Säge-Experten in luftiger Höhe

Baumsteiger sind Experten, wenn es darum geht, besonders anspruchsvolle Fällarbeiten zu erledigen. In Kastl hatten sie es mit einigen besonders kniffligen Exemplaren zu tun. Bild: hfz
Lokales
Kastl
21.07.2015
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Wie Eichhörnchen klettern sie in die Baumkronen. Dort arbeiten Baumsteiger in schwindelerregender Höhe mit der Motorsäge. In Kastl waren jetzt solche Experten im Einsatz.

Spezialisten der Bayerischen Staatsforsten helfen momentan mit geballtem Know-how, damit der Markt wie geplant in Kürze mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses und des gemeindlichen Bauhofes beginnen kann. Dazu mussten vorab gemeindlicher und Staatsforsten-Grund verkehrssicher gemacht werden. Oberhalb des ehemaligen Baywa-Geländes standen gefährlich nach unten hängende Bäume, zwieselige und gefaulte Buchen, die gefällt werden mussten. Oberstes Ziel dabei waren die Sicherheit der Arbeiter und der künftige Schutz der Gebäude samt der darin Beschäftigten.

Bereits im Vorfeld stimmten bei einem Ortstermin Bürgermeister Stefan Braun, Revierleiter Jürgen Färber von den Bayerischen Staatsforsten und Revierleiter Michael Bartl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die Maßnahme ab. Durch das Fällen der gefährlichen Bäume wird hier langfristig ein stabiler, artenreicher Waldrand entstehen. Über gebaggerte Rückewege konnte mit einem Harvester ein Großteil der Bäume entfernt werden. Übrig blieben aber eine paar Exemplare, die es an Gefährlichkeit richtig in sich hatten. Deshalb wurden vom Kollegialbetrieb der Bayerischen Staatsforsten Kelheim mit Günther und Manfred Ferstl zwei absolute Spezialisten geholt: Baumsteiger, die wie Eichhörnchen auf die Bäume klettern und dort mit Motorsägen arbeiten. Sicherungsseile bewahren sie und den Baum vor einem unkontrollierten Sturz. Was für Zuschauer spektakulär aussieht, ist absolute Knochenarbeit und an Gefährlichkeit kaum zu überbieten, betonten die Staatsforsten.

Die Holzfällarbeiten am Boden erledigten die besten Kräfte des Forstbetriebs Burglengenfeld, die Forstwirtschaftsmeister Jonas Hofmann und Martin Lehmeier. Gemeinsam mit dem Forstunternehmen Ried aus Hirschwald, ebenfalls erfahren in schwierigster Baumfällung, konnten die Arbeiten zügig durchgezogen werden. Bei der Absicherung des Areals unterstützten Mitarbeiter des Marktes die Einsatzkräfte.

Die Baumsteiger sicherten mit Drahtseilen in luftiger Höhe Baum für Baum und schnitten gefährliche Kronenteile ab - zum Teil in 20 Metern Höhe. Die Forstwirtschaftsmeister fällten anschließend die Bäume mit spezieller Technik. Dabei sicherte Robert Ried die Starkbuchen gegen unkontrolliertes Fallen mit einer laufend auf Spannung gehaltenen, maschinellen Seilwinde ab: So kamen diese absolut zielgerichtet zu Fall. Für jedes Exemplar war präzise Teamarbeit gefragt, um die bestmögliche Lösung des Problems zu finden. Zahlreiche Zuschauer beobachteten das Spektakel, das sich bis in den Nachmittag hineinzog.

Für stellvertretenden Betriebsleiter Erwin Graf und Bürgermeister Stefan Braun war das Wichtigste, dass dieser Holzeinschlag unfallfrei erledigt werden konnte: Damit kann das Bauvorhaben wie geplant beginnen.
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