Raith-Schwestern und der Blaimer begeistern Publikum im Kastler Kirwazelt
Resi-Schmelz-Küberl und Käfer

Die Männer ab 50 werden komisch - aber die Raith-Schwestern und da Blaimer mögens bunt und des is chronisch. Beim Konzert im Kastler Zelt blieb kein Auge trocken, beim Auftritt von Tanja und Susi in ihren bunten Ringelsocken. Bild: jp
Lokales
Kastl
12.10.2015
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Ein Konzert am Kirwafreitag im Kastler Zelt mit den RaithSchwestern und dem Blaimer - kommen da Leute? Diese Frage stellte sich vorab der Kulturverein, voran der Kastler Booder Albert Fromm: Der organisierte und verpflichtete die Künstler und landete einen Volltreffer. Zu Beginn begrüßte Dr. Anita Meier vom Kulturverein Publikum und Raith-Schwestern samt Band. Dann stellte Tanja Raith die Band vor: ihre Schwester Susi, ihren Mann Andi Blaimer, den Bassisten Marco Klement und am Schlagzeug Max Selos, ein Sohn des berühmten Orchesterchefs.

Jodler bis Calypso

Unter dem Motto "I mogs bunt" - man sah es an den bunt geringelten Strumpfhosen - wurde der Unterschied zwischen einem Bachelor und am Boatscherl erklärt: Zwei männliche "Opfer" aus dem Publikum waren gleich gefunden: Eugen, Mitte 20, und Norbert, um die 60, mit denen die Tanja humorvolle Dialoge während des ganzen Auftritts führte. Dann wurde musikalisch eingestiegen - vom Jodler, über Boogie bis zu Calypso. Nachdem der Eugen in einer späteren Zeit aufgewachsen ist, erklärte ihm Tanja, welche Scheiben sich als erstes auf dem Plattenspieler in ihrer Heimat in Roding gedreht haben. So wurden der Reihe nach die Flippers (kleine Eva), Peter Cornelius (da Kaffee is fertig) und der Trientiner Bergsteigerchor (La Montanara) in den Versionen der Raith-Schwestern serviert.

Der Blaimer Andi hörte so interessiert zu, dass er dazu Zeitung las und sich Ohrenstöpsel verpasst hatte was der Tanja allerdings sehr missfiel- denn es folgte der Song "Männer ab 50 werden komisch" - und der beschreibt die Wehwehchen der älteren Männergeneration. Um etwas gutzumachen, folgten "Geh lach a mal" und "Alloa is im Himmel net schön"- das Erlebnis mit Tanjas Opa, der 60 Jahre mit seiner Frau verheiratet war, etwas, das es heute ganz selten gibt.

Vorläufer von Tupper

Es kam die Anekdote mit den Resi-Schmelz-Küberln, den Vorläufern der Tupperware, wie gesagt wurde. Dabei erzählten Susi und Tanja einen Schwank aus ihrer Jugend in Roding. Beide wurden mit Resi-SchmelzPlastikkübeln zum Kartoffelkäferabklauben aufs Feld geschickt. Nach getaner Arbeit wurden die Eimer im Hof geleert und die Käfer zertreten - ein Spaß, aber nicht für Tierschützer.

Großer Anklang

Bekannt waren das Lied vom verregneten Sommer 2014 und der Augustjodler. Zwischendrin griffen Susi und Tanja auch zur Gitarre und zur Steierischen, und der Blaimer vertauschte seine Gitarre mit der Ukulele. Auch die Songs aus dem wirklichen Leben "Des geht nimmer, des is vorbei" und "Wo willst denn hin mit deim armseligen Leben", die so manche Situation der älteren Generation beschreiben, fanden großen Anklang beim Publikum, das die Schwestern, den Blaimer und die Band mit einem Riesenapplaus verabschiedete.

Es war ein toller Abend, so die einhellige Meinung, und man kann Booder Fromm nur für seinen Mut danken, eine solch klasse Unterhaltungsformation geholt zu haben.
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