"Servus" heißt hier "Halleluja"

Der lernt"s nimmer: Die beiden herzigen himmlischen Wesen, Engelberta (Nicole Donhauser-Schudnagis, links) und Luciana (Kathrin Kerscheinsteiner, rechts), mühen sich redlich, um Engelbert (Thomas Geitner) das Fliegen beizubringen. Und weil sie ihn so süß finden, würden sie am liebsten tagtäglich mit ihm zum Wolkenhüpfen verschwinden. Bilder: Hartl (4)
Lokales
Kastl
22.02.2015
81
0

Für die Bayern könnte der Himmel so schön sein: zünftige Musik, süffiges Bier und ab und an ein gepflegter Schafkopf. Ja, so ließe es sich im Paradies aushalten. Wenn nicht eine herrische Preußin in den himmlischen Gefilden das Regiment führen würde.

"Wo geht's denn do zum Himmi?", fragten die KaUtzigen am Samstagabend bei der Theaterpremiere im Saal des Gasthofes Forsthof ihr Publikum. Auf der Bühne war ein wunderschönes Paradies aufgebaut: ein paar Wölkchen, auf denen zwei waschechte Bayern (Gerd Schudnagis als Blasius und Manfred Knauer als Dominikus) sitzen, das Portal Oberpfalz, Gabrielus (Gernot Meier) als dessen Oberengel, zwei herzige himmlische Wesen (Nicole Donhauser-Schudnagis als Engelberta und Kathrin Kerschensteiner als Luciana), die fleißige Petronella (Daniela Schuller), die jedem Neuankömmling sein Flügelhemdchen an- und verpasst. Und schließlich noch der zu Sturzflügen und Bruchlandung neigende Engelbert (Thomas Geitner) sowie Emaus (Simon Neger), der Galaxis-Blitz-Kurier, der immer erst dann an der Pforte aufschlägt, wenn der Neuankömmling schon längst eingetroffen ist.

Paradiesisch könnt's im Himmel sein, wäre da nicht eine Preußin: Felicita (Desiree Schwers) nämlich kommt mit der bayerischen Mentalität gar nicht zurecht, als Verwalterin von Gabrielus' Gefilde führt sie ein strenges Regiment. Statt Bier gibt's Manna-Cocktail, Blasmusik ist ebenso verpönt wie ein gepflegter Schafkopf - und "Servus" heißt hier "Halleluja". In dieses so freudlose Dasein platzt ein Neuzugang: Pankratius (Dominik Heider), gewandet in Lederhose und Trachtenjanker, auf dem Kopf einen Tiroler Hut samt Gamsbart, die Füße in Haferlschuhen, eine riesige Tuba unterm Arm.

Eintracht, Friede und Stille

"T'schuldigung, wo geht's denn da zum Himmi?", fragt er unbedarft, um sogleich von Felicita gemaßregelt zu werden. Doch davon lässt der Neuankömmling sich nicht beeindrucken: Er bläst seine Tuba und holt die Spiel-Karten aus der Hosentasche. Und schon legen er und seine beiden Spezln aus dem irdischen Leben, Blasius und Dominikus, so richtig los: Beim ersten himmlischen Schafkopfturnier bleibt selbst Felicita ("Bei uns im Himmel herrscht Stille, Friede und Eintracht") die Spucke weg. Noch mehr leiden muss Pankratius, als wenige Tage nach ihm auch seine Ehefrau Rosalinde (Daniela Görtling), fortan Benedicta genannt, im Oberpfälzer Abschnitt des Himmels aufkreuzt. Mit "Wo geht's denn denn do zum Himmi?", einem Dreiakter von Ulla Kling, den Regisseur Harald Meier ein wenig umgeschrieben und auf örtliche Begebenheiten zugeschnitten hat, trafen die KaUtzigen genau den Geschmack des Premieren-Publikums.

Perfekt herausgearbeitete Charaktere, pointierte Äußerungen, Wortwitz, so manche Überraschung, technische Raffinessen und ein wunderbarer Himmel in 3 D, bei dem sich vor allem Ortsheimatpfleger Hermann Römer eingebracht hatte: Die Theatergruppe hat ihr Publikum bestens unterhalten. Turbulent wurde es vor allem im dritten Akt. Den himmlischen Bewohnern reicht's endgültig, als Felicita noch dem Galaxis-Blitz-Kurier den Vertrag kündigt.

Die Preußin muss weg

Die Preußin muss weg, sind sich die alteingesessenen Paradies-Bewohner einig. Doch dafür brauchen sie die Hilfe eines besonderen, zwischen den Welten pendelnden Wesens ...
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.