Erste Erfolge für "Wildsau-Union"

Lokales
Kastl
02.04.2015
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Die Jäger rotten sich zusammen: "Gemeinsam gegen Schwarzkittel" lautet die Devise des neugebildeten Schwarzwildringes, den der Staatsforst Hessenreuth mit den anliegenden Jagdrevieren ins Leben gerufen hat.

Jagdpächter Bruno Ponnath informierte rund 80 Mitglieder der Jagdgenossenschaft Kastl-Unterbruck im Vettersaal über die bisherigen Aktionen des neuen Verbundes. In den wenigen Nächten mit Neuschnee habe der Schwarzwildring revierübergreifende Drückjagden vorgenommen. So konnten immerhin fast 100 Sauen erlegt werden. Auch die Sammelansitze an den Wühläckern zeigten große Wirkung. Allerdings sei verwunderlich, dass ohne erkennbaren Grund ab Mitte Dezember die Sauen ausblieben: "Der Verdacht liegt nahe, dass hier einige Einrichtungen manipuliert wurden. Sollte dies so sein, gibt uns das zu denken, denn dies sei für uns Jäger nicht nachvollziehbar und kontraproduktiv", betonte Ponnath.

Bejagung neu überdacht

Sehr zu Herzen genommen hatte er sich die Kritik einiger Jagdgenossen in der Jagdversammlung 2014 wegen mangelnder Präsenz der Jagdpächter in den Revieren sowie Untätigkeit bei der Schwarzwildbejagung. Mit seinen Jägerkollegen habe er die Art der Sauenbejagung sowie die Jagdstrategie neu überdacht. Zwischenzeitlich seien drei sogenannte Wühläcker angelegt worden, die die Schwarzkittel gut annähmen. Auch der Staatsforst habe sich bereit erklärt, Wühlstreifen anzulegen, um Wildschweine von Feldern fernzuhalten.

Immer weniger Niederwild

Laut Ponnath ist der Abschussplan eingehalten worden, allerdings ist die Wildunfallquote sehr hoch. Sei beim Rotwild der Bestand so hoch wie noch nie, so seien beim Niederwild die Bestände weiter rückläufig. "Vom ein oder anderen Offenlandbrüter müssen wir uns wohl verabschieden", meinte Ponnath. Als Grund für den Rückgang des Fuchsbestandes führte er die Räude an. Zudem konnten 20 Füchse erlegt werden. Der Jagdpächter dankte den Vorstandsmitgliedern für die gute Zusammenarbeit: "Der Dialog ist stets harmonisch und sachlich gewesen." Vorsteher Gerhard Veigl berichtete, dass die Wildschäden allesamt reguliert werden konnten. Durch den Einsatz des neuen Wiesenhobels seien Schäden in den Wiesen kostengünstig behoben worden. Es sei geplant, den Hobel mit einem Sähgerät nachzurüsten. Besonders dankte Veigl allen Landwirten, die ihre Flächen mit einem Wildschutzzaun sichern. Nur so könne der Schaden gering gehalten werden. Vom Jagdpachtschilling werden wiederum 500 Euro für den Wegeerhalt verwendet.

Bürgermeister Josef Etterer dankte den Jagdpächtern und -genossen für ihren Einsatz zur Pflege von Wild und Natur. Trotz der Kritik sei gut zusammengearbeitet und entsprechende Maßnahmen seien eingeleitet worden. Im Anschluss an die Berichte ließen sich die Versammlungsteilnehmer das Jagdessen schmecken.
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