Rettungswagen schließt Lücke

BRK-Kreisvorsitzender Gerd Geismann. Bilder: bö (2)
Lokales
Kastl
24.09.2015
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Ein weißer Fleck in der rettungsdienstlichen Versorgung im Lauterachtal verschwindet: In Kastl ist ab Donnerstag, 1. Oktober, ein Rettungswagen des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) stationiert.

(bö) Für die Kastler war es am späten Montagabend schon etwas ungewöhnlich, über längere Zeit ein Sanitätsfahrzeug vor dem Rathaus stehen zu sehen. Doch der funkelnagelneue Rettungswagen des BRK, kurz RTW genannt, gehört künftig genauso zum Alltagsbild im Markt und seiner Umgebung, wie die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und der Bergwacht.

"Wir sind stolz darauf, dass wir die Rettungswache nach Kastl bekommen", merkte Bürgermeister Stefan Braun an. Für den Markt sei dies eine enorme Aufwertung als Kleinzentrum in der Region. Mit der Bergwachtsektion, die ebenfalls in Kastl zu Hause ist, der Gruppe der Helfer vor Ort (HvO), der Wasserwacht und dem Seniorenwohnheim St. Josef hätten Gemeinde und Region eine gute Infrastruktur im Rettungsdienst.

Großes Bürgerinteresse

BRK-Kreisvorsitzender Gerd Geismann machte deutlich, es sei dem Kreisverband wichtig gewesen, in Kastl und der Umgebung schnell und kompetent einsatzbereit zu sein: "Der Kreisvorstand ist einstimmig hinter diesem Ansinnen gestanden, in Kastl einen eigenen Rettungswagen zu stationieren." Überrascht zeigte sich BRK-Kreisgeschäftsführer Björn Heinrich vom großen Interesse vieler Bürger, die in den Sitzungssaal des Rathauses zum Informationsabend gekommen waren: "So viele Leute findet man sonst nur bei Aufregerthemen."

Der Stationierung des Rettungswagens in Kastl war in den vergangenen Jahren eine wissenschaftliche Untersuchung des Institutes für Notfallmedizin des Klinikums der Universität München (INM) vorangegangen. Auftraggeber waren das Innenministerium und die Sozialversicherungsträger. Das INM untersucht regelmäßig Trends und Struktur der Rettungsdienstversorgung im Freistaat in Form sogenannter Trust-Analysen. "Die flächendeckende Versorgung mit rettungsdienstlichen Leistungen ist eine öffentliche Aufgabe und durch einen öffentlichen Rettungsdienst sicherzustellen", erläuterte Heinrich zum Ergebnis der Untersuchung und der Stationierung des RTW in Kastl.

Schwachstelle erkannt

Im Landkreis würden die Hilfsfristen zu über 90 Prozent eingehalten. "Eine flächendeckende Versorgung gilt als sichergestellt, wenn in der absoluten Mehrzahl der Noteinsätze - und da spricht man von etwa 80 Prozent - innerhalb von zwölf Minuten ein geeignetes Rettungsmittel am Einsatzort eintrifft", konkretisierte Heinrich. Im Bereich des Lauterachtales und rund um Kastl habe man dabei im oberen Bereich gestanden - und diese Schwachstelle erkannt.

Bereits 2012 hatte es erste Gespräche über die Stationierung eines Rettungsfahrzeuges in Kastl gegeben. 2014 wurde die Dienstleistungskonzession für den RTW ausgeschrieben. Dieses Jahr hat das Rote Kreuz den Zuschlag für den Betrieb des Wagens bekommen.
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