Der Herr der Rosen

Zusammen mit den zahlreichen Gästen applaudiert Vorsitzender Josef Häckl (rechts) und bedankt sich bei Franz Wänninger für den informativen Rosen-Vortrag. Bild: rpp
Lokales
Kastl
30.10.2014
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Rote Rosen gelten als Symbol der Liebe, Freude und Jugendfrische. Viele Hobbygärtner züchten sich verschiedenste Exemplare im heimischen Garten. Tipps zur Pflege gab es bei der Herbstversammlung des Obst- und Gartenbauvereins.

Der Obst- und Gartenbauverein lud zur Herbstversammlung ins passend geschmückte Schützenhaus nach Kastl. Vorsitzender Josef Häckl gab einen kurzen Überblick über die Aktivitäten im auslaufenden Jahr und lud ein, das neu gestaltete Vereinsgelände neben dem Bauhof zu besuchen. Er warb für das herbstliche Aufräumen und die Adventsfeier am 12. Dezember in der Imbissgaststätte "Beim Schinner".

Aus dem Fernsehen

Häckl stellte Franz Wänninger aus Altenstadt vor, der seit 1975 Rosen züchtet und schon zahlreiche Auszeichnungen für seine "Rosenkinder" erhielt. Sein Wissen zur Pflege der Rosen stellte er kürzlich im Bayerischen Fernsehen vor, wodurch der OGV auf ihn aufmerksam wurde. Mit dem Thema "Rosenpflege im Jahreskreis" wurde wohl das richtige Thema ausgewählt, denn es kamen so viele Gäste, dass die Plätze ergänzt werden mussten.

Franz Wänninger berichtete über die richtige Bodenbeschaffenheit, das Wichtigste beim Pflanzen der Rosen und verschiedene Düngemöglichkeiten. Er ermutigte, den Boden alle fünf Jahre auf seine Inhaltsstoffe untersuchen zu lassen. Er warnte vor zu viel Dünger und davor, nach Juni noch Langzeitdünger zu verwenden, denn mastige Rosen würden anfällig für Krankheiten. Rosenerde zu kaufen, sei nicht nötig und Rindenmulch mache den Boden zu sauer. Rosen sind Tiefwurzler, deshalb brauchen nur frisch gepflanzte Rosen im Sommer regelmäßig gegossen zu werden. Rosen, die schon länger stehen, schaffen es vier Wochen ohne Regen und gießen. Gegossen wird immer nur auf den Boden, um Pilzkrankheiten der Blätter vorzubeugen.

Eindrucksvoll stellte er den Unterschied zwischen Herbst- und Frühjahrpflanzung und den passenden Zeitpunkt zum Rückschnitt der Rosen dar. Dass es bei jeder Art einen anderen Zeitpunkt zu berücksichtigen gibt, war vielen nicht bekannt. Wichtig ist es, die Rose so auszuschneiden, dass viel Luft durch die Blätter streichen kann, so trocknen sie schneller und man zögert den Pilzbefall hinaus. Der Winterschutz lag ihm besonders am Herzen. Denn Anhäufeln alleine genüge nicht. Das Anhäufeln als Sonnenschutz im Januar und Februar sei oft überlebenswichtig für die Rose. Denn sonst reagiert sie auf die Sonne, bekommt aber von den Wurzeln im noch gefrorenen Boden kein Wasser und keine Nahrung. Die Äste platzen auf und vertrocknen.

Schnelle Entscheidungen

Topfrosen überstehen den Winter gut eingepackt auch im Freien. Günstig wirkt es sich aus, wenn sie auf einer Styroporplatte stehen. Wichtig ist, dass sie im Schatten stehen, sonst vertrocknen sie leicht. Ein wichtiges Thema war der Pflanzenschutz. Da hilft nur, die Rosen regelmäßig in kurzen Abständen zu untersuchen und beobachten. Nur selten helfen Hausmittel und Rückschnitt. Wänninger ermutigte zu schnellen Entscheidungen, bevor sich eine Pilzkrankheit oder Schädlinge ausbreiten. Wichtig sei das richtige Spritzmittel, sonst überlebten Pilze oder saugende Insekten. Zur Vorbeugung kann man ab der Knospenbildung ein Stärkungsmittel aus Weiß- oder Rapsöl, Kupfer und Pril spritzen. Kupfer sollte man nur auf den Boden geben und wenn die Blätter noch nicht ausgetrieben sind. Anschließend nahm der Experte seine Gäste mit auf eine Reise durch verschiedene Rosengärten. Die Hobbygärtner lernten eindrucksvolle Arrangements mit anderen Stauden kennen.

Zum Schluss stellte der Referent seine Rosenzüchtungen vor, die Anerkennung und Bewunderung auslösten. Wer sich diese Rosenträume ansehen möchte, findet sie unter www.rosen-zum-traeumen.de. Im Anschluss an den umfangreichen Vortrag beantwortete Franz Wänninger zahlreiche Fragen zu persönlichen Rosenproblemen.
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