Gesprächsrunde in der Scheune von Schloss Wolframshof
Über Kunst lässt sich streiten

Intensiv über den Kunstbegriff diskutierten in Schloss Wolframshof (von links) Regisseur und Schauspieler Michael von Hohenberg aus Weißenstadt, die freischaffende Malerin Nadja Zikes aus dem Ruhrgebiet sowie die Künstlerin und Kunstlehrerin Maria Sertl aus Kemnath. Bild: stg
Vermischtes
Kastl bei Kemnath
19.05.2016
274
0

Was ist Kunst eigentlich? Wie finde ich zu ihr? Kann für den einen Kunst sein, was für den anderen hässlich ist? Und reicht es schon zur Kunst, wenn man etwas nur als schön empfindet?

Es waren viele Fragen, die bei einer Gesprächsrunde in der Scheune von Schloss Wolframshof im Mittelpunkt standen. Zum Auftakt der neuen Reihe "Gespräche unter dem Kristalllüster" ging es um die Kunst - jenes Phänomen, das nicht immer einfach zu definieren und für viele auch nicht greifbar ist.

Dass das abstrakt klingende Thema sehr anschaulich und kurzweilig diskutiert wurde, lag in erster Linie an der Besetzung des Podiums: Nadja Zikes, geboren im slowenischen Maribor, lebt seit 1968 in Deutschland und arbeitet heute in der Ruhrgebietsstadt Oberhausen. Sie ist seit 1983 als freischaffende Künstlerin tätig, studiert hat sie unter anderem bei dem angesehenen Kunstdozenten Ivo Didovic. Neben zahlreichen Ausstellungen engagiert sich Zikes insbesondere in der Arbeit für hilfsbedürftige Kinder und unterstützt mit künstlerischen Aktionen regelmäßig die Kinderhilfsorganisation Friedensdorf International sowie Unicef. Maria Sertl, geboren in Kemnath, studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg freie Malerei. Später wechselte sie zum Studiengang Lehramt Kunst für Gymnasium. Mehrere Auszeichnungen konnte sie bereits während des Studiums gewinnen, mit Ausstellungen war sie bisher im nordbayerischen Raum präsent. Als Kunstlehrerin ist sie am Otto-Hahn-Gymnasium in Marktredwitz tätig. Michael von Hohenberg, geboren in Hof, ist vor und hinter der Kamera für Film und Fernsehen tätig. Seit drei Jahren ist er zudem Beauftragter für Film und Fernsehen der Region Ost-Oberfranken, einer seiner Aufgaben liegt darin, den Standort Oberfranken für Filmproduktionen schmackhaft zu machen - was ihm beispielsweise auch gelungen ist bei "Tannbach", "Elser" oder "Das Tagebuch der Anne Frank". Für sein eigenes Atomkriegsdrama "Final Picture" wurde der Oberfranke vor wenigen Wochen beim "Atomic Age Cinema Festival" in Hollywood als "Vielversprechendster Regisseur 2016" ausgezeichnet.

Die Diskutanten zeichneten in ihren Wortbeiträgen den eigenen Weg zu ihrer jeweiligen Kunst nach, untermalt wurde dies mit Fotos und verschiedenen Einspielungen. Einigkeit herrschte auf dem Podium darüber, dass Kunst etwas bewegen kann. Kunst, so Zikes, habe sehr viel mit Gefühlen zu tun. Sie selber halte sich beim Malen nicht an irgendwelche Richtlinien.

Sertl ergänzte, dass Kunst auch eine inhaltliche Ebene brauche. "Dann kann ich mit den Werken - völlig gleich, ob Bild oder Film - in Dialog treten", so die Kemnatherin. Ob das reine Empfinden von "Schönheit" bereits ausreiche, um etwas abschließend als Kunst zu definieren, blieb am Podium umstritten. Aber man sei sich einig, so Michael von Hohenberg, dass auch Werke, die einen subjektiv nicht ansprechen, für andere trotzdem Kunst sein könnten.
Weitere Beiträge zu den Themen: Kunst (136)Schloss Wolframshof (9)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.