Einen Zirkus zu gründen und als Direktor zu führen, war schon immer der
Ein Fakir-Bauch hält das aus

Lokales
Kastl
06.08.2015
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Traum des Hörgeräte- Akustikermeisters Karl Nidermayer aus Neumarkt. Vor mehr als 28 Jahren scharte er deshalb viele Freunde und Gleichgesinnte um sich und gründete mit ihnen den Zirkus Sambesi. Nach dem gleichnamigen Strom in Afrika.

(jp) Nidermayers Idee war, mit den Spenden der Besucher der Zirkusvorführungen, die Aktion "Menschen für Menschen" der Äthiopenhilfe des Schauspielers Karl-Heinz Böhm, der voriges Jahr gestorben ist, zu unterstützen. Mit einer atemberaubenden Show mit rund 60 Mitwirkenden war Nidermayer nun mittlerweile zum vierten Mal in Kastl. Was die Artisten und Akrobaten boten, übertraf die meisten Erwartungen.

Geld geht nach Äthiopien

Der Neumarkter versicherte, dass die Spenden zu 100 Prozent in die Entwicklungsarbeit fließen. Für sauberes Wasser müssen in Äthiopien Brunnen errichtet werden. Zwischenzeitlich gibt's dort in Afrika auch eine Sambesi-Schule, die mit den Geldern unterhalten wird. So habe die Gruppe in den vergangenen 28 Jahren bislang rund 650 000 Euro erspielt. Die Besucher waren aufgerufen, keinen klassischen Eintritt zu bezahlen, sondern die Höhe ihrer Zuwendung selbst zu bestimmen. Wie die Künstler selbst, so arbeiten ebenso alle Mitarbeiter unentgeltlich in ihrer Freizeit beim Auf- und Abbau mit. So wurde aus dem Sambesi-Projekt ein Zirkus für Menschen. Der Direktor war wieder mit vollem Elan im Einsatz, da er in Kastl eine Einlage auf dem Nagelbrett zeigte. Zunächst holten die Assistenten von Fakir Taifun al Shabah aus dem Publikum einen jungen Mann, der ganz erschrocken die Ehre bekam, Karl Nidermayer, der auf dem Nagelbrett lag, auf den Bauch zu steigen. Nach dieser gelungenen Attacke versetzten die Assistenten dem auf dem Nagelbrett liegenden Chef einen Hieb mit dem Vorschlaghammer, als sie auf ihm eine Steinplatte zertrümmerten.

Auftakt mit Fackeln

Den Auftakt im dunklen Zirkuszelt besorgte die Gruppe Flying Fire mit Fackeln. Alle Beteiligten boten nicht nur eine Augenweide, sondern auch jede Menge Nervenkitzel. Die Besucher spürten die Leidenschaft, den Elan und die Freude, mit denen die Künstler ihre jonglierenden Aufgaben bewältigten. Zum Programm gehörten Flying Fire, Magic Butterflys, Tortuga Pirates, Dominos und ein Kraftprotz mit seiner Assistentin.

Den imposanten Abschluss bot der Feuerschlucker und Magier Stefano, der Rasierklingen als Nachspeise verzehrte und die magischen Ringe dem staunenden Publikum vorführte. Clown Pipo (Toni Klug aus Fürth) führte gekonnt durchs Programm und trat selbst mit Frau und Tochter zur Unterhaltung des Publikums auf, das nach der Vorstellung nicht nur mit einem langen Applaus für die Vorführungen dankt, sondern auch so manchen Schein für die Aktion "Menschen für Menschen" spendete.
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