Pfarrchronik prinzipiell fertig

Hans Walter will noch mit der Veröffentlichung seiner Pfarrchronik warten, bis die angeforderten Urkunden ausgewertet sind. Bild: rpp
Lokales
Kastl
26.02.2015
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Das Interesse war geweckt, als Hans Walter eine Pfarrchronik ankündigte. Das war vor etwa einem Jahr. Geschichtsinteressierte müssen sich aber noch in Geduld üben, obwohl das Werk "im Prinzip" fertig ist.

Von Hans Walters Begeisterung für regionale Geschichte haben sich nicht nur die Kastler schon mehrfach anstecken lassen. Der Ortschronist versteht es immer wieder, historische Themen kurzweilig und humorvoll zu präsentieren. Kein Wunder also, dass nach gelungenen Vorführung des Films "Frucht und Erbe" über das Kloster Speinshart (wir berichteten) viele Zuschauer sitzen blieben. Sie wollten erfahren, was er zum Thema "Kastler Pfarrchronik" Neues zu berichten hatte.

Die Geschichte der Pfarrei hatten Walter und Robert Neuber aus Zintlhammer ebenfalls als Filmdokumentation aufbereitet und im vergangenen Jahr im Pfarrsaal präsentiert. "Die Druckdatei für die Chronik ist im Prinzip fertig", berichtete Hans Walter. Dennoch habe man sich, in Absprache mit Kirchenpfleger Michael Dötsch, dazu entschieden, mit einer Veröffentlichung zu warten.

Den Ungeduldigen versprach der Autor: "Wer die Veröffentlichung nicht abwarten möchte, kann sich gerne bei mir melden. Ich werde dann die Passagen, die gewünscht werden, an die jeweiligen Interessenten weiterleiten."

Noch Urkunden sichten

Bevor das Werk in Druck geht, sollen noch eine Vielzahl alter Urkunden ausgewertet werden und in die "Kastler Pfarrchronik" einfließen. Er und Michael Dötsch haben beschlossen, 45 Urkunden als Kopien aus dem ehemaligen Besitz des Klosters Speinshart aus den Archiven in Amberg und München anzufordern und zu sichten. Die Auswertung wird unter anderem Historiker Gerhard Reiß aus Weiden vornehmen, der bereits bei den Arbeiten zum Film der "Kastler Pfarrchronik" eingebunden war und somit die geschichtlichen Zusammenhänge bestens kennt.

Viele dieser Urkunden dokumentieren laut Walter Streitigkeiten um Grund und Boden und deren Rechtsprechung sowie Schenkungen an das Kloster Speinshart. Im Speziellen geht es um "Die Streitigkeiten wegen dem Patronatsrecht über die Pfarrei Kastl", die sich fast 150 Jahre hingezogen haben, sowie um Informationen über die Wolfgangskapelle und die Bonifatiussteine, die Familien Ochs und Sparnberger und die Pfarrkirche in Kastl, die Frühmesse in Kastl, die Streitigkeiten um die Pfarrstelle in Kastl und um weitere geschichtliche Erläuterungen.

Aus dem 15. Jahrhundert

Die älteste Urkunde stammt dabei aus dem Jahre 1181, Reuth bei Kastl wird darin erstmals erwähnt. Die meisten der 45 Dokumente sind auf das 15. Jahrhundert datiert. 1543 wird schließlich bereits "Koslarn" (Altköslarn) erwähnt.

Weiterhin informierte Hans Walter, dass es in diesem Jahr 300 Jahre werden, als der damalige Pfarrer Christoph Grammer mit dem Bischof in Regensburg Kontakt aufnahm, um auf dem Kastler Berg eine Pestkapelle bauen zu lassen. "Die Dorfgemeinde hatte sich entschlossen, aus Dankbarkeit dafür, dass der Schwarze Tod nur wenige Opfer gefordert hatte ,uff der Höhe des berges, an wessen Fueß die pfarr Kirch stehet' eine Kapelle, 18 Werkschuhe lang und 11 Werkschuhe breit, zu ehren der Sanctorum 14 auxiliatorum' (14 Nothelfer) zu errichten."

Was mit der Kapelle im Laufe der Zeit geschah, sei bislang unbekannt, berichtete Walter. Dennoch sei anzunehmen, dass das heutige Bergkreuz wohl als eine Art "Nachfolger" dieser Kapelle errichtet wurde. Da dieser Ort ein beliebter Aussichtspunkt zwischen Hessenreuther Wald und Rauher Kulm sei, gebe es Bestrebungen, das Areal optisch aufzuwerten und das Umfeld neu zu gestalten. Die Zuhörer hätten Hans Walter gerne noch weiter gelauscht. Sie spürten, dass es dem Hobbychronisten am Herzen liegt, die örtliche Geschichte wieder bewusst zu machen.
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