Ortschronist Hans Walter bietet erstmals eine Führung rund um die Kastler Kirche St. Margaretha ...
Geheimnis(se) des Glaubens

Am Standort des ehemaligen Pfarrhofs begann CSU-Ortsvorsitzender Hans Walter (Zweiter von links) seine Führung rund um die Kastler Pfarrkirche. Bild: rpp
Vermischtes
Kastl bei Kemnath
25.06.2016
32
0

Bei seiner Kirchenführung hatte CSU-Ortsvorsitzender Hans Walter mehr Zuhörer als so mancher Pfarrer in seinem Gotteshaus. Rund 50 Gäste des CSU-Familienfestes nahmen sein Angebot an.

Zu Beginn zeigte er im oberen Bereich des Friedhofs kurz vor der Aussegnungshalle, wo einst der Pfarrhof stand. Dieser gehörte damals zu Waldeck. Die Pfarrkirche war vermutlich erst als Wehrkirche gebaut worden. Es existieren noch Aufzeichnungen der alten Friedhofsmauer mit Schießscharten. Kastl wurde 1228 erstmals erwähnt. Walter berichtete, dass auf dem Gelände des heutigen Lindenplatzes früher der Meieramtshof lag.

Streit wegen Schenkung


"Besonders viele Urkunden existieren aus der Zeit nach der Schenkung der Kastler Ländereien ans Kloster Speinshart", berichtete Walter. Mächtige Personen stellten die Schenkung des Landgrafs von Leuchtenberg wohl immer wieder in Frage, wodurch sich das Kloster die Schenkung immer wieder bestätigen lassen musste. Erst als Mitte des 15. Jahrhunderts der Papst schriftlich bestätigte, dass Kastl definitiv zu Speinshart gehört, verstummten die Streitereien. In der Kirche selbst berichtete Hans Walter von der Erweiterung der Kirche durch die Adelsfamilien Ochs und Sparnberger aus Wolframshof, deren Wappen sich im Kreuzgewölbe und an der Wand finden. Die Steinbalustrade der Empore sei um das Jahr 1900 wieder eingebaut worden.

Als besondere Schätze wies er auf die Reliquien der Kirchenpatronin, der heiligen Margaretha, des heiligen Donatus und einen Splitter vom Kreuz Jesu hin. In der Nähe des Priestergrabes steht der Bonifatiusstein, der wahrscheinlich um das Jahr 1000 entstanden und "eines der ältesten Kunstdenkmäler im Landkreis Tirschenreuth" ist. Das Relief mit den Scheibenkreuzplatten ist allerdings fast zur Unkenntlichkeit verwittert. Die zwei miteinander verbundenen Räder mit den inliegenden Kreuzen sind aber noch zu erkennen. Diese finden sich auch im Kastler Wappen wieder. "Bonifatius war sicher nicht in Kastl. Es wird deshalb davon ausgegangen, dass es wohl spätere Missionare waren, die dieses Zeichen hinterlassen haben", erläuterte Walter.

Ein zweiter Stein stehe im Garten des "Neuen Schlosses" in Wolframshof. Beide seien wohl die Portalsteine der Wolfgangskapelle gewesen, wobei sie vermutlich vor deren Bau im 15. Jahrhundert nochmals einen anderen Platz hatten. Diese stand an der Stelle des heutigen Ecktürmchens der Friedhofsmauer. Auch eine Pestkapelle soll es am Kastler Berg gegeben haben. Kastl ist auch für sein schönes Priestergrab bekannt. Von den zahlreichen Inschrifttafeln ging Hans Walter besonders auf die Grabplatte von Christopherus Crammer ein, der als einziger ein Wappen aufweist. Historische Urkunden weisen aus, dass er auch als Notar für das Kloster Speinshart tätig war.

Zum Abschluss führte Hans Walter seine Gäste in den historischen Pfarrhof. Dort erläuterte er die ursprüngliche Nutzung der Nebengebäude und beschrieb die Besitzerwechsel. Er wagte die These, dass der Garten hinter den Gebäuden nicht nur Obst- und Gemüsegarten, sondern vielleicht sogar ein barockähnlicher Garten gewesen sein könnte. Darüber soll es weitere Forschungen geben.

Gelungene PremiereFür das erste CSU-Familienfest hat sich der Lindenplatz mit seinen alten Bäumen als ideal erwiesen. Kaum ließ die Sonne sich blicken, strömten die Gäste herbei. Gemütlich und beschattet saßen die Erwachsenen unter den alten Linden, während die Kinder die zahlreichen Attraktionen besuchten. Die Kutschfahrten waren lange ausgebucht, und nicht nur auf die Jungs wirkten die Traktoren eine große Anziehungskraft aus. Die Kleinsten vertrieben sich mit Straßenmalkreiden die Zeit. Reges Treiben herrschte auch in der Fotoecke.

Bei bester Verpflegung durch die Mitglieder der Jungen Union und einem leckeren Zoigl blieben die Festgäste unter freiem Himmel oder in einem der Zelte noch lange sitzen. (rpp)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.