Verbandsräte der Pettenhofener Gruppe wollen den Hallerbrunnen vor erhöhten Schadstoffeinträgen ...
Mit Aktivkohlefilter wie Mineralwasser

Xaver Lang (rechts), der Vorsitzende des Wasserzweckverbandes Pettenhofener Gruppe, informierte sich mit den Verbandsräten über die Wasserversorgung Birgland bei Schwend. Bürgermeisterin Brigitte Bachmann (Mitte) informierte über die Funktion und den Einbau eines Aktivkohlefilters, wie ihn die Wasserversorgung Birgland schon hat und ihn die Pettenhofener Gruppe plant. Bild: jp
Lokales
Kastl
06.10.2014
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Weil geplant ist, im Hallerbrunnen einen Aktivkohlefilter einzubauen, hatte Xaver Lang, der Vorsitzende des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Pettenhofener Gruppe, seine Verbandsräte aus den Gemeinden Lauterhofen, Kastl, Alfeld, Pilsach und Berg zu einer Informationsfahrt eingeladen. Sie besichtigten dabei auch die Wasserversorgung Birgland bei Schwend.

Anlass für die Fahrt war laut Lang, dass der Zweckverband seit 60 Jahren besteht und dass der Einbau einer Aktivkohlefilteranlage mit drei Kesseln zu je zehn Kubikmeter ins Wasserwerk bei Schlögelsmühle notwendig wird. Das soll präventiv erhöhte Schadstoffeinträge verhindern. Dazu sei es auch nötig, Wasserschutzgebiete auszuweisen, die die Qualität des Trinkwassers erhalten. Ein Problemfall sind die Dolinen bei Muttenshofen, in die der Reifenabrieb und die Abwässer der nahen Autobahn fließen, was beim Hallerbrunnen nach spätestens fünf Tagen zum Vorschein kommt, wie Farbversuche ergaben.

Kosten: 1,3 Millionen Euro

In Sachen Aktivkohlefilteranlage wurde das Ingenieurbüro Petter mit der Untersuchung beauftragt. Es stellte fest, dass ein Anbau der Filteranlage an das Gebäude beim Wasserwerk in der Schlögelsmühle günstiger ist, als die Anlage in die bestehende Wasserversorgung des Wasserwerks zu integrieren. Auf den Zweckverband werden wohl Kosten von 1,3 Millionen Euro zukommen. Wie Wassermeister Elmar Halk sagte, werden mit einer Aktivkohlefilteranlage die belastenden Stoffe im Grundwasser wie Rückstände aus Arzneimitteln, Mineralölen und Pflanzenschutzmitteln herausgefiltert.

Danach besichtigte man die Wasserversorgung der Schwend-Poppberg-Gruppe, die bereits über einen Aktivkohlefilter verfügt. Birgland-Bürgermeisterin Brigitte Bachmann erläuterte, dass die Birgländer Wasserversorgung mit Atrazinrückständen zu kämpfen gehabt hätte und nur mit einer Ausnahmegenehmigung zu betreiben gewesen sei, die jetzt ausgelaufen sei. Das Wasserwerk im Birgland verfügt über zwei Kessel, in der Wasserversorgung in Alfeld gibt es einen Kessel. "Es ist eine deutliche Reduzierung der Schadstoffbelastung im Trinkwasser festzustellen", sagte Bachmann.

Weitere Ziele der Fahrt waren die Dolinen bei Muttenshofen, die Wasserversorgung Traunfeld und die Hochbehälter in Lauterhofen und Mittersberg. Laut Xaver Lang hat die Pettenhofener Gruppe 118 Kilometer Rohrleitung mit rund 4000 Anschlüssen in fünf Gemeinden. Die Abnahmemenge beträgt rund 350 000 Kubikmeter pro Jahr. Die Quelle im Hallerbrunnen liefert bis zu 120 Liter pro Sekunde. Derzeit ist es aber nur ein Drittel dieser Menge. Wenn der Filter eingebaut werde, sei die Wasserversorgung des Zweckverbands auf dem neuesten Stand und das Trinkwasser habe Mineralwasserqualität.
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