Klosterburg könnte Behörden-Domizil werden
Für Kastl eine Lösung in Sicht

Noch nicht am Ziel - aber auf dem Weg dorthin: Offenbar hat die Kastler Klosterburg eine Zukunft als Domizil für eine öffentliche Nutzung. Die Entscheidung soll laut Finanzminister Markus Söder nach der Sommerpause fallen. Archivbild: Huber
Politik
Kastl
15.07.2016
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Allzu weit aus dem Fenster lehnen wollte sich Finanzminister Markus Söder nicht. Noch nicht. Zwischen den Zeilen klang dann recht deutlich durch: Es ist offenbar eine neue Nutzung für die Kastler Klosterburg in Sicht. Nicht von privater Seite.

Was tun mit dem denkmalgeschützten Ensemble? Das ist eine harte Nuss. Daran ließ Markus Söder am Donnerstag beim Redaktionsgespräch in der Amberger Zeitung vor seinem Auftritt beim CSU-Sommerempfang in Amberg (Bericht auf Seite 26, SRZ Seite 44) keinen Zweifel: "Es ist eine große Herausforderung, aus solchen Liegenschaften etwas zu machen." Ein Problem - nicht nur in Kastl. "In Bayern haben wir häufig die Situation, dass wir vergleichbare Objekte haben, die schön sind, aber leer stehen." Die Entwicklung einer solchen Immobilie sei ein Prozess, den man begleiten könne, "aber man braucht dazu eine Idee". Die scheint es für Kastl jetzt zu geben.

"Es wird kein Disneyland"


Söder hielt sich zwar sehr bedeckt. Der Minister sagte aber, es bestehe "eine gute Chance", neues Leben in den historischen Komplex zu bringen, weil es an anderer Stelle Überkapazitäten in der Verwaltung gebe. Also soll eine Behörde in die Klosterburg einziehen? Söder: "Es wird kein Disneyland. Aber eine öffentliche Nutzung ist denkbar."

Vorgaben schränken ein


Eines der Probleme bei der Suche nach einer neuen Verwendung sei der Denkmalschutz - insbesondere für private Investoren. "Hotels erwarten Freiräume", weiß der Minister, und die seien durch die Schutz-Vorgaben bei historischen Bauten eingeschränkt.

Entsprechend scheint die Zukunft der Klosterburg wohl in öffentlicher Hand zu bleiben. In Kastl sei man jetzt einen Schritt weiter, "aber noch nicht am Ziel", bremste Söder noch ein wenig, gab aber trotzdem schon einen Zeithorizont an: In diesem Jahr sollte es eine Lösung geben.

Das gilt zumindest für die grundsätzliche Entscheidung, wer in den Komplex einziehen wird. Bis diese dann in die Tat umgesetzt wird, kann es freilich schon noch ein Weilchen dauern. Dazu sind laut Söder weitere Schritte nötig, wie etwa Haushaltentscheidungen, Gutachten - "solche Verfahren sind langwierig".

"Nach der Sommerpause"


Wohin der Weg in Kastl prinzipiell geht, könnte allerdings nun doch recht bald klar sein: "2016 werden wir auf jeden Fall etwas entscheiden", kündigte Söder an - und wurde im Nachsatz noch ein bisschen konkreter: "Nach der Sommerpause."

Die Geschichte von ZDF-Sportreporter Béla Réthy, der 1967/68 Schüler in der Kastler Klosterburg war und sich dort so unwohl fühlte, dass er stiften ging, erinnerte Minister Markus Söder an seine eigene Schulzeit. Sein Vater habe ihm damals gedroht, wenn er nicht lerne, komme er ins Jungeninternat nach Uffenheim. Diese Stadt meide er deshalb bis heute irgendwie, gestand Söder lachend. Obwohl man den Minister dort freundlich zu einem Besuch eingeladen habe. Ob er dieses Angebot annehme, wisse er noch nicht, sagte Söder augenzwinkernd .

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