Mangelhafte Kommunikation
Mögliche Photovoltaikfläche an der Bahnlinie: Kastler Gemeinderat mit Vorgehen der Neue Engergien West nicht einverstanden

Vermischtes
Kastl bei Kemnath
14.12.2015
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Eine "total unglückliche Informationspolitik" bescheinigte nicht nur CSU-Fraktionssprecher Hans Walter der Neuen Energien West (NEW). Der gesamte Gemeinderat war von ihrem Vorpreschen hinsichtlich einer möglichen Photovoltaikfläche entlang der Bahnlinie nicht angetan.

Bürgermeister Josef Etterer erinnerte an den Beschluss des Gremiums im Juli 2011, für eine geplante Photovoltaikanlage durch die NEW bei Unterbruck einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen. "Bis heute hat sich vonseiten der NEW aber kaum etwas getan", sagte Etterer. Zwar sei mehrmals angekündigt worden - auch 2015 - das Projekt umzusetzen, dabei sei es aber auch geblieben. In der zweiten Septemberhälfte habe er dann einen Anruf von Vorstandsvorsitzenden Helmuth Wächter bekommen und sei mit ihm entlang der Bahnlinie gefahren. Es habe geheißen, dass es sich für die NEW um ein interessantes Gebiet handle, erinnerte sich der Bürgermeister.

Einige Wochen später sei er zu einer gut besuchten Informationsveranstaltung mit Grundstückseigentümern eingeladen worden. Dort sei es auch um das Thema Photovoltaik gegangen. "Ich möchte aber schon festhalten, dass ich der NEW im Vorfeld keinerlei Zusagen gemacht hatte", betonte Etterer. Ein Papier, das dort diskutiert wurde, sei eben kein konkreter Plan gewesen, sondern lediglich ein "fiktiver Vorschlag" der NEW, ein Vorschlag, der weit über das bereits 2011 Genehmigte hinausging.

Generell müsse man jetzt erst einmal abwarten, ob seitens der Grundstückseigentümer überhaupt Interesse für eine Frei-Photovoltaikanlage bestehe. Erst dann müsse der Gemeinderat darüber entscheiden. "Ich persönlich kann mir aber nicht vorstellen, dass es viele Interessenten geben wird", meinte Etterer.

Elisabeth Streng (FW) erinnerte daran, dass man das Landschaftsbild nicht aus den Augen verlieren sollte. "Es ist nicht vorstellbar, dass zwischen Weha und Torfhaus etwas errichtet wird." Fraktionskollege Michael Kraus ergänzte, dass es schon gut gewesen wäre, wenn der Gemeinderat - auch vom Bürgermeister - vorher informiert worden wäre. Etterer betonte nochmals, dass es eben viele Zeiträume gegeben habe, in denen gar nichts passiert sei. Deswegen habe er auch bewusst mit einer Information gewartet. Von der NEW sei es einfach "ungeschickt" gewesen, einen Vorschlag vorzulegen und als Plan zu bezeichnen.

Geeignetere Flächen


"Die haben das nicht gut aufgezogen", bekräftigte zweiter Bürgermeister Arno Stahl. Auch Hans Walter hatte wenig Verständnis dafür, dass Agrarflächen für Frei-Photovoltaikflächen verwendet werden sollen: "Da gibt es geeignetere Grundstücke." Für die NEW hoffte er, dass deren Kommunikationsarbeit deutlich besser wird. Gerhard Dobmeier (FW) sah in der aktuellen Diskussion den Hinweis, dass die Kommune künftig ihre Aufgabe der Planungshoheit stärker in die Hand nehmen sollte.
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