Kanalgebühr: Gesetzgeber fordert getrennte Erfassung - Wasserfilter Thema im Rat
Auch Kastl muss neu rechnen

Lokales
Kastl
10.03.2015
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Der Markt hat sich für heure einige große Projekte vorgenommen. Eines davon ist die Aktivkohlefilteranlage der Kastler Wasserversorgung am Tiefbrunnen im Hainthal. Sie wird rund 600 000 Euro kosten, der Bau soll im Sommer beginnen.

Mehr Versiegelung kostet

Ingenieur Franz Rohmaier vom Büro Kommunale Dienstleistungen Steiner und Rohmaier aus Mallerstetten-Pfaffenberg erläuterte dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung, der Gesetzgeber verlange eine gesonderte Erfassung und Abrechnung von Schmutz- und Niederschlagswasser bei den Kanalgebühren.

Bei Einfamilienhäusern mit normalem Grundstückszuschnitt werde sich dies nicht besonders auswirken. Bei Bauten mit großen, geteerten oder gepflasterten Flächen (wie Einkaufsmärkten), bei denen ein geringer Wasserverbrauch geringe Kanalkosten nach sich ziehe, könne die getrennte Regelung dagegen schon Folgen haben.

Auch die Gemeinde Kastl muss künftig Schmutz- und Niederschlagswasser der Grundeigentümer getrennt erfassen und neu berechnen. Dafür sollen vorhandene Daten und Ansichten der Grundstücke verwendet werden.

Allerdings soll dies nicht über die Köpfe der Bürger hinweg geschehen, versprach der Gemeindechef. Man werde die Betroffenen bei der Neuberechnung einbinden.

Infos zur Filteranlage

Die geplante Aktivkohlefilteranlage stellte Diplom-Ingenieur Rainer Rubenbauer vom gleichnamigen Planungsbüro aus Amberg vor. Da diese in einem absoluten Wasserschutzgebiet entstehe, seien die Kosten wegen der Auflagen erheblich. Neben dem bestehenden Tiefbrunnen soll ein rund 7x6 Meter großes Gebäude errichtet werden. Darin sind zwei Aktivkohlefilteranlagen mit zwei Metern Durchmesser und vier Metern Höhe vorgesehen.

Das wird nicht billig

Die Pumpleistung wird laut Rubenbauer etwas zurückgefahren, damit das Wasser etwa 20 Minuten im Filter bleibt, ehe es in den Hochbehälter gepumpt wird. Dadurch würden die Desethylatrazin- und Atrazinrückstände herausgefiltert. Allerdings schlagen die Kosten dieser Anlage mit rund 600 000 Euro zu Buche.

Wenn der Bau im Sommer begonnen hat und genaue Kosten vorliegen, würden die Bürger informiert, sagte der Gemeindechef zu. Die notwendigen Beiträge sollen dann 2016 abgerechnet werden.
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