Natürlich fließt auch Blut

Johann Georg Heigl, der Autor des Klosterkrimis "Der Böhmische Reiter", zog bei seiner Lesung seine Zuhörer im Paradies der Kastler Klosterkirche in seinen Bann. Bild: jp
Lokales
Kastl
18.09.2015
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Augenzeugen bei der Bergung einer Leiche wurden rund 80 Besucher der Klosterkirche: Dort, im sogenannten Paradies, stellte Johann Georg Heigl seinen Kastler Klosterkrimi vor.

Heigl hegt eine besondere Leidenschaft für die Geschichte dieser Einrichtung und der einstigen "heiligen Klosterfamilie". Das wurde in seinem Krimi "Der böhmische Reiter" deutlich, aus dem der Autor am Sonntagnachmittag im Paradies von St. Peter, hinten in der Klosterkirche, vor rund 80 Zuhörern Auszüge vorlas.

Mit Rundgängen entlang der Klostermauer illustrierte der pensionierte Studiendirektor seine Mörderstory, die er in die Geschichte des Klosters hineininterpretiert hat. Eigentlich wollte der gebürtige Kastler, der in Tauberfeld lebt und einst an Gymnasien in München, Ingolstadt und Istanbul unterrichtet hat, kein solches Buch schreiben. Doch dann erschien ihm der Kirchenführer zur Kastler Klosterkirche, den er verfasst hatte, doch recht nüchtern: Deshalb wollte er "noch was drauflegen".

"Johannes von Kastl war in dem Kirchenführer nur einmal erwähnt", bedauerte Heigl. Als er wieder einmal die Klostergeschichte studierte, kam ihm der Gedanke, daraus einen Krimi zu machen - natürlich auch mit einem Mord. "Eine bestimmte Gruppe von Menschen will, dass bei einem Krimi Blut fließt", sagte sich der Geschichtslehrer.

In den Wintertagen der vergangenen zwei Jahre tüftelte der Autor daran, wie er die Klostergeschichte mit einem Krimi verbinden könnte. "Das hat mir richtig Spaß gemacht", verriet der Autor. Den für den Krimi benötigten Toten habe er dann einfach dazu erfunden. Dass das Ergebnis nicht langweilig ist, zeigten die Zuhörer: Sie verfolgten gebannt die Geschichte um den Pater Abt und den Kommissär aus Amberg.

Sie beginnt im tiefsten Winter: Während ein Schneesturm tobt, wird der Kommissär nach Kastl beordert, um ein Verbrechen aufzuklären. Dem ist Pater Hermann im Kloster zum Opfer gefallen - und Pater Engelbert wird vermisst. Lange stellt sich für den Ermittler die Frage "Hätte stattdessen eigentlich der Prior getötet werden sollen?" Spannend erzählte der Autor, wie sich alles aufklärt.
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