Spezialisten am Werk

Mobile Seilbahntechnik macht möglich, die Steilhänge am Kastler Berg für die Umgebung schonen zu durchforsten. Die nötigen Geräte sind üblicherweise nur im Hochgebirge im Einsatz. Bild: hfz
Lokales
Kastl
20.02.2015
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Hochgebirgstechnik am Kastler Berg. Nur so kann die Bayerische Staatsforsten die nötige Bestandspflege gewährleisten. Allerdings müssen die Arbeitsareale weiträumig gesperrt werden.

Im Steilhang des Kastler Bergs entlang der Lauterach arbeitet derzeit eine sogenannte Seilkrananlage im Holzernte-Einsatz. Für das unwegsame Gelände haben die Bayerischen Staatsforsten diese speziell für die Holzernte im Hochgebirge konzipierten Maschine geordert. Revierleiter Jürgen Färber vom Forstrevier Kastl-Ensdorf sah keine andere Möglichkeit, den notwendigen Einschlag zur Auflichtung des Bestandes im Staatswalddistrikt Lauterach möglichst bodenschonend durchzuführen, heißt es in einer Pressemitteilung der Staatsforsten.

Radweg betroffen

Zudem sollte auch der bestehende Trimm-Dich-Pfad für weitere Nutzungen geschont werden. Der angelaufene Holzeinschlag hat das Ziel, durch die Entnahme von älteren Bäumen dem nachwachsenden Bestand mehr Licht zu geben. Das ist für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes von großer Bedeutung, schreiben die Forstleute. Während der Arbeiten muss allerdings der beliebte und recht hoch frequentierte Lauterachtal-Radweg gesperrt werden. Nicht zuletzt deshalb habe sich der Winter angeboten, diese Arbeiten zu erledigen, weil in diesen Monaten weniger Radler unterwegs sind. In den Steillagen des Kastler Berges mit ihrer Hangneigung zur Lauterach existieren keine Forstwege. Daher kann das eingeschlagene Holz nicht auf konventionellem Weg aus dem Wald transportiert werden.

Hänge nicht befahrbar

Die ansonsten üblichen Maschinen, sogenannte Forwarder oder Rückeschlepper, müssten in den Bestand hineinfahren. Das Gelände lässt das jedoch nicht zu. Eine Erschließung über extra angelegte Rückewege kam laut der Staatsforsten aus Boden- und Naturschutzgründen grundsätzlich nicht in Frage. Denn die Flächen grenzen an die Talwiesen und den Bachlauf der Lauterach und damit ein sensibles und besonders geschütztes FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) an. Daher haben sich der Revierleiter und Forstbetriebsleiter Thomas Verron für diese im Flachland weniger bekannte Holzernte-Technik entschieden.

Spezialfirma verpflichtet

Der Einschlag wird von der auf solche Einsätze spezialisierten Firma Göhl aus Oberstdorf-Tiefenbach abgewickelt. Sie ist mit einem Drei-Mann-Team vor Ort, das einen Maschinenpark ein Bergauf-System, einen Laufwagen und einen Endmast-Bagger umfasst. Der Seilkran selbst ist auf einen Lkw montiert, der den oberen Punkt der Seiltrasse hinunter zu dem Endmast-Bagger bildet. Im Hang arbeiten zwei Männer. Einer fällt Bäume, der andere hängt sie an den Laufwagen an. Danach werden sie nach oben zu dem Lkw gezogen, dort sortiert und gelagert.

Nicht mehr lange

Die notwendig gewordene Sperrung wird voraussichtlich noch bis Anfang März bestehen bleiben. Der Forstbetrieb weist darauf hin, dass den ausgeschilderten Absperrungen unbedingt Folge zu leisten ist, da in diesen Bereichen akute Lebensgefahr herrschen kann. Nach Abschluss der Holzabfuhr werden die betroffenen Wege und der Radweg wieder freigegeben. Der Forstbetrieb sichert zu, den momentan für die Arbeiten beanspruchten Lauterach-Radweg möglichst schnell mit Splitt und anderweitigen Pflegemaßnahmen wieder in Schuss zu bringen.
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