Zweitklässler besuchen Imkerin
Von der Wabe auf den Tisch

Die Zweitklässler lernten bei Thea Pühl, wo der Honig herkommt. Bild: jzk
Vermischtes
Kastl bei Kemnath
06.07.2016
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Honig gibt's im Supermarkt oder noch besser beim Imker. Das wussten die Mädchen und Buben der 2b bereits, bevor sie zu Thea Pühl nach Altköslarn gingen. Von ihr erfuhren sie dann auch, wie das gesunde Lebensmittel überhaupt entsteht

Bei Pühl erlebten die Schüler und Klassenlehrerin Anita Haberkorn emsige Bienen an sechs Bienenstöcken hautnah. Die erfahrene Imkerin hatte mit ihrer Schwiegertochter Michaela alles aufgebaut, was ein Imker für seine umfangreiche Arbeit das ganze Jahr über benötigt. Um den Kindern das Leben der Honigbiene näher zu bringen, waren auch Andreas Schultes aus Erdenweis, der Vorsitzende des Imkervereins Kemnath und Umgebung und Angelika Scharf aus Plößberg anwesend.

"In einem Bienenstock leben bis zu 50 000 Bienen" betonte Pühl. Jedes Bienenvolk hat eine Königin. Sie kann als Einzige Eier legen - täglich etwa 2 000. Neben der Königin leben im Volk bis zu 1 000 Drohnen, das sind die männlichen Bienen. Außer der Begattung der Königin leisten sie keine Dienste für das Volk.

Die große Mehrheit stellen die Arbeiterinnen. In ihrem kurzen Leben (60 Tage) haben sie unterschiedliche Aufgaben: Zunächst sind sie Reinemachfrauen, putzen die Zellen und halten den Stock sauber. Dann werden sie Ammenbienen und füttern die Brut. Als Wachsfabrikantinnen schwitzen sie das Wachs aus und als Baubienen bauen sie kunstvolle Waben. Nach drei Wochen Innendienst übernehmen sie den Wächterdienst am Flugloch gegen fremde Eindringlinge. Schließlich fliegen sie aus, holen Blütenstaub und Nektar herbei und bringen diesen in die Waben ein. "Daraus entsteht nach Eindickung und mit Anreicherung von körpereigenen Säften der köstliche Honig" erfuhren die aufmerksamen Zweitklässler.

Den Honig in der Wabe verschließen die Bienen mit einem Wachsdeckel. Die Bienen erbringen dabei eine ungeheure Arbeitsleistung. Für ein einziges Gramm Honig müssen die fleißigen Sammlerinnen bis zu 10 000 Blüten besuchen und für nur ein Kilogramm Honig müssen sie eine Wegstrecke des dreifachen Erdumfangs (120 000 km) zurücklegen.

Sind die Waben alle verschlossen, kann sie der Imker aus dem Bienenstock entnehmen. Nach der Entdeckelung (Wachsentfernung) mit einer speziellen Gabel kommen die Waben in die Honigschleuder, aus der dann der Honig fließt. "Die Biene ist das kleinste Nutztier des Menschen", erfuhren die Schulkinder. Sie lernten auch verschiedene Arbeitsgeräte wie Schutzkleidung, Smoker oder Wachsschmelzer kennen.

Weiter war das Leben im Bienenstaat auf einer Bildwand anschaulich dargestellt. Als besonderes Highlight hatte Andreas Schultes ein Schauglas mit lebenden Bienen und einer Königin, welche zur leichteren Erkennbarkeit mit einem Farbplättchen gekennzeichnet war, mitgebracht. Nachdem die Kinder im Unterricht schon viel über die Bedeutung der Bienen für die Natur und auch für die Menschen gelernt hatten, konnten sie durch diesen Unterricht vor Ort ihr Wissen nochmals erweitern.

Angelika Scharf hatte ein Bienen-Rätsel vorbereitet. Das Lösungswort war "Imme". Jedes Kind bekam eine Urkunde. Bevor die Schüler den Weg zurück in die Schule antraten, durften sie sich an weiß gedeckten Tischen noch mit leckeren Honigbroten, Honig-Muffins und selbst gemachten Säften stärken. Jedes Kind bekam ein kleines Glas Bienenhonig als Geschenk. Anita Haberkorn bedankte sich bei Thea Pühl und ihren Helfern für den sehr schönen Vormittag und für die großzügige Bewirtung und überreichte als "Dankeschön" ein kleines Präsent.
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