panzers Liebe gilt nicht nur teuren Rassetieren. Auf ihrer Ranch bewahren sie auch Bauernkatzen und Fohlen vor dem Tod. Im Südtirol-Urlaub wurden die beiden auf eine Haflingerzucht aufmerksam. Alle männlichen Fohlen sollten zum Schlachter, weil sie für die Zucht nicht geeignet waren. "Eine Sauerei - das sind junge, gesunde Pferde. Die haben wir dann zu uns nach Kastl geholt." Sie selbst fand hier eine neue Heimat: Des Berufes wegen verschlug es die Masseurin Vetter von Gottmadingen am Bodensee in die Oberpfalz. Der Liebe wegen ist sie geblieben: 1986 heiratete sie Albert Vetter, die beiden übernahmen das Gasthaus in Kastl. "Ich wollte schon immer ein Pferd haben. Nach der Geburt meiner Töchter Myriam und Nicole erfüllte ich mir den Wunsch, seither wächst die Ranch."

Liebe zum Wilden Westen


Trotz tierisch viel Arbeit: Vetter hat noch andere Hobbys. Die 52-Jährige ist leidenschaftliche Line Dancerin. "Ich war schon immer ein Fan von Western- und Country-Musik." Seit 2007 treffen sich die "Wild Stumble Boots" jeden Freitag um 19 Uhr in ihrem Gasthaus. "Wir tanzen hauptsächlich zu Country-Musik." Neuzugänge sind gerngesehen: "Aber Cowboystiefel wären von Vorteil."

Ihre Liebe zum Wilden Westen lebt Vetter zudem im Indianerdorf in Unterbruck aus. Auf ihrem Grundstück stellt dort eine Gruppe das Leben im Mittleren Westen der USA im 17. und 18. Jahrhundert nach. "Ich war von denen sofort begeistert und bot ihnen das Grundstück in Unterbruck an." Im "Beaver Creek Valley" treffen sich nun dreimal jährlich Cowboys, Indianer oder Trapper und leben eine Woche authentisch wie vor 300 Jahren.
Für eine Katze riskierte ich schon mein Leben.Isabella Panzer holte während der Ukraine-Krise ein Zuchttier in Kiew ab
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