Museumstag in Kastl mit Führungen
Heimatmuseum feiert seinen 30. Geburtstag

In ihrer Museumsstube lädt Anna Maria Weiß (links) zur Sitzweil ein. Dabei bekommen die Besucher Einblicke in alte Handarbeiten. Archivbild: jp
Kultur
Kastl
20.05.2016
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Zum Geburtstag ein buntes Programm2004 bekam das Ehepaar Weiß für seine außerordentlichen Leistungen vom damaligen Staatssekretär Hans Spitzner das Bundesverdienstkreuz verliehen. 2011 erhielt Anna Maria Weiß von der damaligen Bayerischen Sozialministerin Christine Haderthauer den Landespreis "Reife Leistung".

Beim Jubiläums-Museumstag zeigen in der noch funktionsfähigen Schmiede der örtliche Schmied Josef Mosner und sein Sohn Christian, wie einst Eisen bearbeitet wurde. Gerda Englhard aus Ammerthal führt den Besuchern das Klöppeln vor, Brennarbeiten auf Holz zeigt Christiane Bartl aus Kastl, handgeschnittene Sterne aus Elefantenpapier bietet Elfriede Müller aus Amberg. Die Enkel der Museumsbesitzerin, Lea und Lucia Englhard aus Poppenricht, malen unter Anleitung von Gudrun Roithmeier mit Kindern. Heilkräuter und Tee erklärt Karin Zach. Carolina Adler aus Lauterhofen lädt zu Kreistänzen ein und zeigt selbst kreierte Bilder. Tanja Lutter aus Kastl führt Zumba vor: Mitmachen erlaubt!

Kulinarisch verwöhnt werden die Besucher mit Kaffee und selbstgebackenen Kuchen, aber auch mit Schnittlauch- und Schmalzbroten.

Vor 30 Jahren hat der Kirchenmaler Franz Weiß aus Poppenricht sein Museum in der Hohenburger Straße 44 in Kastl eröffnet. Dazu hatte er in mühevoller Sanierungsarbeit das einstige Auerhaus, ein Bauernhaus aus dem 14. Jahrhundert samt Hofstelle und Nebengebäude, in eine Galerie verwandelt. Dabei hat sich herausgestellt, dass Gebäude und Grundstück die frühere Schmiede des Klosters, der Hammer, waren.

Und die Musi spielt dazu


Franz Weiß kann selber nicht mehr dabei sein - er ist vor zwölf Jahren gestorben: Das 30-Jährige seines Schatzkästchens wird am Sonntag, 22. Mai, mit einem Museumstag ab 14 Uhr gebührend gefeiert. Anna Maria Weiß, seine Witwe, hat mit ihren Helfern ein Programm vorbereitet. Dazu gehören auch Führungen. Die Pischdorfer Wirtshausmusi spielt ohne Gage zum Erhalt der Einrichtung.

Der Museumsbesitzerin wird nachgesagt, dass sie die einzige in der Oberpfalz ist, die ein so umfangreiches Kulturgut der Öffentlichkeit in Eigenregie zugänglich macht. Und das ohne öffentliche Zuwendungen: Den Unterhalt des Museums bestreitet Anna Maria Weiß mit Spenden und Eintrittsgeldern. Ein Rundgang versetzt die Besucher in vergangene Zeiten. Zu den Exponaten sprudelt es förmlich aus dem Mund von Anna Maria Weiß: Sie weiß genau, wo diese einst in Einsatz waren. Zu ihren Schätzen gehören sogar eine Hauskapelle und die einstigen Uhrwerke der St.-Martin-Kirche in Pfaffenhofen oder des Rathauses in Kastl.

Vorhanden sind außerdem alte Trachten - und einfach alles, was in ein Bauernhaus gehörte, sowie Geräte aus Handwerk und Landwirtschaft, mit denen die Menschen vor Jahrhunderten ihren Lebensunterhalt verdienten. In der Scheune sieht man vor allem Werkzeuge, die zeigen, wie viel technisches Gefühl und Einfallsreichtum die Bauern und Dorfhandwerker einst hatten.

Nicht mehr wegzudenken


Mit diesen kostbaren Zeugen der Vergangenheit haben Franz und Anna Maria Weiß ein Kleinod geschaffen, das für Bürgermeister Stefan Braun aus Kastl nicht mehr wegzudenken ist, wie er beim letzten Museumsfest sagte. Der 79-jährigen Anna Maria Weiß ist es ein Bedürfnis, dieses Kulturgut zu erhalten. Dabei wird sie von ihrer Tochter unterstützt.
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