Dr. Auguste Marie Philippa besucht die Mumie von Königskind Anna
Prinzessin besucht Prinzessin

Bei ihrem Besuch warf die 35-Jährige, die die Ururenkelin des letzten bayerischen Königs Ludwig III. ist, auch einen Blick auf die Mumie von Prinzessin Anna, der 1319 in Kastl verstorbenen Tochter von Ludwig dem Bayern.
Kultur
Kastl
29.06.2015
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Kastl hat seine eigene Prinzessin: Anna, die Tochter von Ludwig dem Bayern. Das Königskind starb 1319 in Kastl und ruht seitdem in der Klosterkirche. Gestern kam eine Wittelsbacherin in den Ort, um sich die Mumie anzusehen: Dr. Auguste von Bayern, Ururenkelin des letzten Regenten im Freistaat, Ludwig III.

Im Sitzungssaal unter dem Dach des Kastler Rathaus hatte Bürgermeister Stefan Braun für den hohen Besuch das Goldene Buch bereitgelegt. Dort trug sich sogleich Dr. Auguste Marie Philippa von Bayern, Prinzessin zur Lippe, wie die Ururenkelin des letzten bayerischen Königs Ludwig III. offiziell heißt, ein.

Nach Kastl war die junge Adelige aus dem Hause Wittelsbach auf Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Reinhold Strobl gekommen. Er hatte die Zoologin und Verhaltensforscherin bei einem parlamentarischen Abend getroffen. Wie er gestern erzählte, sei er während des Gesprächs auf Kastl und die Mumie gekommen. "Meine Einladung hat sie sofort angenommen", freute er sich über die Zusage der Prinzessin, in den Landkreis zu kommen. Stefan Braun erklärte der 35-Jährigen, warum das Königskind Anna, ebenfalls eine Wittelsbacherin, hier seine letzte Ruhestätte fand. "Unsere Prinzessin verstarb 1319 im Alter von circa 18 Monaten in Kastl", informierte der Bürgermeister. Ausführlich erklärte er die Maßnahmen zur besseren Konservierung, die jüngst ergriffen worden waren, um die Mumie der Nachwelt zu erhalten.

"Für uns gehört die Prinzessin zur Heimatgeschichte", sagte Braun. "Es ist wahnsinnig spannend, die Geschichte zu hören", urteilte Auguste von Bayern über das, was ihr Braun von Ludwig dem Bayern, der kleinen Mumie, dem frommen Feldhauptmann Seyfried Schweppermann und der Erhebung Kastls zum Markt (6. Januar 1323) zu erzählen hatte. "Man spürt den Heimatbezug", erklärte sie und bekannte: "Was uns Bayern auszeichnet: Dass wir verschiedene Traditionen haben und erhalten. Diese müssen wir uns bewahren."

Sie kam auf eine Angelegenheit zu sprechen, die ihr sehr am Herzen liegt und über die sie am Nachmittag mit Gymnasiasten in Sulzbach-Rosenberg diskutierte: ein Naturkundemuseum Bayern. Als Vorsitzende des Förderkreises dieser Einrichtung will sie mit Hilfe eines modernen Museums die Menschen für die Naturwissenschaften begeistern. "Wir brauchen junge Leute, die in Natur- und Biowissenschaften gehen, damit wir in der Forschung führend bleiben", sagte die Wissenschaftlerin.

Doch bevor sie mit Gymnasiasten darüber diskutierte, tauchte sie tief in die Geschichte ihrer Vorfahren ein und sah sich aus nächster Nähe die Mumie der kleinen Anna an. Sabine Palesch und Gernot Meier führten die Besucherin und ihren Mann Ferdinand Prinz zur Lippe durch die Klosterkirche - und ins Paradies, einem Nebenraum des Gotteshauses, wo Anna seit knapp 700 Jahren ruht.
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