"Mit Kastl ist zu rechnen"

Lokales
Kastl
23.11.2015
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In der Sitzung des Kastler Gemeinderats gab es nur einen einzigen Tagesordnungspunkt: Die Aufnahme der Kommune in die Städtebauförderung. Und dieses Anliegen besprach das Gremium besonders ausführlich, denn es geht um viel.

Bereits im Februar fand eine Besprechung zwischen Gemeindevertretern und der Regierung statt, die die Möglichkeiten und Voraussetzungen von Städtebauförderungsmaßnahmen abklären sollte. "Uns wurde klar gemacht, dass wir zuerst unsere Hausaufgaben zu machen haben, anders geht es nicht", erklärte Bürgermeister Josef Etterer. Ihre Hausaufgaben will die Gemeinde nun machen.

Konkret geht es um den Bereich rund um den Kirchplatz. "Der Kirchplatz ist das Gesicht von Kastl. Gerade dort gibt es viele sanierungsbedürftige Häuser die teilweise auch leer stehen. Aber wenn hier die Maßnahmen erfolgreich durchgeführt werden können, können wir das auch auf den Dorfkern übertragen", ist sich Etterer sicher.

Missstände ermitteln

Zu der außerordentlichen Sitzung war auch gleich ein Vertreter einer Mittlerstelle zwischen Kommune und Förderstelle geladen: Ernst Zobel von der Stadtbau Amberg, einem anerkannten Sanierungsträger. Der Diplom-Wirtschaftsingenieur will die Gemeinde im Förderverfahren unterstützen. Auch ihm fiel sofort der Leerstand im Dorfkern auf. Vor dem Beginn eines Förderverfahrens muss die Kommune eine Grobanalyse vorlegen. "Zunächst steht für Kastl eine Bürgerbefragung an. Es muss ermittelt werden, welche städtebaulichen Missstände wir hier haben", erläuterte Zobel.

Außerdem sollen Ideen zur Umsetzung der Maßnahmen entwickelt werden sowie ein Ausblick auf die Kosten gegeben werden. Erst dann kann ein Untersuchungsgebiet eingegrenzt werden, das später zum Sanierungsgebiet wird. Ein solches ist Grundvoraussetzung für Staatsgelder. "Es ist schon mal ein Anfang damit gemacht, dass Kastl seine städtebaulichen Missstände überhaupt erkannt hat", sagte Zobel.

Im Gemeinderat herrschte Einstimmigkeit. "Die Freie-Wähler-Fraktion freut sich, dass - wenn auch kurz vor Schluss - ein Antrag stattfindet", merkte Elisabeth Streng an. Johann Walter von der CSU findet es zudem wichtig, dass der Antrag Signale aussendet: "Die betroffenen Bürger sollen wissen, dass sie nicht allein sind. Kastl soll als attraktives Wohngebiet erhalten bleiben." Er mahnte jedoch, dass das Projekt nicht von heute auf morgen verwirklicht werden könne, und forderte umsetzbare und finanzierbare Vorschläge. "Ich erwarte auch, dass sich die Bevölkerung einbringt."

Einstimmiger Beschluss

Und so genehmigten die Gemeinderäte die Beschlussvorschläge - wie Anerkennung städtebaulicher Problembereiche, Erstellung einer Grobanalyse, vorläufige Absteckung des Untersuchungsgebietes sowie Stellung des Antrags auf Aufnahme in die Städtebauförderung - einstimmig. Das vorläufige Untersuchungsgebiet umfasst neben dem Kirchplatz unter anderem die Egerlandstraße, die Mühlgasse und die von-Lindenfels-Straße.

Bürgermeister Josef Etterer will nun für das weitere Verfahren die Bürger befragen, sofort eine Grobanalyse auf den Weg bringen und die Entscheidung der Räte der Regierung mitteilen. "Unser heutiger Beschluss hat vor allem eine Signalwirkung: Mit Kastl ist zu rechnen. Es ist zwar noch nichts förmlich festgelegt, aber wir sind auf dem richtigen Weg", meinte Etter abschließend.
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