Ein Stadl voller Enthusiasmus

Roland Bösl (links) eröffnete im Steinstadel vor interessiertem Publikum die 3. Kastler Kulturtage mit einer Ausstellung junger bildender Künstler. Bilder: jp (2)
Lokales
Kastl
01.10.2015
28
0

Der Kunst- und Kulturbetrieb ist gnadenlos. Da wundert es nicht, wenn junge Leute des Metiers Ausstellungsnischen suchen und auf dem flachen Land fündig werden.

Die Eröffnung der 3. Kastler Kunstausstellung im Steinstadel zeigte wieder einmal, dass die Werke junger Kunstschaffender entgegen eines weit verbreiteten Vorurteils auch auf dem flachen Land gut ankommen. Roland Bösl vom örtlichen Verein für Tourismus und Gewerbe begrüßte im historischen Ambiente des Steinstadels zur Vernissage die zahlreiche Besucher.

Die Bildhauerin Marion Steger kommt aus Deggendorf und arbeitet aktuell hauptsächlich mit Holz. Ausgangspunkt sind für sie besonders bis kurios gewachsene Äste oder Holzstücke bis hin zu ganzen Stämmen, die sie mit der Motorsäge bearbeitet. Steger belässt es jedoch nicht mit diesem bloßen gestalten und schaffen neuer Formen, sondern bemalt ihre Arbeiten zusätzlich. Sie zeigt Werke ihres aktuellen Schaffens im ersten Stock des Steinstadels. Als Ausgleich für ihr körperlich anstrengendes bildhauerische Tätigkeit wendet sich die Künstlerin auch dem Malen und Zeichnen zu.

Karin Wexler kommt aus Neumarkt. Stahlbilder benennt sie ihr aktuelles Genre, das im gesamten Steinstadel zu sehen ist und sich als vielschichtige Arbeiten eines inszenierten Formen-, Farben- und Materialspiels offenbaren. Rost auf Leinen etwa führt hier die Hand, oder grün bis blau schillernde Patina auf pulvrigen Oberflächen. Christiane Osann und Tobias Freude kommen aus Friedberg bei Augsburg und entwickeln ihre Werke aus sehr unterschiedlichen künstlerische Ansätzen heraus. Während Osann Figuren und Skulpturen aus Lindenholz schnitzt, arbeitet Freude ausschließlich mit Untersberger Marmor in klassischer Farbgebung.

Umzug in die Galerie

Die Ausstellung rundet Quado 78, mit bürgerlichem Namen Sebastian Fuch, ab. Er ordnet seine Werke als Inhouse-Street-Art ein, was frei mit in geschlossenen Räumen gezeigte Straßenkunst übersetzt werden kann. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass es hier viele Parallelen zur Graffiti-Malerei gibt. Die Farbenfreunde dieser Werke dominiert im Erdgeschoss. In einem Grußwort betonte Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl, dass der Kastler Steinstadel ein passendes Ambiente für die dritten Kulturtage in dem Ort darstelle. Bürgermeister Stefan Braun freute sich derweil über eine nahezu ausschließlich positive Resonanz auf die Ausstellungen und Veranstaltungen in diesen Räumen.

Roland Bösl bedankte sich im Namens des Vorstands des Verkehrsvereins bei den Ausstellenden und Organisatoren der 3. Kastler Kunsttage, die noch bis Sonntag, 11. Oktober, dauern. Ergänzend wies er darauf hin, dass einheimische Kunstschaffende wie Georg Pickl, Michael Pickl, Stefan Stock und das Atelier Gagnon ihre jeweiligen Ateliers an dem Wochenende 10. und 11. Oktober im Zuge der Kulturtage für die Öffentlichkeit öffnen werden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.