Die Gefahr ist gebannt

Etwa 600 Quadratmeter verstärkten Maschendrahtzaun haben die Experten am Felsen fixiert. Bilder: bö (2)
Lokales
Kastl
31.10.2015
3
0

Der Markt Kastl ist ein Stück sicherer geworden. Dafür hat die Bergwacht Amberg mit einem spektakulären Arbeitseinsatz gesorgt.

Die Felsen des Oberpfälzer Juras sind zwar wunderschön anzuschauen - aber sie bergen auch Gefahren durch Steinschlag. Im Ortbereich des Marktes Kastl ist es in den vergangenen Jahren immer wieder vorgekommen, dass sich aufgefrorene Gesteinsbrocken gelöst haben und unkontrolliert abgingen. "Da hat es immer wieder Sachbeschädigungen gegeben", erzählt Bürgermeister Stefan Braun.

Diese Gefahr hat nun die Bergwacht aus Amberg gebannt. Mehrere Tonnen Steine wurden gezielt abgeschlagen und ins Tal gelassen, um den Pfingstbergfelsen zu sichern.

20 Meter hohe Wand

Etwa 20 Meter hoch ist die Felswand, die den Kastlern in regelmäßigen Abständen Sorgen bereitet hat. Und es ist auch noch gar nicht so lang her, dass ein größerer Gesteinsbrocken einen Schuppen am Fuß der Wand durchschlagen hat. "Aber Gott sei Dank ist dabei niemand verletzt worden", betont Stefan Braun.

Damit dies so bleibt und auch künftig niemand zu Schaden kommt, wurde die Bergwacht gebeten, diesen unsicheren Bereich einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Ergebnis: Drei große Anhänger mit Steinbrocken und Geröll waren es letztlich, die Mitarbeiter des Bauhofs abtransportierten.

17 Mitglieder der Bergwacht haben von Mai bis Oktober etwa 400 Arbeitsstunden in der Wand gearbeitet, wie Bereitschaftsleiter Hubert Sperber berichtet. Doch bevor sie sich an das Abtragen des Gesteins machen konnten, waren umfangreiche Sicherungsmaßnahmen erforderlich. Erst ein eingezogenes Seil machte es möglich, dass sich die Bergwachtleute bis zu den lockeren Steinen vordringen konnten. Mit Hammer und Meißel klopften sie den Felsen Meter für Meter nach Hohlstellen ab. "Etwa 600 Quadratmeter ummantelten Maschendrahtzaun haben wir mit 400 Metern Schutzseil in die Felswand eingezogen, damit künftig loses Gestein hinter dem Zaun zurückgehalten werden kann. Dazu haben wir auch eine ganze Reihe von Haken einsetzen müssen, um der Sicherung Stabilität zu verleihen", sagt Sperber.

Kein Alltagsgeschäft

Für ihn war es selbstverständlich, dass seine gesamte Mannschaft hinter dieser Aktion stand: Für die Amberger Bergwacht "gehören zwar derartige Sicherungsmaßnahmen nicht zum Alltagsgeschäft, aber sie fördern auch die Einsatzsicherheit unserer Sektion."

Sie war in den vergangenen Jahren ähnlich auch schon in Pfaffenhofen, im Schwarzachtal und im Königsteiner Bereich tätig.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.