Kirwa in Pfaffenhofen
Die Säge heulte schon

Die Pfaffenhöfer Kirwaleit nach dem Baumaustanzen mit ihrem neuen Oberkirwapaar, Rebecca und Korbinian (vorne, Mitte), und den beiden Musikanten aus Allersburg. Bild: jp
Kultur
Kastl
20.10.2016
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Das ging gerade noch mal gut: Die Motorsäge dröhnte schon. Doch am Ende musste in Pfaffenhofen nicht der Kirwabaum dranglauben, sondern ein Teil des Tanzpodiums.

Pfaffenhofen. Drei Tage lang feierten die Kirwaleut'. Sechs Paare hatten sich diesmal zusammengefunden. Am Samstag wurde eine starke, rund 30 Meter hohe Fichte, die die Moidln und Burschen geschmückt hatten, aufgestellt. Viele Helfer aus den umliegenden Ortschaften, aber auch die Kirwaburschen aus Kastl und Utzenhofen packten mit an, um ihn mit vier Goißn unter dem Kommando von Altkirwabursch Siegfried Wittmann in die Senkrechte zu bringen. Nach gut zwei Stunden war es geschafft.

Angriff aus dem Dool


Der Baum wurde die ganze Nacht bewacht, damit ihm kein Schaden zugefügt werden konnte - wie es schon vorgekommen ist. Wie wichtig das war, zeigte sich am frühen Morgen, als lautes Motorsägen-Geknatter die Burschen in ihrem Wachezelt aufschreckte: Zwei Mann aus dem Utzenhofener Dool hatten sich von der Straßenseite angeschlichen und wollten den Stamm kappen.

Nur dem heldenhaften Einsatz der Pfaffenhöfer Burschen ist es zu verdanken, dass das gute Stück heil blieb. Doch als sie sich auf die Baumfrevler warfen, ging das Geländer des Tanzpodiums zu Bruch. Die Doolerer haben sich nach Ansicht der Pfaffenhofener mit dieser Aktion nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert - wenn man bedenkt, welche Verletzungen eine Motorsägenkette verursachen kann. Und was wäre gewesen, wenn der Baum tatsächlich auf die angrenzende Bundesstraße gefallen wäre?

Am nächsten Vormittag wurde in der Pfaffenhofener St.-Martins-Kirche ein Gottesdienst gefeiert. Am Nachmittag wurden die Moidln von den Burschen mit einem Oldtimerschlepper mit Strohfuhrwerk zum Tanzen eingeholt. Die Lauterachtaler Musikanten aus Allersburg stimmten die sechs Paare auf ihren Auftritt ein.

"Größen" im Visier


Angeführt von den Musikanten und dem letztjährigen Oberkirwapaar Christin und Wastl bestiegen sie das Tanzpodest, von den zahlreichen Zuschauern mit Applaus begrüßt. Dann zeigten die Kirwaleut', welche Tänze sie an schweißtreibenden Übungsabenden erlernt hatten. Zum neuen Oberkirwapaar wurden Rebecca Chaney aus Kastl und Korbinian Janker aus Pattershofen gekürt. Auch das Gstanzlsingen ließen die Akteure nicht aus: Dabei nahmen sie lokale Gegebenheiten und auch manche "Größen" aufs Korn.

Bär durchs Dorf getrieben


Der Montagnachmittag begann mit dem Kirwabärtreiben. Hartl Kemmling wurde dafür in Ketten gelegt, rußgeschwärzt und unter Leitung des Obertreibers Wastl Weber durchs Dorf gejagt. Abends verloste Oberkiwabursch Korbinian den Baum. Als Glücksfee zog Oberkirwamoidl Rebecca die Lose.

Bei der Versteigerung bekam Phillip Raum aus Kastl den Zuschlag. Das Keilholz ging an Pia Fromm aus Kastl.

AusgsungaBeherrschendes Thema der Gstanzln war der baldige Nachwuchs des Kirwawirts-Sohns. Auch wurde bekannt, dass ein Pattershofener den falschen Plan bei der Umgestaltung seines Anwesens hatte und der Bagger dadurch die Stromleitung abgerissen hat. Derbleckt wurde zudem einer aus Pfaffenhofen, der bei einer Kirwa zu tief ins Glas geschaut hatte und deshalb in einem Elektrozaun hängen blieb. Auch waren einige Burschen nicht mehr ganz nüchtern, so dass sie ohne Fahrradsattel und mit großen Blessuren nach Hause kamen - und mit gewaltigen Erinnerungslücken. (jp)
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