Polizei-Fachhochschule in der Klosterburg
Sicherheitshochburg Kastl

Wollen Bayern von Kastl aus sicherer machen: (von links) Abgeordneter Harald Schwartz, Staatssekretär Albert Füracker, Heimatminister Markus Söder, Landrat Richard Reisinger und Bürgermeister Stefan Braun. Bild: Steinbacher
Politik
Kastl
17.10.2016
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Jetzt also auch Kastl: Der Markt mit 2500 Einwohnern ist Hochschulstandort. Ab 2020 sollen 90 Drittsemester der Polizei-Fachhochschule Sulzbach-Rosenberg die Klosterburg beziehen.

Der Heimatminister, der die Heimat auch als potenzieller CSU-Chef nicht verlassen will, hat ein Versprechen gehalten: Die Hochschulstandorte Bayerns wandern immer tiefer in den ländlichen Raum. "Alle, die hier sitzen", scherzt Markus Söder, "haben mich bis an die Grenze meiner psychischen Belastbarkeit bedrängt."

Die Staatsregierung wolle den Freistaat sicherer machen. Das habe zu Engpässen am Ausbildungsstandort Sulzbach-Rosenberg geführt. Die Frage lautete: "Container oder eine richtig sinnvolle Lösung." Und da sei die nur 22 Kilometer entfernte ehemalige ungarische Schule der nachhaltigere Ansatz, als die kurzfristig etwas günstigere Container-Lösung - auch wenn sich der Renovierungs- und Umbaubedarf auf etwa 15 Millionen Euro summierten.

Umbaubeginn 2018


"Wenn diese Möglichkeit nicht genutzt wird", assistiert Staatssekretär Albert Füracker dem Minister, "bleibt der Freistaat auf den Kosten für die leerstehende Immobilie sitzen." In Kürze werde er mit dem Vorsitzenden des Haushaltsausschusses die Details besprechen, damit die Planung unverzüglich beginnen könne. Der CSU-Bezirksvorsitzende geht von einem Baubeginn in 2018 aus.

"Ich könnte nicht froher sein, als ich's heute bin", stimmt Harald Schwartz in den Jubel-Kanon ein, "eine weitere Entscheidung für den ländlichen Raum." Als Steuerzahler freue sich der CSU-Abgeordnete, dass Unterhaltskosten im Millionenbereich gespart würden. Landrat Richard Reisinger nennt die Entscheidung "Bescherung pur". Mit der mittelalterlichen Burganlage des Grafen Berengar von Sulzbach, in die 1103 ein Benediktinerkloster integriert wurde, könne ein wichtiges Denkmal erhalten werden. "Als Sulzbach-Rosenberger bin ich sehr froh, dass die Klammer gelungen ist", verweist er auf historische Bezüge zwischen Sulzbach-Rosenberg und Kastl, die nur ein Katzensprung trenne.

"Ich gehöre zu den glücklichsten Bürgermeistern des Landkreises", jubiliert Stefan Braun. "Unser Markt freut sich, zur Sicherheitslage in ganz Bayern beitragen zu können." Das Heimatministerium mache mit solchen Entscheidungen seinem Namen alle Ehre.

Ingbert Hoffmann, Fachbereichsleiter der beiden Fachhochschulstandorte für Polizei in Fürstenfeldbruck (Südbayern) und Sulzbach-Rosenberg (Nord- und Ostbayern) freut sich mit seinen Studenten über die weitere Verbesserung der heimatnahen Ausbildung. Der kunstsinnige Bildungspolizist ist begeistert vom architektonischen Juwel: "Wir haben dann nach dem Kloster Fürstenfeld ein zweites kunsthistorisch wertvolles Wahrzeichen als Ausbildungsort."

In Kastl plant die Polizei die Unterbringung von zunächst 90 Studenten in zeitgemäß ausgestatteten Einzelzimmern. Später sollen bis zu 120 der insgesamt 370 Studierenden jährlich in drei Klassen ihr drittes Semester, den fachtheoretischen Abschnitt, in der Klosterburg absolvieren.

Bepo-Ausbau in NabburgDie Bereitschaftspolizeiabteilung Sulzbach-Rosenberg investiert kräftig in ihre Außenstelle in Nabburg (Kreis Schwandorf). Ein bis vor kurzem noch von der Bundespolizei genutztes Ex-BGS-Stabsgebäude baut sie in den nächsten Wochen zu Büros um. Parallel werden die Vorbereitungen getroffen, ein viertes Ausbildungsseminar zu stationieren. Auf einer Freifläche entstehen drei Häuser für 160 Beamte in Ausbildung und 30 Stammkräfte. Nach Umsetzung der Maßnahme - spätestens 2018 - zählt Nabburg knapp 700 Beschäftigte. Mit der Kapazitätserweiterung steht auch der Bau von vier neuen Lehrsälen bis zum Frühjahr 2018 in Verbindung. Für diese drei Vorhaben liegen die Kosten zwischen sieben und neun Millionen Euro. 75 Prozent des einstigen Grenzschutzgeländes gehören bereits dem Freistaat. Weitere 4,2 Hektar kauft er 2017 vom Bund. Anstelle der ehemaligen BGS-Schießbahn kann für rund zehn Millionen Euro ein oberpfalzweit zentrales Einsatztrainingszentrum entstehen. Auf dessen gemeinsamen Bau zu einem noch nicht festgelegten Zeitpunkt haben sich die Präsidien von Bereitschafts- und Landespolizei bereits verständigt. 20 Millionen Euro stehen zudem für die Infrastruktursanierung auf dem Standort zur Verfügung. Seit der Übernahme im Jahr 1998 hat Bayern bisher 22 Millionen Euro in Nabburg verbaut. (am)
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