Applaus und Anerkennung

Hans Walter (links) und Robert Neuber sind erfolgreich unter die Filmemacher gegangen. Das Duo hat bereits weitere Projekte im Hinterkopf. Bild: rpp
Lokales
Kastl
21.02.2015
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Hans Walter aus Kastl und Robert Neuber aus Zintlhammer haben zwar keinen Oscar bekommen, aber rauschenden Beifall gab es schon für ihren neuen Film "Frucht und Erbe" über das Kloster Speinshart.

Nachdem im vergangenen Jahr der Film über die Kastler Pfarrchronik für Aufsehen gesorgt hatte, durfte man erst recht auf diesen neuen Streifen gespannt sein. Die Zuschauer wurden nicht enttäuscht, im Gegenteil

Zeigte der Film über die Kastler Pfarrchronik den Werdegang der Pfarrgemeinde Kastl anschaulich und kurzweilig, so wurde man von "Frucht und Erbe" regelrecht hineingesogen in die Sorgen und Nöte der Äbte von Speinshart. Im Mittelpunkt stand der Klosterrichter Alois Tretter, der 1795 dankbar die Stelle als "Geschäftsführer" im Kloster annahm und später dessen Auflösung im Auftrag des Kurfürsten vornehmen musste.

Die Not mit dem Geld

Robert Neuber, der das Drehbuch schrieb und diesen Film im Rahmen seiner Bachelorarbeit an der OTH Amberg drehte, gelang ein kleiner Geniestreich. Er stellte die drohende Auflösung des Klosters Speinshart anno 1799 bis 1801 in den Mittelpunkt. Gleichzeitig stellte er aber die Gründungslegende nach dem Gelübde der Gräfin von Reifenberg und die verschiedenen Äbte dar, die für die Entstehung (1145) und die Blütezeit des Klosters verantwortlich zeichneten, ebenso wie Abt Dominikus I. von Lieblein, der erleben musste, wie der Kurfürst und spätere König Maximilian I. dem Rat seines Ministers von Montgelas folgte, dessen neue Vorstellung von Bayern durchsetzte und aus Geldnot zahlreiche Klöster enteignete, darunter auch Speinshart.

Durch diese wechselnde Darstellung von der Not des Klosters kurz vor der Schließung und den belebten Jahrhunderten des Aufstiegs mit den damit verbundenen Namen wie Abt Gottfried Blum oder Klosterrichter Alois Tretter, gelang es Neuber und Walter, aus einer nüchternen Aufzählung von Geschichtsdaten einen spannenden und dramaturgisch wertvollen Film zu machen. Die schier unlösbare Aufgabe, den gigantischen Zeitraum von 800 Jahren Klostergeschichte in einen Film zu packen, haben die beiden mit Bravour gemeistert.

Vom Erfolg getragen

"Angespornt von dem Erfolg 2014 stellten wir den Anspruch an uns, den neuen Film noch professioneller, intensiver und in Fernseh-Niveau zu machen", erklärte Robert Neuber seine Ziele zum Film. "Wir wollten die geschichtliche Größe des Ortes und Klosters Speinshart hervorheben. Die Geschichte unserer Region, die eng mit dem Kloster Speinshart verbunden ist, ist es wert, wieder bewusst gemacht zu werden." Hans Walter, der die Organisation und Regie des Films innehatte, stimmte zu und bekräftigte: "Wir müssen uns nicht hinter Oberbayern verstecken."

Dem Aufbau des Films wurde durch einen Erzähler (dafür konnte der bekannte Schauspieler Sebastian Hölz gewonnen werden), der die Zuschauer durch die Jahrhunderte begleitet, ein professioneller Rahmen gegeben. Er sprach von den Glanzzeiten, der Bedrohung durch die Säkularisation, die Auflösung des Klosters und dessen wunderbare Wiederbesiedlung im Jahre 1921 durch Mitglieder des Prämonstratenser-Ordens aus Tepl in Böhmen.

Ein Jahr Vorbereitungszeit, Drehgenehmigungen, Darsteller finden, historisch authentische Möbel, Fahrzeuge, Kleidung aufzutreiben und Drehorte organisieren, sind nur einige Stichpunkte. 20 Helfer standen bereit, unter anderem für Mikrofon, Regieassistenz, Maske und Kostüme. 80 Akteure wurden gebraucht. Hier dankten die Filmemacher der Bevölkerung vom Klosterdorf und den Mitgliedern des "Pressather Fähnleins". Großer Dank wurde auch den Verantwortlichen des Klosters ausgesprochen, die ihre Räume dem Filmteam bereitwillig öffneten und auch für die Kosten aufkamen.

"Dies war sicherlich nicht der letzte Film. Es gibt noch viel zu berichten", versprachen die beiden Hauptpersonen. Doch jeder Film benötigt auch ein umfangreiches Budget, wofür erst einmal Investoren gefunden werden müssen. Mögliche Themen wären die "Goldene Straße" und der "Kaibitzer Mord". Der Film war im November in Speinshart uraufgeführt worden und wird noch mehrfach in der Umgebung gezeigt. Eine DVD ist im Kloster Speinshart erhältlich.
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