Suche nach richtigem Weg

Lokales
Kastl
03.06.2015
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Als Josef Weidner, allseits bekannt auch als der Mesner der Pfarrgemeinde Kastl, 1975 die Leitung der Wallfahrt von seinem Vorgänger Ludwig Kästl übernahm, wollte er es nur für ein Jahr stellvertretend tun. Mittlerweile ist er 40 Jahre als Wallfahrtführer tätig, aber bald ist Schluss damit.

Bei einer Wallfahrt gibt es immer einen Wallfahrtführer, der alles organisiert und den Gläubigen vorangeht. In Kastl gibt es keinen Wallfahrerverein. Somit trägt der Wallfahrtsführer eine große Verantwortung. Er wird von seinem Vorgänger nach jahrelanger Beobachtung und Erfahrung bestimmt. Es ist eine ehrenamtliche Tätigkeit.

Zum Glauben finden

"Erst wollte ich nicht, dann merkte ich, wie gut mir das tut. Nun führe ich die Wallfahrt schon vierzig Jahre lang an und bin stolz, dass ich es sein kann", schwärmt Josef Weidner. "Ich gehe den Gläubigen voran und sage an, was kommt und bete der Gemeinschaft vor. Wir beten während des ganzen Weges." Alles beginne mit dem Rosenkranz, dann folge die Litanei und ein Lied. "Das wird immer wiederholt. Es gibt aber auch Pausen zum persönlichen Gebet, das eigene Anliegen. Das ist den Wallfahrern besonders wichtig."

Weidner ist es ein persönliches Anliegen, die Wallfahrt zu erhalten. " Ich konnte beobachten, wie manche Menschen durch die Wallfahrt wieder zum Glauben zurückfanden." Besonders der enge Zusammenhalt der Gläubigen sei etwas Schönes. Viele der Wallfahrer seien jedes Jahr dabei. Andere gehen mit, weil sie von ihren Bekannten gehört haben, wie gut die Wallfahrt tut. Inzwischen beteiligen sich nicht nur Menschen aus der Kastler Pfarrei.

Wallfahrt vorleben

"Es sind aber auch liebe Gewohnheiten, vielleicht auch Freundschaften entstanden." So werde die Wallfahrergruppe in Sassenreuth von der Freiwilligen Feuerwehr nachts um zwei Uhr hervorragend bewirtet. "Es ist wie ein Tischlein deck dich, was Peter Speckner und sein Team von der Feuerwehr da jedes Jahr anbieten. Sogar Blumen stehen auf dem Tisch." Tradition ist es inzwischen auch, zum Frühstück in Pegnitz im Gasthaus Meier einzukehren.

Inzwischen sind es drei Gruppen, die sich in Gößweinstein zusammenfinden. Die erste Gruppe läuft den ganzen Weg von Kastl nach Gößweinstein. Die Zweite fährt mit dem Bus bis Pegnitz und läuft die restliche Strecke mit. Die dritte Gruppe trifft mit den Musikanten in Gößweinstein ein. So habe jeder die Möglichkeit, dabei zu sein.

Durch sein Engagement, seine Motivation und seine Überzeugung lebt Weidner den Gläubigen vor, dass die Wallfahrt auch für sie nützlich sein kann. "Das Beten zentriert auf das Wesentliche und hilft, den richtigen Weg wieder zu sehen und gestärkt für den Alltag zurückzukommen." Er selbst habe genau das erlebt und wolle darauf in seinem Leben nicht mehr verzichten. Dennoch wird er das Amt des Wallfahrtführers in diesem Jahr das letzte Mal ausführen.

Künftig wird Frieda Zeitler den Wallfahrern vorangehen. Der Wechsel findet im 150. Jubiläumsjahr statt. Josef Weidner dankt den Helfern in seinem Team, vor allem Frieda Zeitler, Martina Ogundke und Silvia Schinner für ihre Unterstützung. Ebenso richtet sich sein Dank an die Wallfahrtsbegleiter der Freiwilligen Feuerwehr und des Roten Kreuzes.
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