Reinhold Strobl fragt nach der Zukunft von Kastls Wahrzeichen
Keiner will die Klosterburg

Was wird aus der verwaisten Kastler Klosterburg? Die Größe der Immobilie ist nach Auskunft von Heimatminister Markus Söder das Problem. MdL Reinhold Strobl plädiert gerade deshalb für eine Zukunft mit mehreren Nutzern. Archivbild: Huber
Politik
Kastl
26.03.2016
319
0

Seit über neun Jahren steht die Klosterburg Kastl leer. Was soll aus ihr werden? Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl hat nachgefragt. Und jetzt Post von Heimatminister Markus Söder bekommen.

"Es kann und darf nicht sein, dass diese Immobilie nochmals jahrelang leer steht", betont Strobl. Er hatte einen ganzen Fragenkatalog zur Klosterburg eingereicht. Heimatminister Markus Söder hat diese schriftlich beantwortet - blieb eine konkrete Aussage zur künftigen Nutzung des Komplexes aber schuldig.

Söder teilt mit, dass von 2007 bis 2015 rund eine Million Euro für Bauunterhalt und Bewirtschaftung der Klosterburg ausgegeben worden sei. Fassaden, Burgmauern, Dächer (Sturmschäden), aber auch die Heizungsanlage und das ehemalige Mädcheninternat (Wasserschaden) seien instandgesetzt/gesichert worden. Laufende Ausgaben verursachten insbesondere die Betriebskosten (Strom, Heizung, Wasser, Wartung, Winterdienst).

Strobl: "Mehr Nachdruck"


Wie teuer die Ertüchtigung für eine neue Nutzung wäre, müsste im konkreten Fall in einem entsprechenden Konzept ermittelt werden. Bayern könne hier (abgesehen vom Unterhalt) nur investieren, wenn dafür staatlicher Bedarf bestehe oder es wirtschaftlich zweckmäßig sei, heißt es im Söder-Schreiben. Das sieht auch Reinhold Strobl so. Die Klosterburg wird laut Minister nach den "haushaltsrechtlichen Vorgaben in etwaige Bedarfsprüfungen einbezogen" und sei "zudem Gegenstand fortlaufender Verwertungsbemühungen". Das bezweifelt Reinhold Strobl nicht - er wünscht sich aber "mehr Nachdruck bei der Verwertung dieser Immobilie". Er könnte sich "eine europäische Bildungseinrichtung in diesem geschichtsträchtigen Haus" vorstellen, aber auch Außenstellen von Behörden, Museen oder eine Nutzung durch Tanz- oder Musikschulen, Kunst- und Kulturvereine.

Strobl ist deshalb nach eigener Auskunft in Kontakt mit Joachim Roller, Regionalkoordinator von Crescendo international, einer Organisation christlicher Berufsmusiker mit Sitz in Basel. Gerade kleinere Initiativen entwickelten sich oft zu interessanten Projekten: "Die Burg könnte auch nicht nur an einen Interessenten, sondern an mehrere vermietet werden." Hauptsache sei, dass wieder Leben in das verwaiste Gebäude komme. "Die bisherigen Verhandlungen sowie die auch von dritter Seite bemühten Initiativen verliefen bedauerlicherweise ergebnislos", bilanziert Minister Söder. Detailinformationen zu Interessenten seien wegen deren berechtigtem Interesse an Vertraulichkeit und wegen des Datenschutzes nicht möglich. Derzeit gebe es aber keine Verhandlungen. Die Klosterburg werde seit Mitte 2013 "regelmäßig öffentlich angeboten". Der Bund habe bisher kein Interesse.

Größe ist ein Problem


Söder: "Trotz intensivster Bemühungen sämtlicher Beteiligter ist es bedauerlicherweise bislang nicht gelungen, für das Objekt eine adäquate Nutzung zu finden." Hauptursache seien "Größe und Struktur des Objekts". Gerade deshalb kann Strobl "nicht nachvollziehen, warum es nicht möglich sein sollte, eben auch mal kleine Initiativen in die Klosterburg zu lassen". Sein Bürgerbüro leiste dabei "gerne Hilfestellung".
Weitere Beiträge zu den Themen: Markus Söder (1507)Klosterburg Kastl (15)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.