Zum Gewerbegebiet gedrängt

Die beiden Bauvorhaben (rot) von Christoph Raps mit dem Hackschnitzellager im Bestand hat das Landratsamt als nicht-privilegierte Gewerbebetriebe eingestuft. So bekommt Kastl unverhofft ein neues Gewerbegebiet.
Lokales
Kastl
12.11.2015
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Kastl hast ein neues Gewerbegebiet. Ohne dass Christoph Raps das bezweckte, hat das Landratsamt sein Bauvorhaben als Gewerbebetrieb eingestuft. Die Gemeinde konnte die Beamten in Tirschenreuth nicht umstimmen.

"Dieses Bauvorhaben beschäftigt uns schon länger", kommentierte Bürgermeister Josef Etterer und erzählte die ganze Geschichte in der Novembersitzung. Bereits Mitte Februar hatte Raps eine Bauvoranfrage an das Landratsamt für sein Gelände in der Hauptstraße 2 gestellt. Auf einer Teilfläche will er eine Waschhalle mit Diesellager und eine Maschinenhalle errichten.

Im Mai erklärte ihm das Bauamt, dass die Gebäude für den Agrar-Service benutzt werden und so als Gewerbebetrieb und nicht wie gewünscht als landwirtschaftlicher Betrieb einzustufen sind. Dadurch handelt es sich um kein privilegiertes Bauvorhaben mehr - ein Bebauungsplan ist zwingend notwendig. Doch Raps gab nicht auf und sprach mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Tirschenreuth. Dieses bejahte grundsätzlich eine landwirtschaftliche "Prägung", was auch dem Landratsamt mitgeteilt wurde. Im Oktober fuhren zudem Bürgermeister Etterer sowie Wolfgang Schultes und Josef Kuhbandner von der VG Kemnath nach Tirschenreuth, um das Bauamt umzustimmen. "Das Landratsamt ist aber nicht von seiner Meinung abgerückt", bedauerte Etterer. Es legte fest, dass Raps' Hackschnitzellager und die beiden geplanten Gebäude keine privilegierten landwirtschaftlichen Betriebe sind. So ergibt sich die paradoxe Bezeichnung eines "privaten Gewerbegebietes".

Neue Zufahrt nicht sinnvoll

Ein weiterer Streitpunkt mit dem Landratsamt ist die Zufahrt zum geplanten Gewerbegebiet. Die Tirschenreuther schlugen eine neue Zufahrt westlich vom Hackschnitzellager vor. "Das ist nicht sinnvoll. Das sind viele zu starke Radien, um mit großen Maschinen zu rangieren", argumentierte Etterer. Die alte Zufahrt ist deshalb im Aufstellungsbeschluss beibehalten, dem die Gemeinderäte geschlossen zustimmten.

Das weitere Verfahren geht nun hoffentlich schneller. Denn Etterer verkündet, dass Raps bereits im März 2016 mit dem Bau beginnen möchte.
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