Es begann mit einem geschenkten Grundstück
Marienheim wird 60

Hermann Römer und Birgit Wiesend (von links) haben rund 20 Schautafeln gestaltet, die im gesamten Kindergartenbereich zu finden sind: Sie geben Einblick in die Geschichte des Kastler Marienheims. Bild: jp
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Kastl
23.06.2016
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Einst wurde im alten Kastler Schulhaus neben der oberen Mühle das Erdgeschoss für die Kinder-Betreuung freigehalten. Die Basis für die Kindertagesstätte Marienheim legte aber erst nach dem Krieg Margarethe Brandstetter - mit einem Geschenk an die Kirche.

Dieser Blick in die Geschichte hat natürlich einen aktuellen Grund: Mit einem Sommerfest am Sonntag, 26. Juni, feiert die Kindertagesstätte Marienheim ihr 60-jähriges Bestehen. Zugleich wird das Kastler Pfarrfest begangen.

Margarethe Brandstetter, bekannt als die Notar-Rettl, schenkte der Kirchenstiftung Kastl das Grundstück, auf dem heute die Kita steht. Sie hatte es vom Kastler Notar Kemmer geerbt, dessen Köchin sie war. Wie hierzu Ortsheimatpfleger Hermann Römer schrieb, machte der damalige Benefiziat Josef Zinner, der 1954 nach Kastl kam, die Bekanntschaft mit der kinderlosen und bereits älteren Margarethe Brandstetter. Die Notar-Rettl überließ der Pfarr-Caritas einen großen Teil des geerbten Gartens für den Bau des Kindergartens.

Bereits im Dezember 1954 war Grundsteinlegung unter Bürgermeister Wiesner. Bei der Einweihung am 27. Mai 1956 bekam die Einrichtung den Namen Marienheim, wozu eine Statue der Gottesmutter geweiht wurde. Schon im Dezember 1955 waren drei Oberzeller Schwestern aus Würzburg in die Wohnung des Kindergartens eingezogen.

Nonnen dieser Gemeinschaft waren damals bereits im früheren Kastler Krankenhaus stationiert. Die Ordensfrauen leiteten den Kindergarten bis 1984. Neben der Nachwuchsbetreuung diente der Kindergarten als Fortbildungszentrum. So wurden für die Hauswirtschaft Koch-, Back-, Näh-, Strick- und Servier-Kurse sowie Jugendleiterkurse angeboten. Zudem diente der Saal für Seminare für Eheleute, Einkehrtage für Söhne und Töchter aus landwirtschaftlichen Betrieben sowie für feierliche Anlässe wie Priester- und Ordensjubiläen aber auch für den Leichenschmaus verstorbener Geistlicher. Zudem war die Einrichtung damals noch der Stützpunkt des Krankenpflegevereins mit Schwester Ehrentrudis.

Als der Platz nicht mehr ausreichte, wurde 1976 ein Erweiterungsbau errichtet. 2001 und 2002 gab es bereits Teilsanierungen. Nach dem Abzug der Oberzeller Schwestern übernahm Marianne Ackermann als erste weltliche Leiterin den Kindergarten. Bereits seit 42 Jahren ist Johanna Ehbauer Kinderpflegerin, seit 26 Jahren Theresia Riel aus Traunfeld Erzieherin im Marienheim.

Im BlickpunktAuftakt zum Jubiläum am Sonntag ist um 10 Uhr ein Dankgottesdienst vor der Kinderbetreuungsstätte. Träger sind die Kirchenstiftung Kastl und die Caritas Eichstätt. Zum 60-Jährigen haben Leiterin Birgit Wiesend und Ortsheimatpfleger Hermann Römer eine Ausstellung mit 20 großen Schautafeln vorbereitet.

Aktuell werden in Marienheim 72 Sprösslinge betreut. Zur Einrichtung gehören drei Kindergarten-Gruppen und eine Krippe. Leiterin Birgit Wiesend kann auf fünf Erzieherinnen, vier weibliche und einen männlichen Kinderpfleger bauen. Wiesend freut sich, dass die Kinderzahl in Kastl steigt: Ab September werden es 80 Marienheim-Kinder sein.

Zum Jubiläumsjahr gab es bereits Märchenerzählungen, Tänze mit Caroline Adler aus Lauterhofen und einen Besuch im Amberger Stadtmuseum über die 50er-Jahre, die Bezüge zum eigenen 60-Jährigen bot. Die Angebote für die Kinder hat überwiegend der Elternbeirat finanziert.

Attraktionen beim Jubiläum sind drei Vorstellungen des Kamishibai-Erzähltheaters (14, 14.30 und 15 Uhr) sowie eine Tombola, bei der jedes Los gewinnt (Preisausgabe 13 bis 15 Uhr). Für Kinder sind ein Mal- und Basteltisch sowie Schminken im Angebot. Zur Verpflegung gibt es saure Bratwürste, Gegrilltes, Schnittlauchbrote und ein großes Kuchenbüfett. Das Fest endet gegen 16 Uhr. (jp)
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