Bilder und Skulpturen im Kastler Steinstadel
Kunsttage mit Atelierbesuch

Olga Byvsheva: "Message" Bild: hfz
Kultur
Kastl
17.09.2016
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Zwei typische Pickl-Frauen. Bild: upl

Vier Künstler aus dem Ort, aber auch von außerhalb präsentieren sich ab Freitag, 23. September, gemeinsam: Sie bestreiten die inzwischen vierte Auflage der Kastler Kunsttage.

Als Veranstalter fungiert erneut der Verein für Tourismus und Gewerbe um Vorsitzenden Andreas Otterbein. Zu sehen ist die Ausstellung im Steinstadel - von Freitag, 23. September, bis Sonntag, 9. Oktober. Begleitend dazu laden am Wochenende 8./9. Oktober Kastler Künstler auch in ihre Ateliers ein.

Im Steinstadel werden Bilder und Skulpturen gezeigt: von Olga Bysheva (Kiel), Mareile Onodera (Viechtach), Steffen Orlowski (München) und Michael Pickl (Kastl). Letzterer ist einer der Kastler Künstler, die am Abschluss-Wochenende der Kunsttage jeweils von 11 bis 18 Uhr in ihre Ateliers einladen: Neben Michael Pickl in der Hohenburger Straße 15 sind das gleich nebenan der Fotograf Georg Pickl (Hohenburger Straße 13), der Lichtkünstler Stefan Stock (Hainthalstraße 38) und das Atelier Gagnon/Schmuckdesign (Martin-Weiß-Straße 8).

Die Ausstellung im Steinstadel ist nach der Vernissage (Freitag, 23. September, 19 Uhr) geöffnet an den Wochenenden 24./25. September, 1./2 und Montag, 3. Oktober, sowie 8./9. Oktober, und zwar samstags von 14 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags von 12 bis 18 Uhr (Infos: www.kastler-kunsttage.de).

Olga Bysheva nähert sich mit ihren Bildern des Inneren, der Welt des Unbewussten. Darin liege für sie ein großes Reiz, sagt sie. Zunächst beobachtete sie ihre eigenen Träume, spürte den Möglichkeiten nach, diese darzustellen - und entwickelte eine eigene Arbeitsmethode. Sie bemüht sich, "einen Trancezustand" beim Zeichnen zu erreichen: "Dadurch wollte ich mich dem unbewussten Zustand wie beim Träumen annähern." Sie zeichnet mit Kohle auf Papier, benutzt aber nicht nur die Hände, sondern den ganzen Körper zum Zeichnen.

Fantasie- und geheimnisvoll sind die vielfarbigen Werke von Mareile Onodera , die Einflüsse aus vielen Kulturen vereinen. Als Deutsche geboren in Straßburg/Elsass, reiste sie nach Beendigung ihres Studiums der Architektur in München nach Japan. Sie lebte dort 28 Jahre, mit Stationen in Österreich, Thailand und Syrien. Die Reise ging weiter nach Wladiwostok, Ostsibirien, bis hin zu den kleinen Dörfern der Urvölker in der Taiga. Dort lebte sie acht Jahre.

Auch die Malkunst der Flamen des 15. Jahrhunderts, traditionelle buddhistische Wandmalerei und die ornamentalen Strukturen des Japanischen Tattoos Irezumi sowie die verschlungenen Spiralen schamanischer Lebensbäume aus Ostsibirien studierte die Künstlerin. Galerien in Deutschland, Österreich, Japan, Thailand, Amerika und Russland zeigten ihre Bilder.

Steffen Orlowski bezeichnet sich selbst als "Bildschmelzer, der das Fließende, Sensible betont". Tänzerisch arbeitet er mit dem Medium Glas, in verschiedenen Heißglastechniken, direkt aus der Schmelze des Ofens oder an der Gebläselampe. "Ich liebe den archaischen, orange glühenden Fluss des Glases", sagt er.

Den gestalterischen und formgebenden Umgang mit diesem Medium lehrt er unter anderem an der Akademie der Bildenden Künste München. Inhaltlich zieht sich als roter Faden das Individuum Mensch in seiner Beziehung zu Raum und Zeit durch seine Arbeit. Er bearbeitet prozesshafte Themen, wie Einfluss, Veränderung und Vergänglichkeit, oder existenzielle, psychologische und zwischenmenschliche Aspekte. Dabei benutzt Orlowski unter anderem Glas, auch in Kombination mit anderen Materialien wie Sand oder Feinsilber.

Auch in Michael Pickls Werk steht der Mensch im Mittelpunkt: Der Bildhauer schafft seine Figuren, meist Frauen, aus Holz, Terracotta und Bronze. Häufig sind die Skulpturen farbig gefasst. Grob und fein im Wechselspiel bearbeitet, zeigen Pickls Arbeiten ihre eigene Lebendigkeit: poetische, ausdrucksstarke Figuren, die mal den Betrachter anblicken, mal mit geschlossenen Augen in sich hineinzulauschen scheinen.

Michael Pickl, Jahrgang 1971, stammt aus Kastl und kehrte nach Ausbildung und Studium in Oberammergau und Nürnberg in die Oberpfalz zurück: Er lebt und arbeitet in Kastl als freischaffender Künstler. Seit 2012 nimmt er einen Lehrauftrag an der internationalen Sommerakademie Frauenau wahr.
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