Info-Abend zu Städtebauförderprogramm
Eine schöne Mitte bitte

Das eine oder andere Haus hat eine neue Fassade dringend nötig. Bild: ak
Vermischtes
Kastl bei Kemnath
02.09.2016
98
0

Der Beitritt in das Programm der Städtebauförderung ist für die Kommune und die Bürger sowohl eine Chance als auch eine Aufgabe. Doch für die Bereitschaft, sich in das Projekt einzubringen und dafür Geld in die Hand zu nehmen, gibt es stattliche Zuwendungen.

Rund 35 Bürger ließen sich im Pfarrheim über die geplante Ortssanierung im Rahmen der Städtebauförderung informieren. Bürgermeister Josef Etterer bekam dabei Unterstützung von dem Architekt Wolfgang Schultes aus Kastl sowie dem Diplom-Ingenieur Ernst Zobel von der Stadtbau Amberg.

Der Planer aus Kastl erläuterte, dass aus einer Bestandsaufnahme und Bürgeranregungen eine Grobanalyse zusammengestellt werde. "Wir wollen damit Fördergelder zur Revitalisierung des Ortskerns Kastl generieren. Die Städtebauförderung gibt uns die einmalige Gelegenheit, die Ortsstruktur zu verbessern und das Zentrum lebenswerter zu machen", erklärte Schultes.

Zeit gekommen


Im Fokus des festzusetzenden Sanierungsgebiets steht der Kirchplatz mit Gebäude- und Grundstücksumfeld. Die Sozialstruktur mit Grundschule, Kindergarten und -krippe, Turnhalle, schulvorbereitender Einrichtung und Vereinen zeigt eine familienfreundliche Gemeinde. Steigerungspotential ist jedoch im Bereich Altenbetreuung und Barrierefreiheit noch reichlich vorhanden. "Es ist Zeit, sich nach dem Bau der Ortsumgehung und der damit entstandenen, gravierenden Verkehrsentlastung der Hauptstraße für die Innenentwicklung zu begeistern", forderte der Planer. Kernpunkt der Sanierung ist das mit dem "Reiß'n-, Stich- und Sieber-Haus" wenig ansehnliche Umfeld des Kirchplatzes. Dazu fehle ein Dorfmittelpunkt. Jeder Bürger ist dafür verantwortlich, mit einem attraktiven Ort dem Demografieproblem entgegenzuwirken.

Bei einem ersten Gespräch mit der Regierung der Oberpfalz wurde klar, dass es schwierig ist, in das Städtebauprogramm aufgenommen zu werden, da erst 2009 die Dorfsanierung abschlossen. Üblich ist eine Wartezeit von zehn Jahren, bevor in ein neues Förderprogramm eingetreten werden kann.

"Die Regierung hat aber den Renovierungsbedarf und die Leerstandsproblematik in unserer Dorfmitte erkannt", berichtete Schultes. Besonders der Leerstand berge die große Gefahr der Verwahrlosung des Ortskernes. Durch die Sanierung zentraler Wohngebäude könnten diese für junge Familien wieder attraktiv gemacht und der Zersiedelung entgegen wirken.

Außerdem fehlt der Kommune ein Ort, an dem sich alle Generationen begegnen können. Dafür würden sich die Flächen des ehemaligen Schützenhauses und des zugefüllten Dorfweihers eignen. Nachholbedarf sieht der Planer bei der Neuordnung der Parkflächen rund um den Kirchplatz und bei der Barrierefreiheit öffentlicher Gebäude.

Dies betrifft besonders das Rathaus und sowie hohe Bordsteine. Abhilfe können dabei mobile Rampen, nach außen öffnende Haustüren und Hilfeknöpfe schaffen. Im Rahmen der Sanierungsplanung und Förderung von privaten Maßnahmen im Sanierungsgebiet gibt eine Gestaltungsfibel den Rahmen für die kommunale Förderung.

Möglichkeiten nutzen


Zudem sieht Schultes die Chance, das Ortszentrum mit einer E-Bike-Ladestation, Rastmöglichkeiten und Getränkeautomaten auch für Touristen attraktiver zu machen. Ein weiterer Ansatzpunkt besteht darin, Kastl energieautark zu machen. Ein Blockheizkraftwerk, Photovoltaikanlage zum Bike-Laden sind Schultes Vorschläge.

Albert Vetter nannte als Gefahr eines zentralen Treffpunktes die Gefahr des Lärm für die Anwohner. Gemeinderat Max Kirchberger war überzeugt, dass das Areal des alten Dorfweihers ein guter Platz für die Begegnung aller Bürger sei. Albert Stich sah zudem Bedarf entlang der Wanderwege. Hier sei für Essen und Trinken zu sorgen. Zudem regten Teilnehmer an, Bänke in der Ortsmitte aufzustellen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Städtebauförderprogramm (1)Josef Etterer (4)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.